Der Wechsel und Wandel der Wechseljahre ist ein Thema, das oft unterschätzt wird, von den betroffenen Frauen so gut es geht verdrängt und von der Schulmedizin total vernachlässigt wird, bzw. medikamentös mit Hormonersatz unterdrückt.
Dazu gibt es mittlerweile auch endlich Lesestoff von Frauen für Frauen. Das Buch einer Frauenärztin hat es sogar auf die Bestsellerlisten geschafft (Dr. Sheila de Liz, Woman on Fire).
Selbst Gynäkologen haben meist wenig Ahnung (und noch weniger Zeit, den Patientinnen etwas zu erklären) Das liegt daran, dass die Wechseljahre in der Facharzt-Ausbildung nur ein Randthema sind. In der Medizin-Forschung sind sie fast gar nicht thematisiert.
Per Zufall bin ich über eine gut gemachte, sehr informative "Graphic Novel" gestolpert, die gerade frisch erschienen ist. Viele Fragen werden einfach und verständlich erklärt:
| Rinah Lang, PeriMeno, Carlsen-Verlag |
Denn das meiste, das im Körper einer Frau nach der fruchtbaren Phase passiert, ist bis heute unbekannt oder erscheint unlogisch. Die Ursache der bekannten Hitzewallungen z.B. sind physiologisch bis heute ungeklärt, sogar eigentlich sehr widersprüchlich zu den bekannten Abläufen. Dabei sind die Hitzewellen, auch aus eigener Erfahrungsogar sehr Kraft zehrend und anstrengend. Sie sind alles andere als witzig, sondern nur mit Humor zu ertragen.
Ebenfalls unerklärlich ist, warum viele Frauen unter vielen, komplexen Symptomen leiden, andere nur minimal betroffen sind. Was wir jedoch wissen, ist, dass sich das gesamte Hormonsystem tiefgreifend verändert. Das beeinflusst den Organismus von Organfunktionen über den Bewegungsapparat bis zu den Emotionen.
Immer wieder fragen mich Frauen in der Therapie, was da eigentlich in dieser Lebensphase im Körper passiert, wie all das das zusammenhängt und was sie selbst tun können. Darauf gibt es leider keine einfache, schnelle, allgemeingültige Antwort.
Je nach Phase, Lebensumständen, Symptomen und Bedürfnissen müssen wir auch die Unterstützung anpassen. Es braucht das richtige Mittel zur richtigen Zeit für die passende Patientin. Nur mit Hormon-Tabletten-Verschreiben ist es definitiv nicht getan.
Es gibt auch kein alternatives, pflanzliches Mittel, das immer nebenwirkungsfrei passt. Der Schuss kann auch nach hinten losgehen, wenn blind jeder Patientin das gleiche Präparat empfohlen wird.
Wir wissen auch, dass in Gesellschaften, deren Lebensweise (noch) sehr naturverbunden ist, die Frauen keine Beschwerden mit diesem Übergang haben. Das liegt keineswegs an anderer "Genetik", sondern an einem anderen Weltbild von sich als Frau.
In diesem Buch gab es glatt auch ein Wiedersehen mit einer lieb gewonnenen Kolleginnen und Lehrerin:
Kaouthar lehrt und ermutigt Frauen allen Alters, zu wagen FRAU zu sein. Statt uns gerade im Beruf an männlichen Attributen zu orientieren, sollten wir besser verstehen, dass wir Qualitäten haben, die unsere maskulin geprägte Geschäftswelt dringen braucht.
Emanzipation heisst nämlich nicht, maskuliner und tougher aufzutreten, als die Männer. Finden wir durch Tanzen, durch QiGong, o.ä. in spielerischem Miteinander unseren eigenen Ausdruck. So folgen wir dem Weg unserer Bestimmung als weibliches Wesen, weder besser noch schlechter, sondern auf andere Weise.
Das heisst auch, lernen Rücksicht zu nehmen, zu erst auf sich. Das bedingt auch auf andere zu achten. Die meiste Unterstützung können sich die Frauen sogar selbst geben, indem sie ihren Lebenstil überprüfen und anpassen. Wer durch Familie und Job schon mächtig unter Druck steht, muss nicht auch noch (Leistungs-)Sport ausüben oder den Körper durch Fehlernährung zusätzlich belasten.
Neugierig geworden?
Es lohnt sich. An manchen Stellen erkenne ich fast meine eigenen Worte wieder, als wäre die Autorin bei mir Patientin. Hier sogar druckreif illustriert zum Nachlesen!
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