30. August 2021

Das Dao der gefühlten Wahrheiten

 

Hier, bei Heise-Online, ein sehr lesenswerter Artikel
-- viel mehr: ein sehr nachdenkenswerter Artikel,
der (wie schon die Tonglen-Übung) unsere Gewohnheiten kräftig gegen den Strich bürstet, aber sehr hilfreich ist, um entspannter und damit gesünder zu leben:

Sie wollen etwas tun,
um das Leben, Ihr Leben,
nachhaltiger zu gestalten? 

Tun Sie: nichts!
Vor allem: Kaufen Sie nichts! 

Ein paar Anmerkungen zum Überkonsum:

Wie sehr uns unsere Konsumkultur prägt, zeigen Antworten auf Fragen zur jeweils persönlichen Beteiligung am Schutz des zukünftigen Lebensraums der Säugetierart Homo Sapiens. Diese Antworten reihen nämlich bevorzugt auf, was die Befragten alles gekauft haben. Den Begriff "Überkonsum" müssen Forscherinnen wie Dr. Maja Göpel immer wieder neu erklären, so selten kommt das Kernproblem unserer Gesellschaft zur Sprache. "Überkonsum" bedeutet, was das Wort beschreibt: einen Konsum, der über das hinausgeht, was unser Lebensraum regenerieren kann.

 Schmerzhafte Erlebnisse beeinflussen uns immer stärker als positive. Erinnern Sie sich an die Pubertät in der Schule. Ououou, da kommen Erinnerungen! Ganz viel Scham. So funktioniert der menschliche Geist eben. Tausende von Euro pro Jahr sparen durch ein älteres Auto fällt uns überhaupt nicht auf. Im Gegenteil ärgern wir uns darüber, dass wir 1000 Euro Reparaturkosten über die Wartung hinaus aufwenden mussten. Um diese (schmerzhaften) 1000 Euro zu vermeiden, geben wir gern (wohlig investierte) 2000 Euro für Mehrkosten eines neueren Fahrzeugs aus. Die neu gekaufte Bambuszahnbürste! Ach, wie bin ich heut' wieder ökologisch! Der dafür weggeschmissene Zehnerpack Plastikbürsten: War was?

Der Taoismus beschreibt als eine seiner primären Standsäulen das "Tun durch Nichtstun" (Wu Wei). Die Formulierung ist absichtlich in sich widersprüchlich, das Konzept ist das jedoch nicht. 

 

8. August 2021

Der Herbstwind verabschiedet den Sommer



Das Thema der drei Herbstmonate (August, September und Oktober) ist das Vergehen und Verlangsamen des Wachstumsimpulses.

Sowohl Frühling als auch Herbst sind Jahreszeiten des Wandels. So zeigen sich zu diesen Jahreszeiten Erkrankungen, es sind die typischen Zeiten von "Grippewellen". 
 
Mit dem Einsetzen des Herbstes wird wichtig, Körper und Geist in einem ruhigen, harmonischen Zustand zu halten und seine Energien nicht zu verschleudern. Aus diesem Grund ist es so wichtig, jetzt beruhigende, meditative Praktiken, die das Leben nähren, besonders zu pflegen. Sowohl der Alltag, als auch die Behandlung sollten auf die der Jahreszeit entsprechende Energiequalität hin abgestimmt werden:
 
In diesem Jahr dominiert das erdige Yin, das den Parasympathikus mit ruhigem Verdauen, Verarbeiten, Sortieren und Aufräumen unterstützt. Das Qi des Herbstes ist trocken, lehren die chinesischen Klassiker. Daher wird empfohlen, mit befeuchtendem Sesam gegenzusteuern. Vermeiden wir ebenso kalte Getränke genauso wie kalte und klamme Kleidung auf der Haut.Hier finden wir eine Menge Tips: "So ist es im Herbst unangebracht... - weiterlesen"

Verstösse gegen diese Prinzipien verletzen den Funktionskreis der Lungen. Das führt wiederum zu Duchfällen im Winter, also zum Verlust an Substanz genau dann, wenn es um Lagerung und Erhaltung geht.
 
Wer jetzt versucht, gegen den Lauf der Natur yangige, neue Lebensprojekte anzuschieben, der wird viel Kraft verschleudern. Es kommt schnell zu Erschöpfung, Verschlimmerung oder sogar zu gesundheitlichem Schaden. Dies gilt gerade im Herbst dieses Jahres.  

Nehmen wir uns also die Zeit für unsere Gesundheit
- sonst nimmt sie sich die Krankheit!

Morgens, direkt nach dem Aufwachen,
sollte folgende Übung gemacht werden:


Schliesse Deine Augen,
klappere 21 Mal mit den Zähnen,
schlucke den Speichel.

Reibe Deine Hände aneinander
und lege danach die Handflächen auf die Augen
und spüre einige Zeit die Wärme,

die auf die Augen übergeht.
Reibe nochmal Deine Hände
und bedecke wieder die Augen.


Wer diese Übung regelmässig während der gesamten drei Herbstmonate (Mitte Aug. - Mitte Nov.) praktiziert, bekommt klare und leuchtende Augen.

(Basierend auf Heiner Frühaufs englischer Übersetzung des Klassikers von Gao Lian, Zunsheng bajian, "Eight Pieces On Observing the Fundamental Principles of Life") 

5. August 2021

Das Herz öffnen mit der Tonglen-Übung


Diese Übung des buddhistischen Herzöffnen mit dem Atem ist eine Abwandlung aus dem Buch "Suche die Freude" (von Pema Chödrön, Goldmann-Verlag, 2009), das leider vergriffen ist. Zu diesem Buch gehört eine CD mit der gesprochenen Übungsanleitung, die oft sehr hilfreich war.

Für Menschen, denen es schwer fällt, alte Gewohnheiten loszulassen, und die in ihrem Kummer und Schmerz feststecken, erläutert Pema Chödrön diese Übung detailliert in dem Buch "Wenn alles zusammenbricht, Hilfestellung für schwierige Zeiten" (Chödrön, Goldmann-Verlag, 2001).

Mit dieser Übung lernen wir die Dinge anzunehmen, die wir gewöhnlich ablehnen, also auch jene Seiten an uns und unseren Mitmenschen, die wir als "schlecht" verurteilen. Andererseits lernen wir das, was wir mögen und als "positiv" bewerten, großzügig mit andern zu teilen. Wir bürsten mit dieser Übung unsere Gewohnheiten kräftig gegen den Strich. Wir kehren unsere üblichen Reaktionen um, mit denen wir versuchen, Schmerz zu verdrängen oder zu vermeiden. Wir nehmen eine radikal andere Haltung ein:

Dabei nehmen wir das Leid nicht nur hin, sondern wir nutzen es sogar als Chance, sanfter zu werden und unser Herz zu erwecken. Wir lernen, den Kummer zu umarmen. Statt ängstlichem Festhalten üben wir großzügig zu sein, und das zu verströmen, was wir uns selbst am meisten wünschen. Andere lassen wir sogar an unserer Freude teilhaben. 

Durch diese Übung reift etwas in uns heran, das lange in uns verschüttet war. Die Buddhisten bezeichnen es als Bodhicitta, als erwachtes, mitfühlendes Herz, im Daoismus ist es das Kultivieren des Shen. Diese Übung ist das Herz der Heilungstraditionen des fernen Ostens, ebenso wie dessen, was Jesus Christus einst gelehrt hat.

In der ersten Phase erinnern wir uns bewusst an die Stille und den weiten Raum des Dao, der immer da ist. Manchen Menschen hilft das Bild vom unendlich weiten Himmel. Die dicken Sorgenwolken des Alltags verdunkeln zwar drohend unser Ego, aber auch sie sind wie Wolken am Himmel, die weiterziehen und sich irgendwann auflösen. Dahinter ist immer der weite, offene Raum des blauen Himmels.

In der zweiten Phase atmen wir ganz natürlich. Ein- und Ausatmen sollte dabei von etwa gleicher Dauer sein. Wir atmen den "Geschmack" unseres Kummers, der Sorgen, des Leides ein. Wir stellen uns dabei vor, wie sich unser Herz aller Bedrängnis öffnet und alles, was wir einatmen, im weitem Herzensraum Platz findet. Wir atmen aus und strahlen genau diese Erleichterung mit dem Atem aus und senden dabei die Vorstellung von Freude, Kraft und Entspannung aus.

In der dritten Phase stellen wir uns eine bestimmte Problemsituation vor, üben für einen bestimmten Menschen (oder weiterhin für uns selbst, solange wir uns blockiert fühlen). Wir versetzen uns so gut wie möglich in die Lage des anderen (oder uns selbst) hinein. Wir lernen das Leid und den Schmerz so gut wie möglich kennen. Einatmen und aussenden. 

Wir können das Ausatmen mit einer bestimmten positiven Vorstellung verbinden oder schlicht beim Gefühl der Entspannung bleiben. Danach können wir sogar unser Atmen auf all jene Wesen ausweiten, die sich in einer ähnlichen Lage befinden.

Vielleicht machen wir auch mal die Erfahrung, dass unser Mitgefühl blockiert ist, weil wir voller Vorbehalte oder völlig abgestumpft sind. Wenn wir also solche Schwierigkeiten haben, tun wir das, was sich für uns richtig anfühlt. Es ist kein Hindernis. Wir können dann diese Störung zum Üben nehmen. Wir atmen schlicht das innere "Nein", die Wut oder das unbennbare Gefühl von Widerstand ein. Wir schaffen so einen Zugang durch all unsere Schutzwälle, hinter denen wir unser Herz vermauern und uns abschotten.

Wir nutzen zugleich die fünf Merksätze (link) von Don Miguel Ruiz, um Zugang zu unseren fünf Seelenanteilen zu bekommen, die uns als inneres Team zur Seite stehen. 

So verbinden sich alle Welten in dieser Übung:

(Wenn ein Gong oder eine Klangschale ertönt, und die erste Phase des Tonglen einleitet, lauschen wir dem Klang als Ausdruck jener Offenheit, die hinter all unserem Ach und Weh liegt, unserem eigenen Schmerz und dem Schmerz all unserer Mitmenschen auf dieser Welt. Der Gong erinnert uns an die Stille und Offenheit, die immer da ist so wie der blaue Himmel immer da ist. )

Das Bild des unendlich weiten, offenen Himmels erinnert uns sofort an die Offenheit und kraftvolle Ruhe, die immer da ist, selbst wenn der Himmel von düsteren Wolken versteckt wird. Es ist die friedliche Ruhe, die hinter all unseren bedrohlichen Sorgenwolken liegt; hinter unserem eigenen Schmerz und dem aller Mitmenschen auf dieser Erde.

Gehen wir allmählich dazu über, all die engen, schweren, bedrückende Emotionen einzuatmen. Atmen wir Entspannung und heitere Gelassenheit aus, so gut es eben gerade geht. Üben wir das eine Weile. 

Lassen wir den Atem sich dabei selbst atmen, in unserem eigenen Rhythmus und Tempo. Wir können uns vorstellen, wie der Atem dabei in unser Herz strömt, wie es vom Einatem gefüllt wird, dass wir uns selbst unser Herz öffnen. Oder wir stellen uns vor, wie unser ganzes Sein den Atem aufnimmt und wieder aussendet und so immer weiter wird, wie sich unser Herz öffnet und sich füllt. Öffnen wir uns dem, was wir einatmen.

Spüren wir genau all die Stellen konkret körperlich, die symptomatisch sind, die unserer Aufmerksamkeit bedürfen. Entspannen wir uns dabei so gut wie möglich und schaffen so Zugang zu unserem Herzen:

Be impeccable with your words
- Wähle deine Worte mit Bedacht:

Atmen wir all unsere frustrierte Gereiztheit, Ärger und Wut ein, all die Läuse, die uns über die Leber laufen. Atmen wir aus und lassen wir zu, wie unsere innere Traumseele uns dafür klare Einsicht und Urteilsvermögen schenkt. So entsteht die Vision für die richtige Richtung und Strategie in unserem individuellen Leben. (In der chin. Medizin stärken wir so unsere Leber-Energie.)

Be sceptical, but learn to listen
- Bleibe skeptisch, aber höre (dir) gut zu:

Atmen wir alle Geringschätzung, kalte Verachtung und eisige Ängste ein, die unseren Beckenbereich erkalten lassen. Atmen wir aus und lassen wir zu, wie unsere Kriegerinnen-Seele uns Hingabe schenkt, deren Wärme die eisige Blockade schmilzt. Wir fließen wieder geschmeidiger und harmonisch im Fluss des Lebens mit. (In der chin. Medizin stärken wir so unsere Nieren-Energie.)

Don’t take anything personal
- Nimm nichts persönlich:

Atmen wir alle Irritationen, verletzenden Bewertungen und Kritik ein, die uns die Brust beengen, einsam und depressiv machen. Atmen wir aus und beobachten, wie unsere Lehrerinnen-Seele sie mit Freundlichkeit entwaffnet und in bedingungslosem Respekt verwandelt. So verfeinert sich unser Ego durch ständige Reflexion im Spiegel der Anderen, bis unser Selbst zunehmend in selbstloser Achtung und Rechtschaffenheit erstrahlt. (In der chin. Medizin stärken wir so unsere Lungen-Energie.)

Don’t make any assumptions
- Ziehe keine voreiligen Schlüsse:

Atmen wir alle Erwartungen und Vorwürfe ein, all die Sorgen, Schuld, Scham, die im Kopf kreisen. Atmen wir aus und lassen wir zu, wie unsere innere Transformateurin mit Selbstbeherrschung für Konzentration  in unserer eigenen Mitte sorgt. Dort erwächst das Vertrauen in die Beständigkeit und Ausgeglichenheit des Universums. (In der chin. Medizin stärken wir so unsere Verdauungs-Energie.)

Always do your best
- Gib immer dein Bestmögliches:

Atmen wir alle Ungeduld, hektische Unruhe und grausame Getriebenheit ein, die unser Herz aufwühlen und erhitzen. Atmen wir aus und lassen wir zu, wie der innere Heiler sie mit Achtsamkeit sanft kühlt. So wird unser Herz wieder wie die Oberfläche eines stillen Sees, ruhig und klar, in dem sich das ganze Universum spiegelt. Nun entwickelt sich aus vollem Herzen wieder Verbundenheit zu Allen und mit Allem. (In der chin. Medizin stärken wir so unsere Herz-Energie.)

Atmen wir also mit offenem Herzen ein. Werden wir bei jedem Ausatmen noch entspannter in heiterer Gelassenheit. Solange wir uns selbst durch irgendetwas blockiert fühlen, üben wir Tonglen weiter für uns selbst und für all die Menschen, die mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben wie wir. 

Wenn wir soweit eins sind mit dem Atem und innerlich bereit, können wir dazu übergehen, Tonglen auch für jemand anderen oder für eine bestimmte Situation zu üben. Wenn wir zunächst etwas überlegen müssen, für wen wir Tonglen üben wollen, und eine gewisse Zeit brauchen, um uns in dessen Lage zu versetzen, ist auch das in Ordnung. Wir können zu diesem Zweck einfach das Bild der Person in unserem Geist entstehen lassen. Meist genügt das schon.

Wenn unser Geist während der Übung abschweift, gehen wir wieder dazu über, dass wir uns beim Ein- und Ausatmen vorstellen, wie sich unser Herz öffnet und alle Grenzen zwischen uns und anderen auflöst.

Wenn wir nach einer Weile in unserer kraftvollen Mitte in heiterer Gelassenheit angekommen sind, atmen wir noch einige Atemzüge bewusst  die Fülle des Lebens ein und senden sie wieder aus. Dann verweilen noch einige Zeit in entspannter Ruhe.

Von jetzt an können wir das zu unserer täglichen Praxis machen. Zuerst kommen wir eine kleine Weile zur Ruhe, schaffen uns so etwas wie eine Ruheoase in der Alltagshektik. Das ist ganz wichtig. Wir müssen zur Ruhe kommen. Dann praktizieren wir eine Zeitlang Tonglen, und zum Abschluss unserer Meditation verweilen wir einfach wieder still.

Darüber hinaus können wir 

Tonglen als Erste Hilfe im Krisenfall anwenden

Atmen wir gerade dann ein in dem Wissen, dass wir nicht der einzige Mensch sind, der sich mit Problemen herumschlägt. Ein wichtiger Aspekt dieser Übung ist, dass wir endlich merken, wenn wir dicht machen, wenn wir uns verschließen. Das ist der entscheidende Punkt: Wenn wir merken, was geschieht, entwickelt sich allmählich Herzensgüte von selbst.

Selbst wenn das alles ist, was wir in einer Situation tun können, so ist es doch schon gewaltig — eine echte Re-Volution, eine 180°-Kehre. Wenn wir feststecken und dann Tonglen üben, werden wir immer wieder feststellen, dass wir gar nicht mehr schaffen. Wir können nichts anderes tun. Wir sitzen fest. Aber immerhin merken wir, dass wir blockiert sind. Gerade dann senden wir alles aus, was schön ist, wohl tut und uns Freude bereitet.

Üben wir das am besten unser ganzes Leben lang!
 


22. Juni 2021

Akt II des Kranich-Rituals

1.) Betrachte deine Wünsche im Nest!

Schau dir an, wie weit sich der Prozess der Verwirklichung deiner Träume und Wünsche bereits entwickelt hat. Wie steht es um die drei persönlichen Träume? Wie steht es um die drei Wünsche für die Welt rund um dich?

Falls du die Verbindung zu diesen Wünschen verloren hast, nicht mehr weisst, was du dir damals gewünscht hast, schau nach und stell sie wieder her!

Vergessen wir nicht, dass Rituale ein Gespräch mit den Göttern herstellen. Sie antworten uns mit dem, was rund um uns geschieht. Alles nur Zufall? Wohl kaum, eher fällt es uns zu... Was haben dir die Götter bisher über deine Wünsche mitgeteilt?

Die kollektiven Wünsche sind für mich die gewesen, die am unmöglichsten und sogar fast hoffnungslos erschienen. Doch sogar für sie gab es in den letzten Monaten immer wieder ein Hoffnungsschimmer. Die persönlichen Wünsche sind mir sehr präsent, auch wenn ich mir über den exakten Wortlaut nicht mehr sicher bin. Doch die Themen begleiten mich sehr dicht seither. Und ändern wollte ich bis heute keinen einzigen dieser Träume.

Doch selbst, wenn das so wäre, ist das ebenfalls durchaus erlaubt. Sollte  also einer deiner Wünsche so gar nicht mehr relevant oder präsent sein, darfst du dich fragen, was mit dem heutigen Wissen ein sinnvollerer Wunsch für dich ist!

2.) Perfektioniere deine Wunschliste! 

Blicke auf deine sechs unmöglichen Wünsche zurück, überarbeite sie und verpflichte dich ihnen erneut. Das ist das perfekte Vorgehen für diese Zeit der Introspektion. 

Wenn deine überarbeitete Liste dann wieder fertig ist, entscheide, ob du sie neu schreiben möchtest oder ob du den alten Kranich entfalten und weiter nutzen magst. Wir werden diese Liste allerdings in die Erde begraben. Daher solltest du dir zumindest einen Spickzettel mit den sechs Wünschen irgendwo hin schreiben, um in Zukunft einen Blick darauf werfen zu können!

3.) Falte deine Liste klein zusammen.
Such dir einen Ort, um sie zu beerdigen.

Wenn Du einen Ort draussen im Garten, in der Natur findest, wunderbar. Ansonsten tut es auch ein Blumenkasten auf dem Balkon, sogar ein beliebiger Blumentopf, den du mit Erde füllst. Das ist dann sogar ideal, falls Du z.B. die darin beerdigten Wünsche auf deinen Hausaltar stellen willst. 

Viel wichtiger ist jedoch das Verständnis für die Bedeutung dieser rituellen Geste! In dem wir unsere Wünsche und Träume beerdigen oder sogar zu Asche verbrennen, übergeben wir sie den Mächten, die so viel größer sind als wir. Wir entlassen unsere Fürbitten und legen sie in die Hände der Götter, der Archetypen.

4.) Simsalabim, nun folgt der magische Akt:

Im ersten Ritual haben wir unseren Träumen Flügel verliehen und einen Origami-Kranich daraus gefaltet. Das hat unsere Beharrlichkeit und Einfallsreichtum herausgefordert, vor allem für Neulinge im Papierfalten

Jetzt folgt ein ähnlicher Akt. Durch unsere erneuerte Aufmerksamkeit und Mühe bestätigen wir den Göttern, unsere Hingabe an unsere Wünsche. Suche dir sechs Kieselsteine. Dann stapeln wir die Steine als besonderen "Grabstein" über unserer verbuddelten Liste aufeinander:

 

Steinbogen, Pascal Fiechter CC BY-SA 4.0

Es wird unsere Geduld fordern, wie auch unser Feingefühl, um die Steine aufeinander zu balancieren. Wir erschaffen mit der Kunst der Steinbalance etwas, das vielleicht unmöglich scheint, es aber nicht ist. Welch perfekte Geste für diese Energiequalität. Wenn Du magst, kannst du den Turm auch mit deinem Kranich krönen.

Dann bitte die Götter um Erfüllung. In den nächsten sechs Monaten mach weiter, kümmere dich um deine Themen. Überlass den Göttern ihren Teil. Sorg dafür, dass Du mit Freude all deinen Einfallsreichtum und deine Beharrlichkeit einsetzt, bis wir uns zum letzten Mal in diesem Jahr um Weihnachten ein letztes Mal zum Abschlussritual treffen...

(Auch hier wieder dickes Danke an Dana Gerhardt, www.mooncircles.com)


Halbzeit im Jahr der unmöglichen Wünsche

 

Zu Jahresbeginn haben wir uns mit der Zeitqualität in 2021 beschäftigt. Einige haben mitgemacht, als es darum ging, unsere unmöglichen Wünsche und Visionen für 2021 zu finden:

Die Wünsche auf den Flügeln des Kranichs

Wir haben unsere persönlichen Wünsche gesucht, auch wenn sie noch so unerfüllbar und unmöglich erschienen. Wir haben drei Träume für die ganze Welt um uns und drei Wünsche für uns persönlich formuliert. Wir haben sie auf ein Blatt Papier notiert und ihnen in Form eines Origami-Kranichs Flügel verliehen. Dann haben wir diese Kraniche symbolisch an einem ruhigen Ort geparkt, wie in einem Nest, damit die Wünsche heranwachsen können.

Spannungen liegen in der Luft

Nun ist die Zeit gekommen, dass wir uns wieder mit ihnen beschäftigen. Im Universum um uns herum bewegen sich wieder Kräfte, die uns in Bewegung bringen, irritieren, herausfordern. 

Der eine Mensch fühlt sich mehr, der andere weniger provoziert, wenn solche großen Themen im Hintergrund des Weltenrades rumoren. Das liegt einfach daran, dass manche Themen uns unter die Haut gehen, weil sie unsere persönlichen Muster berühren. Dann gehen wir mit den Themen in Resonanz. Verstärkt dieses Mitschwingen Energien, die sich gut und hilfreich anfühlen, nehmen wir das meist einfach hin und schenken der Glückssträhne wenig Aufmerksamkeit. Aber wehe, wenn uns diese Energien quergehen, dann reagieren wir irritiert, genervt, unruhig, fühlen und unwohl oder sogar krank. Manchmal verstehen wir gar nicht, was gerade "mit uns" los ist...

Der Winkel, in dem die Planeten Saturn und Uranus in diesem Jahr dreimal exakt zueinander stehen,  ist ein Symbol für eine bestimmte Energiequalität. Wir spüren sie hier auf der Erde, in unseren Systemen, Gesellschaften und in uns selbst. Diese Kräfte wirken, ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht. (In diesem Jahr sogar mit einer Ballung solcher Muster, die sich ordentlich gegenseitig verstärken...)

In diesen Jahr geht es  um ein Symbol voller Spannung, wenn alte Welten mit neuen Weltsichten kollidieren. Es ist eben kein Zufall, dass in diesem Jahr Wahlen stattfinden, mit denen die Ära "Mutti Merkel" zuende geht. Es ist leicht, die extremen Meinungen und schwere Zeiten einer Krise zu beobachten. Überall knallt und gärt es, zwischen Macht und Ohnmacht, Demokratie und Autokratie, zwischen Wahrheitsgläubigen und Lügengespinsten. Rund um den Globus liegt überall reichlich Spannung in der Luft.

Jeder Archetyp (=Urform, Urbild, Urmuster) ist Teil der Polarität, er hat gute und schlechte  Eigenschaften. Die schlechten Seiten sind Resultat unserer unbewussten Verhaltensmuster und Entscheidungen. Wir können sie als "Werkseinatellungen" betrachten, als niedriges Niveau, auf dem viele Menschen steckenbleiben.

Doch wir alle haben die Wahl. Wir können uns weiterentwickeln, wenn wir uns bewusst werden, unserer Intelligenz und unserem freien Willen. Dann können wir die Umstände als grobes Raster nutzen, um unmögliche Ziele zu erreichen.

Beharrlichkeit und Genialität

Vielleicht wurde niemals ein Namenspaar treffender ausgesucht, als das, mit dem die NASA ihre Helden in diesem Saturn/Uranus-Jahr benannt hat: Der Mars-Rover heisst Beharrlichkeit (Perseverance), eine Eigenschaft, die zum Symbol des Saturn gehört. Mit dem Namen Einfallsreichtum (Ingenuity) ist der kleine Roboterhubschrauber benannt, der ebenfalls im Rahmen der NASA-Mission Mars 2020 auf dem Mars operiert.Genialität ist eine Eigenschaft des Symbols Uranus.

Es zeugt von himmlischer Weisheit, genau jetzt diese beiden Qualitäten wachzurufen. Folgen wir ihrem Beispiel und tauchen auch wir in unsere Fähigkeit zu Ausdauer und Einfallsreichtum ein, um uns durch dieses wundersame Jahr zu manövrieren!

Rituale helfen uns, gut durch solche Zeiten zu steuern. Wer im Februar schon mitgemacht hat, kann nun das zweite Ritual mitmachen. Wer damals den Einsatz verpasst hat, braucht sich jedoch nicht ärgern. Dann einfach jetzt, in diesem Monat einsteigen: hier mit dem Teil I. Im Dezember werden wir dann unser Ritual mit Akt 3 beenden.

Die perfekte Zeit für jedes Ritual ist dann, wenn es sich für uns selbst richtig anfühlt. Das ist viel wichtiger, als unbedingt die exakte Zeit des Vollmondes in Konstellation XY zu erwischen. Die innere Energie hat mehr Bedeutung als jede äussere Bedingung.

Wer es dagegen liebt, sein Ritual mit etwas Magie und "Juju" zu würzen, der darf natürlich den nächsten Schritt unseres Rituals z.B. am Samstag (Satur-day, Saturn-Tag) machen!

Wie?
Das folgt im nächsten Beitrag...


16. Juni 2021

Qi Gong - Kurstermine ab September

 

Es sieht gut aus, dass wir nach den Sommerferien
wieder mit unseren Qi Gong-Gruppen
weiterüben können:

  • Montags 18:30 Uhr
  • Montags 20 Uhr (Intensiv)
  • Dienstags 9 Uhr 
  • Dienstags 20h
    in der Physiotherapie Mechelinck

Wir starten mit allen Kursen ab dem 06. September.
Der Kurs geht über 10 Termine
mit Pause über die Herbstferien (11.-24. Okt.). 

Voraussetzung zur Teilnahme
wird die Bescheinigung der "3G",
Geimpft, Getestet oder Genesen.

Für interessierte Neueinsteiger biete ich eine Warteliste an, um eventuell nachrücken zu können.

 

9. Juni 2021

Qi Gong im Sommer

 

Qigong-Kurse

Nach den Sommerferien, also Ende August/Anfang September, werden wir wieder mit unseren Qigong-Kursen starten! In der nächsten Zeit werde ich die Termine bekanntgeben.

Bis dahin übt fleißig weiter!

Übung: Mit der Erde atmen

Verbringe täglich Zeit draußen in der Natur, zumindest im Garten oder bei einem Spaziergang. Schaffe dir diese heilige Zeit für dein Ritual. Ob Du dich dabei bewegst, sitzt oder stehst, ist zweitrangig.  

Die Gedanken lässt du geduldig immer wieder zur Erde unter den Füßen zurückkehren. Wenn du merkst, dass du abgelenkt bist, kehrst du mit der Konzentration wieder zu deiner direkten Umgebung und deiner Verbindung zu ihr zurück:


Richte Deine Aufmerksamkeit
auf die Erde unter deinen Füßen.

Lasse deinen Atem bei jedem Ausatmen
bis ins Herz der Erde dringen. 

Beim jedem Einatmen lasse die Kraft der Erde
bis in dein Herz aufsteigen. 

Lasse Dich von der Erde atmen.
Die Erde und Du,
ihr teilt miteinander den Atem.

Du bist im Universum.
Das Universum ist in dir.
Das Universum und du, ihr seid eins.

Von Tag zu Tag bringt dich diese Übung immer mehr mit der Erde in Verbindung. Es entsteht von selbst ein natürlicher Energiekreislauf zwischen dir und der Erde.