18. Februar 2026

Schilddrüsen-Medikamentation

 

Die Bestimmung des TSH-Wertes ist Teil der routinemässigen Blutuntersuchung in den Hausarzt-Praxen. 

Doch bei vielen Patienten wird vorschnell die Diagnose einer  Schilddrüsen-Unterfunktion gestellt und mit dem Schilddrüsen-Hormon behandelt. 

Dabei bräuchten ca. 25% der Patienten, die ein Schilddrüsen-Hormon verschrieben bekommen, dieses gar nicht.  

Ältere Patienten 

Gerade ältere Patientinnen bekommen oft seit Jahrzehnten immer die gleiche Dosis verschrieben. Überprüft und angepasst wird selten bis gar nicht. 

Dabei  schadet die Hormongabe sogar all zu oft. Wird der TSH zu sehr gesenkt, erhöht sich z.B. das Risiko für Vorhofflimmern.

Schilddrüsenknoten  

Vor Jahrzehnten war es auch üblich, jeden zufällig gefundenen Schilddrüsenknoten immer mit Hormongaben zu behandeln. Doch längst nicht jeder Patient hat von der Medikamentation profitiert. Heute beobachtet man diese zunächst und wartet ab. 

TSH-Wert 

Ein erhöhter TSH-Wert KANN ein Hinweis auf Unterfunktion sein, der allein allein kaum Aussagekraft hat. 

Der TSH-Spiegel schwankt je nach Bedarf im Körper. Je nach Tageszeit, Jahreszeit, bei Schlafmangel, Streß, körperlicher Anstrengung, Infektionen oder auch bei Übergewicht verändern sich die Werte. 

Entscheidend für die Diagnose von Schilddrüsen-Störungen sind daher nicht Routine-Laborwerte, sondern immer die Symptomatik des Patienten! 

Überfunktion per Rezept 

Wenn weder Symptome einer Unterfunktion, noch wirklich eine vorliegt, wird per Medikament eine Überfunktion per Rezept erzeugt.  

Die führt im besten Falle zu "harmlosen" Symptomen wie innerer Unruhe und Nervosität. Doch Schlaflosigkeit, erhöhter Blutdruck bis hin zu Vorhofflimmern sind ernste Symptome. 

Leider wird in der Praxis dann meist nicht die unsinnige Thyroxin-Tablette in Frage gestellt. Sondern es werden Medikamente mit weiteren Nebenwirkungen verordnet, um die Nebenwirkung des überflüssigen Medikamentes zu kontrollieren!

Unterfunktion

Bestehen Symptome, die einen berechtigten Verdacht auf Unterfunktion begründen, müssen daher immer mehrere Labor-Werte bestimmt werden, um den Verdacht zu bestätigen. Ausserdem sollten die Werte über längere Zeit beobachtet werden.

Dazu gehören die freien Schilddrüsenhormone t3 und t4,  die Leberwerte und eine Ultraschalluntersuchung des Organs. 

Auch der Nachweis von Antikörpern gegen das eigene Schilddrüsengewebe (TPO-Ak, TG-Ak und TRAK) sollten  dann mitbestimmt werden. Denn immer häufiger steckt eine Autoimmun-Erkrankung der Schilddrüse hinter den Symptomen:

Hashimoto-Thyreoditis

Diese Auto-Immun-Erkrankung kann sowohl zu Über- als auch zu Unterfunktion der Schilddrüse führen. Denn je nach stressbedingter Belastung wechseln die Phasen hin- und her. 

Und nicht jeder Patient mit M. Hashimoto befindet sich z.B. in der Unterfunktion, wenn er chronisch übermüdet ist. Manchmal steckt schlicht Schlafmangel dahinter, wie bei einem meiner Patienten.

Eine Hormonbehandlung verschlechtert dann die Symptome und facht das Autoimmungeschehen zusätzlich an!

Behandlung von SD-Störungen

Zur Behandlung sowohl einer Über- als auch der Unterfunktion braucht es also immer viel mehr als nur Routine-Labor.  Dazu braucht es auch eine gute, vertrauensvolle Zusammenarbeit des Behandlers mit dem Patienten.

Der Patient muss lernen, im Alltag seine tatsächlichen Symptome gründlich zu beobachten.  Der Arzt muss  sich die Zeit nehmen, diese mit dem Patienten zu besprechen.  

Auch die Anpassung an die tatsächlich notwendige Hormon-Dosis muss in kleinen Schritten unter Kontrolle und über längere Zeit erfolgen.

Ausserdem muss sie je nach Lebensphase neu angepasst werden. Ob Wechseljahre und Schwangerschaft bei Frauen oder Pensionierung bei Männern, all dies verändert den Hormonhaushalt im Organismus!

NICHT einfach absetzen!

Vorsicht, auch Schilddrüsen-Hormone (wie viele andere verschreibungspflichtige Medikamente) dürfen keinesfalls einfach abgesetzt werden. 

Der Organismus fällt dann in eine plötzliche Unterfunktion, die  durchaus nicht  nur unangenehm werden, sondern durchaus zu ernsten Symptomen führen kann.

 


 

 


Kann ja nicht schaden...


Es gibt es kaum einen Menschen hierzulande, der keine Ergänzungsmittel nimmt, oft empfohlen vom Arzt, Apotheker, von lieben MenschenUnd meist nicht nur eines, sondern meist mehre Präparate, und oft hochdosierte Kombinationen aus vielen Wirkstoffen.

Mittlerweile bekommt fast jeder, spätestens nach einer Blutabnahme zum Ende des Winters hochdosierte Vitamin-D-Vorstufe  vom Arzt verschrieben.  (mehr Details dazu hier)

Marketing bedeutet, Bedarf für Dinge zu schaffen, die kein Mensch braucht. Die Herstellungskosten sind minimal, das meiste kosten die chicen Verpackungen und die Vermarktung. Für all diese Mittel wird aggressiv geworben. 

Der Ertrag ist riesig, die Produkthaftung vernachlässigbar, denn es sind ja keine Arzneimittel. Deswegen brauchen die keinen Beipackzettel, wie Arzneimittel.  

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen  mit anderen Mitteln werden nicht erwähnt. Von den Symptomen, die übermässige Zufuhr verursachen, wird nie gesprochen. 

Da muss sich der Kunde schon selbst informieren. Macht aber keiner. 

Tante Frida hat gesagt, XY hätte der Nachbarin sooo toll gehelfen. Also schnell gekauft und gleich genommen. Unsere Oma z.B., die hat von ihrer Lieblingsfima aus der Fernsehzeitschrift fast das ganze Sortiment im Schrank, seit Jahrzehnten. 

Medikament, Arznei, Ergänzung

Diese Begriffe verwirren Verbraucher. Medikamente unterliegen hohen Kontrollen. Sie dürfen nur in Apotheken verkauft werden. Manche dürfen dort nur mit Rezept eines Arztes  abgegeben werden.

Doch oft haben selbst hochdosierte Präparate keine Zulassung als Apotheken-pflichtige Arzneimittel, sondern gelten als freiverkäufliche Mittel, bzw. Nahrungsergänzungsmittel (NEM). So werden sie in Drogerie- und Supermärkten verkauft und füllen dort ganze Regale. 

Dazu kommen Mittel, die über das Internet, aus dem Ausland gekauft werden. Die entsprechen nicht den hiesigen Vorgaben an Deklaration der Inhaltsstoffe. Längst ist nicht das drin, was versprochen wurde. (Doch das ist ein ganz anderes Thema...)

Kann ja nicht schaden...

lautet die Devise. 

Es wird ja ausserdem im TV und in jeder Zeitschrift beworben und das Blaue vom Himmel versprochen, Schmerzfreiheit, Anit-Aging, Immun-fit - und mit all den Mangelerscheinungen gedroht, wenn diese Präparate nicht genommen werden.  

Als Beispiel dient hier ein Mittel, das "so schön die Nerven stärkt, sogar Nervenerkrankungen vorbeugen und Nervenschäden verringern soll, den Energiestoffwechsel unterstützt, Müdigkeit & Ermüdung verbessert".  Alles Aussagen aus der aus der Werbung, brav nachgeplappert von unserer Oma.

Nach jahrelanger Einnahme landen genau diese Patienten dann beim Hausarzt oder Neurologen, weil sie immer unsicherer auf den Beinen werden, weil die Missempfindungen, das Kribbeln und die Taubheit in den Füßen und Beinen zugenommen haben. 

Die Diagnose lautet korrekt chronische Polyneuropathie. Deren Ursache sind meist Diabetes, übermässiger Alkoholkonsum, Viamin-B12-Mangel. Doch liegt keines davon vor. Was ist bloss die Ursache? Alles nur altersbedingt?

Kaum ein Arzt wird auf Vitamin-B6 als Verursacher kommen. Es wird nicht routinemässig überprüft. Es fehlt auch die Zeit, sich mit jedem Patienten durch den Wust an eingenommenen, freiverkäuflichen Produkten der letzten Jahre bis Jahrzehnte durchzukämpfen.

Und unsere Oma, mit jetzt 94 Jahren als Paradebeispiel, weiss wirklich nicht mehr, was sie alles wie lange eingeworfen hat. Sie bekommt ja kaum die lange Liste der vom Arzt verordneten Mittel zusammen.

Nach Absetzen bessern sich meist die Symptome der Überdosierung, aber nicht nicht immer vollständig. 

Gerade bei diesem Beispiel bleiben oft Nervenschädigungen zurück - und das von einem Mittel, das "sooo gut für die schwachen Nerven" sein sollte!

A-C-E, die vielbeworbenen Vitamine

verbessern die Gewinne der Hersteller enorm. Gerade in Produkten, deren Zielgruppe Kinder sind, ist diese Kombination ein Garant für hohe Verkaufsquoten. 

Sie verbessern das schlechte Gewissen der Käufer enorm, schliesslich futtert man ja was Gesundes mit diesem ungesunden Bonbon, dem süßen Getränk. Immerhin darf mittlerweile für diese Produkte nicht mehr damit geworben werden.

Vitamin C, korrekt Ascorbinsäure (als Laborerzeugnis) wird jedoch weiterhin beworben als "lebensnotwendiges Nahrungsergänzungsmittel zur täglichen Unterstützung des Immunsystems". Jeder weiss ja schliesslich,  dass Vitamin C-Mangel ungesund, gar gefährlich ist, oder?

Massive Überdosierung 

Fakt ist jedoch, dass wir in der BRD im Jahre 2026 definitiv keinen Viatmin-Mangel haben, z.B. an Ascorbinsäure (Vitamin C) wie die alten Seefahrer einst. 

Noch weniger mangelt es an meist gentechnisch hergestellter Ascorbinsäure, die als Konservierungsmittel in der Nahrungsmittelindustrie ohne Höchstmengenbeschränkung zugelassen ist, selbst bei  Bio-Produkten. 

In den letzten Jahrzehnten bekommen wir allein durch Nahrungsmittel so viel Ascorbinsäure zugeführt, dass wir in Gefahr der Überdosierung sind. 

Schauen Sie mal auf die Inhaltsstofflisten beim nächsten Einkauf. Sie werden staunen. Es gibt fast kein Nahrungsmittel mehr, in dem keine Ascorbinsäure (E300) zugegeben ist, als Antioxidanz, als Mehlbehandlungsmittel und Stabilisator. 

Der Lebensmittelchemiker Udo Pollmer weist daraufhin, dass 1 Scheibe Kinderwurst beim  Metzger mehr Ascorbinsäure enthält, als manche Brausetablette aus der Apotheke. 

Überdosierung macht krank

und schadet. 

Das ist in der Medizinforschung nix Neues, denn es wurden schon vor Jahrzehnten Studien (z.B. mit A-C-E) abgebrochen, weil die Patienten unter den Vitamingaben schwer erkrankten. 

Aktuell hier ein link zu einem lesenswerten Artikel des Deutschen Krebsforschungszentrums mit dem Titel: Vitamine und Spurenelemente: (K)ein Plus für die Gesundheit?

Darin werden viele Mythen weiter entzaubert. Statt "natürlich lang leben" mit Vitaminpillen (ein Werbeversprechen) kann sich im Gegenteil die Lebenerwartung drastisch verringen, kann Krebswachstum gefördert werden, entstehen  erst recht Symptome durch Wechsel- und Nebenwirkungen und Überdosierung. 

Doch diese Informationen verbreiten sich kaum. Sie werden nicht mit viel Etat, bunten Bildern und seitenweisen Annoncen in Illustrierten und Apothekenheftchen verbreitet. 

Die Wissenschaftler publizieren in Fachzeitschriften. Sie sind keine Dauergäste in Arztpraxen mit Koffern an Mustern und Broschüren. Sie sind keine Pharmavertreter, die in chicen Urlaubsorten Fortbildungen veranstalten.  

"Vitamin C ist lebensnotwendig und der Bedarf ist höher als bei anderen Vitaminen. Darum muss es regelmäßig von außen zugeführt werden"  als Werbeaussage auf einem Eimer Ascorbinsäure gilt leider nicht als Irreführung der Verbraucher. Denn sie bezieht sich sachlich auf Vitamin C (in natürlicher Form und Zufuhr), wie es im Sauerkraut, im  Apfel, im Grünkohl  reichlich vorhanden ist. 

Nicht jedes Verkaufsargument ist korrekt. Ebenso könnte Alt-Kanzler Helmut Schmidt zur Werbung für Zigarretten eingesetzt werden, weil er als Kettenraucher schliesslich über seiner hochdosierten Einnahme von Ascorbinsäure. 

Das eine ist nicht zwingend die logische Folge des anderen. Schön, dass der Chemiker so alt wurde, trotz seiner hochdosierten Ascorbinsäure-Einnahme. Seinen Nobelpreis hat er übrigens auch  nicht für Forschung im Bereich der Physiologie des Vitamin-Stoffwechsels bekommen.

Der echte Bedarf an Vitalstoffen

lässt sich keineswegs in Empfehlungen zur täglichen Tagesdosis  angeben, auf die sich leider Gesundheitswesen und Ernährungswissenschaft noch immer beziehen. 

Der tatsächliche Bedarf ist individuell und abhängig von vielen Faktoren, dass wir  keine Allgemeinempfehlungen und Laborwerte festlegen können. 

Den echten Bedarf können wir immer über einen gesunden Lebensstil decken, indem wir auf industriell bearbeitete Produkte möglichst verzichten. 

Ernähren wir uns überwiegend von frischem Gemüse der Region und Saison, deren Anbau weitgehend auf Schadstoffe durch Spritzmittel und Überdüngung verzichtet.

Mit abwechslungsreicher Ernährung kann kein Mangel durch zuwenig Zufuhr entstehen. Die Vitalstoffe aus frischem Grünzeug, aus Nüssen, Saaten, Hülsenfrüchten kann unser Organismus auch tatsächlich aufnehmen und verstoffwechseln. Eine Überdosierung ist so nicht möglich. 




 

  

 

 

Winterlicher Vitamin D-Mangel

(aktualisierte Version, Feb. 2026)

Wohin man hört und liest (und das muss noch nicht mal eines der kostenlosen, verkaufsfördernden Industrieblättchen für ältere Patienten sein) sein, leidet mindestens jeder Zweite unter Vitamin-D-Mangel. 
 
Auch Autoimmunerkrankungen und Depressionen sollen auf Vitamin-D-Mangel zurückzuführen sein. Bei vielen Krebsarten soll es angeblich eine Rolle spielen. 

Daher am besten schnell Tabletten nehmen
- ?

Halt!
So einfach ist das nicht! 

Mit der medikamentösen Ergänzung ist es leider nicht getan, weil wir nur eine Vorstufe schlucken können: 
 
Bei diesem Vitamin handelt es sich nämlich eigentlich um ein Hormon. Per Tablette können wir nur eine Vorstufe zuführen. Das eigentliche Hormon muss der Körper selbst bilden. 
 
Für die Bildung des Hormons spielen vor allem genug Vorstufe in Kombination  mit natürlichem Sonnenlicht, Bewegung, aber auch Alter und Gesundheit von Leber und Niere eine entscheidende Rolle. 

Ohne Sonne keine Verwandlung in die aktive Form

Dazu braucht der Organismus natürliches UVB-Licht. Auch hier liegt die Betonung auf natürlich! 
 
Solarium als Ersatz liefert nicht das dafür benötigte Vollspektrum. Die Wirkung des Sonnenlichts auf den Menschen lässt sich auch nicht nur auf die Vitamin-D-Bildung reduzieren. Ebenso ist die innere Regulation im Körper stark sonnenlichtabhängig, nicht nur von Hormonen. 
 
Übrigens, auch der Schlaf-Wach-Rhythmus, der ebenfalls für das Immunsystem, aber auch für das Lernen und die Konzentration von großer Bedeutung ist, wird durch die Aufnahme von Sonnenlicht durch das Auge angeregt. 

Am meisten gefährdet von einem Mangel sind  daher all diejenigen, die sich generell zuwenig im Freien aufhalten, z.B. gehbehinderte Patienten in Kliniken; Menschen, die nur Nachtschichten arbeiten oder auch stubenhockende  Computer-Kids/Nerds.

Die Sonnenintensität und -dauer im Winter ist aber schwach, und wir mögen jetzt auch nicht gern mit freiem Oberkörper im Garten sitzen, brrrr... 
 
- haben wir also alle einen behandlungsbedürftigen Mangel im Winter?

Definition eines Mangels

Die Laborwerte beziehen sich auf einen jahreszeitlich konstanten, künstlich definierten Idealwert. Aber selbst bei gesunden, gut versorgten Menschen schwankt der Wert im Lauf der Jahreszeiten.  
 
Normal und "gesund" ist sogar, zum Ende des Winters um Februar die niedrigste Werte zu haben. Darauf ist unser Körper auch eingerichtet, denn er speichert sich die Vorstufe in den Sonnenmonaten für den Winter. Deswegen haben wir nicht alle gleich Mangel im Winter und schon gar nicht gleich Mangelerscheinungen. 
 
Wie hätten sonst Menschen seit Jahrtausenden Regionen besiedeln können, die noch höher im Norden liegen als hier? Vor der Zeit der industriellen Pillen-Produktion müssten dann ja alle Skandinavier schwere Osteoporose gehabt haben. 
 
Es ist nämlich nicht möglich, genaue Aussagen über den tatsächlichen Bedarf zu machen. Noch weniger über einen Bedarf, der pauschal für alle, am besten als einfach zu bestimmender Laborwert!

Der echte Bedarf ist zusätzlich von vielen Faktoren abhängig, z.B. von der Qualität der Ernährung, dem Alter, Geschlecht, Vorerkrankungen.  
 
Normwerte eignen sich also nur zur groben Orientierung. Schon gar nicht muss jeder, der etwas unter dem rein hypothetischen Normwert liegt, gleich Tabletten nehmen. 

Richtig ist vielmehr, dass die meisten Menschen, die über einen ausreichend hohen Vitamin-D-Spiegel verfügen, zumeist auch einen wesentlich gesünderen Lebenrhythmus  und Lebensstil haben mit ausreichend Bewegung an frischer Luft und ausgewogener Ernährung.

Viel wichtiger ist also, den erniedrigten Laborwert als Anregung zu nehmen, seine Gewohnheiten zu ändern und öfters raus in die Sonne zu gehen, sowie seine Ernährungsgewohnheiten zu überdenken. 

Mangel-Ernährung? 

Denn alle vom Körper benötigten Vitamine, Mineralien und Vorstufen nehmen wir am effektivsten über frisches Gemüse auf. Bei allen Diskussionen um die Qualität von bio- oder konventionellem Anbau, und ob das Gemüse noch dieselbe Menge an Vitalstoffe enthält wie früher...
 
- die meisten Menschen essen schlicht zuwenig frisches Gemüse der Saison und Region!

Frisches, regionales Gemüse ist im Winter hierzulande sicherlich nicht sehr abwechslungsreich. Aber gerade die typischen Wintergemüse wie Kohl, Grünkohl und Sauerkraut enthalten sogar Vitamin-D-Vorstufe. 
 
Ansonsten ist Vitamin-D-Vorstufe auch in Eigelb, Butter und Milchprodukten enthalten, die es bei uns das ganze Jahr gibt. Sie sollten allerdings nicht im Übermass verzehrt werden, schon gar nicht aus Angst vor Vitamin-D-Mangel. 

Zusammen mit den  empfohlenen drei Gemüse-basierten Mahlzeiten pro Tag, bekommt der Körper genug davon, und zwar gemeinsam mit allen anderen Vitalstoffen. 
 
So ist z.B. Calcium zur Verstoffwechslung von Vitamin-D-Hormon und für die Knochenbildung genauso wichtig. Und auch das nehmen wir besser über Gemüse als über Milch oder Vitamintabletten  auf.

Behandlung durch Vitamin-D-Zufuhr

Die Einnahme von Vitamin-D-Hormon sollte nur in Absprache mit einem erfahrenem Arzt/Heilpraktiker erfolgen. Es gibt (wenige) medizinische Ausnahmen, die eine Zufuhr an Vorstufe sinnvoll machen. 
 
Dabei sollten immer die Laborwerte, unter Umständen auch aus dem Urin, kontrolliert werden. Denn bei der Medikamentation kann es trotz labortechnisch scheinbarem Mangel an gebildetem "Vitamin"-D-Hormon zugleich leicht zu einer Überdosierung kommen. 
 
Deswegen ist die hochdosierte Zufuhr gar nicht so unproblematisch,
wie sie leider propagiert und praktiziert wird.
 
 

Meist unsinnige Vitamin-D-Tabletten 

Ohne Sonnenlicht funktioniert die Aufnahme des Wirkstoffes aus den Tabletten jedoch immer noch nicht. Zur Verordnung des Medikamentes gehört also unbedingt die Empfehlung, täglich nach draussen zu gehen, am besten zur Mittagszeit
 
Früher gab es in Sanatorien das verordnete Mittagsschläfchen an der frischen Luft, zu dem die Patienten schön warm eingekuschelt wurden. 
 
Wie wäre es, wenn Sie Ihren Liegestuhl in der Mittagspause bei Sonnenschein nutzen, zusammen mit einer dicken Decke und der Wärmflasche?

Und was ist mit Sonne und dem Hautkrebs-Risiko?

Bei maßvoller Sonnenexposition überwiegt die schützende Funktion von Vitamin-D-Hormon in der Haut die krebserregende Effekte des Sonnenlichts. 15-30 Minuten täglich reichen dafür übrigens bereits schon. (Ein Sonnenbrand sollte in jedem Fall vermieden werden!)

Zusammenhang mit dem Osteoporose-Risiko

Noch effektiver ist ein täglicher Spaziergang, am besten nach dem Mittagspäuschen. 
 
Denn das Vitamin-D-Hormon spielt auch eine Rolle im Knochenstoffwechsel. Aber selbst bei Osteoporose sind die Medikamente weit weniger wichtig, als regel- und mässige Bewegung an der frischen Luft. 

Und genau daran hapert es meist auch bei der Haupt-Risikogruppe für Osteoporose, den  Senioren: 
zuwenig Bewegung, 
zuwenig frische Luft 
und zu einseitiger Ernährung.

28. Dezember 2025

QiGong Frühjahr 2026

 

Alle QiGong-Kurse 
starten wieder in der 3. Woche, 
ab Dienstag, dem 13. Januar.

Jeder Kurs geht über 10 Termine 
bis Mitte/Ende März.

 

3. Dezember 2025

Ol.bas., Oleum basileum

 

Über die Rezeptur

Oleum basileum, so der lateinische Name, ist ein Arzneimittel mit langer Tradition. Der Mythos der fernöstliche Herkunft der Rezeptur gilt historisch als nicht gesichert. 

Der Legende nach soll der Entdecker Marco Polo ein geheimnisvolles Destillat als Geschenk vom Enkel Dschingis Khans aus Asien 1292 mit nach Venedig gebracht haben. Das wiederum ist gar nicht so unwahrscheinlich.

In der chinesischen Medizin des 16. Jhdt. sind aromatische Essenzen aus Destillation bekannt, z.B. der Pfefferminze, Sternanis, Zimt. Auch Zitrusschalenextrakte, v.a. der Bergamotte, sind bis heute in China hochgeschätzt als Allheilmittel, Magenbitter und bei Husten. 

Die Chinesische Medizin kennt eine Vielzahl ähnlicher Rezepturen, z.B. das bekannte Raubtier-Balsam, das leider meist auf Basis minderwertiger, synthetischer Substanzen produziert wird.

Den Namen Oleum Basileum verdankt das Rezept einem Baseler Apotheker, der die Rezeptur zwei Jahrhunderte später analysiert und ein solches Destillat namens "Ol.bas." hergestellt hat. 

Mit dem Aufkommen chemischer Arzneimittel versank es fast in Vergessenheit, bis 1932 der Schweizer Apotheker Schoenenberger das Rezept aufgenommen hat. 

Bis Ende der 1970er-Jahre wurde die Mischung Olbas®, Fa. Walther Schoenenberger, aus den traditionell uberlieferten ätherischen Ölen durch Mischen und anschließender Destillation gewonnen.

Die Rezeptur wurde erst in den vergangenen Jahren geändert und vereinfacht. Es ist schade, dass einige wertvolle Bestandteile aufgrund von rechtlichen Zulassungsverfahren weggefallen sind.  

Das passiert seit Jahren mit vielen bewährten Naturheilmitteln. Viele verschwinden sogar vom Markt. Gerade Mittel, deren Herstellungsaufwand hoch ist, aber die die Gewinnmargen niedrig, rentieren sich oft nicht mehr. 

Durchaus im Sinne der Pharmalobby sind die Zulassungsbedingungen nur noch für große Pharmakonzerne zu erbringen. 

Vorsicht Verwechslungsgefahr!

In der asiatischen Medizin ist als Arzneipflanze ebenfalls die Ackerminze bekannt (M. arvensis). Sie ist deutlich höher in Ertrag und billiger in der Herstellung. Doch wirkt die Ackerminze ungleich aggressiver. 

Deren scharf-durchdringendes Destillat wird hierzulande meist als hochkonzentriertes japanisches Minzöl verkauft. 

Deren Anwendung kann sogar zu gefährlichen Nebenwirkungen führen, wie Luftnot und Kreislaufkollaps. Damit ist dieses ätherische Öl ohnehin schon erkrankte Atemwege erst recht tabu, ebenso für Schwangere, Säuglinge und Kinder!  

Olbas®-Tropfen sind ein prima Hausmittel

und zum Glück bis heute in Apotheke, Drogerie und Bioladen frei verkäuflich. Das von Schoenenberger vertriebene Olbas® wird ausschließlich mit dem wesentlich milderen Pfefferminz-Destillat (M. piperita) hergestellt.

Der Arbeitskreis um Professor J. Reichling am Institut fur Pharmazie und molekulare Biotechnologie der Universität Heidelberg hat sich in einigen Studien mit der Wirkung der Rezeptur im Vergleich zu den Einzeldestillaten beschäftigt. 

Es zeigte sich sehr klar, dass die Wirkung und Anwendungsgebiete der traditionelle Rezeptur das Vertrauen verdient. Es galt also nicht umsonst schon lange Zeit als wahres Wundermittel gegen allerlei Gebrechen.

Die positiven Ergebnisse bestätigen den Einsatz von ätherischen Ölen in der Therapie bei Haut- und Wundinfektionen sowie bei Erkältungskrankheiten. 

Bakterien, Pilze und Viren reagieren äußerst sensibel auf ätherische Öle. Die antimikrobielle Wirkung bestätigte sich gegen alle Testkeime. Diese verursachen viele Wundinfektionen, auch als Folge-Infekte bei Praxis- und Klinikeingriffen und sind immer öfters multiresistent gegen verschiedene Antibiotika. 

In Olbas wirken vor allem die drei ätherischen Destillate von Pfefferminze, Cajeput- und Eukalyptus:

Pfefferminze:  

Die europäische Minze ist fast schon ein Allheilmittel an sich. Ihre stark entkrampfende Wirkung wirkt sowohl bei Verdauungsbeschwerden, als auch bei Kopfschmerzen. 

Nachweislich ist sie sogar ebenso effektiv 
wie Paracetamol, 
allerdings ohne dessen Nebenwirkungen! 

Pfefferminze beruhigt und desinfiziert die Atemwege. Sie hemmt das Wachstum von Bakterien und wirkt entzündungshemmend und schmerzstillend. 

Cajeput:

wirkt krampflösend, durchblutungsfördernd und ist stark antiseptisch.

Eukalyptus:

hat eine antimikrobielle und Auswurf-fördernde Wirkung. Er regt die Durchblutung an und wird unter anderem bei Muskelschmerz empfohlen.

Anwendung bei Atemwegs-Infekten

  • Zur trockenen Inhalation:
    1 Tropfen auf ein sauberes Taschentuch träufeln und einatmen.

  • Als feuchte Inhalation:
    1-3 Tropfen Olbas® Oel 
    in eine Schüssel heißes Wasser geben 
    und die heißen Dämpfe inhalieren
    (Vorsicht, Verbrühungsgefahr!). 
    Sobald sich das Öl verflüchtigt hat, 
    nochmals 1-2 Tropfen dem Wasser zugeben. 
    Max. 10 Minuten inhalieren.
    Danach in der Wärme bleiben.

  • Zur Einreibung auf Hals und Brust:
    Bis zu 5 mal täglich 
    1 Teelöffel Olivenöl mit 1-3 Tropfen Olbas® 
    einreiben und warm zudecken.

Rotzlöffel-Nasenpflege-Öl

Leider ist das wunderbare Nasenöl der Fa. Weleda als Arzneimittel nicht mehr im Handel. Doch wir können uns selbst eine ähnlich Mischung zubereiten. Sie pflegt wundgeputzte Schnupfennasen gleichermassen wie trockene, borkige Nasenschleimhäute. 

Nach Nasenspülungen pflegt es ebenso, wie vorbeugend in der Erkältungszeit. Auf Flugreisen schützt es sowohl vor der trockenen Kabinenluft, wie vor den an Bord zirkulierenden Erregern. 

Wir verwenden als Basis Sesamöl, das zuvor gereift wird. D.h. ca. 15 Minuten vorsichtig erwärmen. Es soll heiß werden, darf aber nicht kochen. 

Auf ein 10ml-Fläschchen mit ölfester Pipetten-Einsatz geben wir 1-3 Olbas-Tropfen und füllen mit dem abgekühlten Sesamöl auf.

Herpes Simplex, Herpes Zoster

Zur Behandlung von Lippenherpes werden neben Virostatika auch erfolgreich pflanzliche Mittel wie Extrakte aus der Melisse und ätherische Öle eingesetzt. 

Das Ergebnis zeigt, dass die Viren vor allem während der Bläschenbildung sehr intensiv auf die ätherischen Öle reagieren. Die Bläschen füllen sich so lange mit virushaltiger Flüssigkeit, bis sie aufplatzen und eine Masse an neu gebildete Viren freisetzen. 

Diese Phase ist durch eine hohe Ansteckungsgefahr gekennzeichnet. Durch Verschmieren der Flüssigkeit kommt es häufig zum Ausweiten der Infektion auf umliegende Gewebe, z.B. die Augen.

Die Wirkung von Olbas®Oel zeigte eine bis zu 30-fache Wirkung gegenuber den Einzelölen. Hierbei wurde allerdings nur gegen Einzelöle aus der Rezeptur getestet.  Das ätherische Destillat der Melisse fehlte bei dieser Studie, obwohl es das effektivste Mittel der Aromatherapie bei Herpes labialis ist. (Die Kombination wirkt durch synergistische Effekte zusätzlich um Einiges intensiver, z.B. durch Zugabe von Melissendestillat.)

Wundheilung

Zur Förderung der Wundheilung haben sich ätherische-Öl-Zubereitungen vielfach in Fallstudien und Praxisberichten bewährt, sowohl zur Vermeidung von Wundinfektionen, als auch zur Behandlung, gerade auch mit Antibiotika-resistenten Keimen.

In einer klinischen Studie wurde bei oberflächlichen Wunden Olbas®Oel sogar unverdünnt auf die Wundfläache und auf die Innenseite des Wundverbandes gegeben, bzw. bei tiefen Wunden auf 1:20 verdünnt eingebracht.

Das positive Gesamtergebnis ist nicht zuletzt auf das breite antimikrobielle Wirkungsspektrum der ätherischen Öle zuruckzuführen. 

Entgegen der gängigen Meinung, dass ätherische Öle bei Kontakt mit Wunden Schmerzempfindungen auslösen, ist das in der Praxis nicht zu beobachten. Die Anwendung von Präparaten aus ätherischen Olen wird meist als lindernd und angenehm empfunden. 

Mehrmals täglich wurde 1 Tropfen Olbas®Oel jeweils mit einem frischen (!) Wattestäbchen aufgetupft. Zusätzlich wurden 3-mal täglich 3 Tropfen in etwas lauwarmem Wasser eingenommen.

Anwendung bei Schmerzen

In diversen Studien hat sich die Anwendung ätherischer Öle gegenüber der Gabe eines gängigen Schmerzmittels nach 2-4 Stunden als gleichberechtigt erwiesen. In den Studien kam es zu keinen unerwünschten Nebenwirkungen. (Verständlicherweise haben die Pharmakonzerne kaum Interesse daran, dass dies breit publiziert wird.)

Beim Auftragen auf die Stirn und/oder Schläfen genügend Abstand zu den Augen einhalten. (Die Anwendung für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren war in den Studien nicht vorgesehen.) 

  • Bei Kopfschmerzen 2-3 Tropfen direkt einmassieren.
    Bis zu 3x täglich nach Bedarf.

  • Bei Muskelschmerzen 5-10 Tropfen pur 
    auf das schmerzhafte Areal einreiben.
    Bis zu 3x täglich nach Bedarf.

  • Alternativ auf ein feuchtes Tuch träufeln 
    und die schmerzhafte Region damit abtupfen, 
    bzw. als Kompresse auflegen.
    (ab dem Schulalter mit max. 3 Tropfen)

 

 

 

Hausmittel bei Erkältungs-/grippalen Infekten

 

(Erkältung Teil II von III) 

Heisswasser-Trinkkur

2-3 Liter Wasser pro Tag aufkochen und in eine Thermoskanne füllen. (Falls zuvor Kaffee in der Kanne war, vorher mit kochendem Wasser und Geschirrspülmittel gründlich säubern!)

So warm wie möglich, über den Tag verteilt in kleinen Schlucken  trinken. Die Wassertrinkkur kann solange wiederholt werden, bis die Kältesymptome vorbei sind.

Das heisse Wasser bringt Wärme und Energie in den Bauch, befeuchtet die Schleimhäute, verflüssigt den Schleim, auch den im Kopf. Es spült ihn runter zur Blase, die scheidet ihn dann aus. 

Der einzige Nachteil: Wir brauchen eine Toilette in der Nähe und werden im Laufe des Tages recht viel dorthin wandern. 

Zusätzlich können pro Tag auch 2-3 Tassen Erkältungstee getrunken werden. Alkohol und Milchprodukte sollten gemieden werden. 

Bettruhe und Bettwärme 

sind nur durch eines zu ersetzen: 
Bettruhe! 

Auf dem Sofa rumlungern ist keine Alternative. Der Körper und das Nervensystem brauchen Ruhe und Erholung. Daher den TV ausgeschaltet lassen. Viel Schlafen, träumen, ein bisschen lesen und Musikhören.

Wärme

Die Füsse müssen warm sein. 
Dicke Socken, am besten aus Wolle,
 
Wärmflasche und Fussbad sorgen dafür. 

Durchwärmende Bäder, Dusche 

Schon ein Fussbad, erst recht ein ansteigendes Fussbad, kann wahre Wunder bewirken. Das darf auch bei Fieber, bei Herzerkrankungen und bei schlappem Kreislauf gemacht werden. 

Auch eine heisse Dusche tut bei Infekten gut und bringt morgens sanft den Kreislauf in Schwung. Dabei wird vor allem der Nackenwirbel am Übergang zur Brustwirbelsäule so heiss, wie gut erträglich, durchwärmt. 

Wer einen stabilen Kreislauf, kein Fieber und keine Vorerkrankungen (z.B. Herzschwäche) hat, darf auch für ein Vollbad in die Badewanne.

Ein Erkältungsduft-Zusatz steigert die Wirkung, z.B. Dr. Hauschka, Wind und Wetter BadFür ein Fussbad reicht ca. 0.5 Teelöffel, für ein Vollbad 1-2 Esslöffel nach dem Einlaufen.

Die darin enthaltenen ätherischen Öle werden durch die Wärme deutlich intensiver über die Haut in den Blutkreislauf aufgenommen. Sie steigen auch als Dampf auf und werden eingeatmet.  

Für Kleinkinder ist ein solches Bad eine sichere Alternative zur Inhalation, wenn der Badezusatz gering dosiert bleibt. 

Dabei werden ätherischen Öle niemals pur eingesetzt. Ein Erkältungsduft-Konzentrat aus puren ätherischen Ölen, z.B. Olbas-Tropfen, wird immer verdünnt bei Hautkontakt angewendet. 

  • für Kinder 1-2 Tropfen 
    auf 1 Esslöffel Olivenöl oder pures Salz geben
  • für Erwachsene dürfen es auch 2-3 Tropfen sein

Einreibungen

Mit einem hochwertigen Erkältungsduft-Balsam wird mehrmals täglich Brust und Rücken eingerieben:

oder ein gebrauchsfertiges, sanftes Balsam nehmen, z.B.

Tip: nach der Dusche in die feuchte, durchwärmte Haut einmassieren!

Keine minderwertigen, synthetischen Salben (z.B. WickVaporub) oder aggressiv-reizenden "japan. Minzöle" verwenden. Generell werden ätherische Öle niemals unverdünnt in Hautkontakt gebracht!

Erkältungs-Tee

Thymian, Ingwer und Kurkuma sind hochwirksam gegen Bakterien und Viren, sogar effektiver als Antibiotika bei weniger Nebenwirkungen. Daher sollten  wir gerade bei einem Infekt diese reichlich zum Würzen verwenden. 

Ob frisch oder getrocknet, diese sollten immer in der Küche vorhanden sein. Ingwer sollte nicht mehr ab dem Nachmittag als Tee eingesetzt werden, weil er sehr anregend wirkt.

Pro Tasse Tee, 2-3x tgl. einzeln oder zusammen

  • 1 Eßlöffel Thymiankraut
  • 2-5 Scheiben frischer Ingwer, Kurkuma 

zugedeckt ca. 10 Min. ziehen lassen.  

Selbstverständlich können auch andere Erkältungstees getrunken werden. Holunder- und Lindenblüten sorgen ebenfalls für Durchwärmung. Anis und Fenchel unterstützen den Thymian bei "produktiven" Husten, wenn Schleim abgehustet werden muss.

Bei Halsschmerzen wird mit lauwarmem Salbeisud gespült und gegurgelt. 1 gut gehäufter Esslöffel Salbei mit 1 Tasse kochendem Wasser übergiessen und 20-30 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Salbeitee kann auch getrunken werden, vor allem, wenn sich die anfängliche  Kälte in (fiebrige) Hitze gewandelt hat.

Inhalieren bei Husten und Schnupfen 

Bei Schnupfen und Husten kann 1-3x pro Tag inhaliert werden. Das geht am effektivsten über einer Schüssel mit heissem Wasser. Dazu gibt man ca. 1 Liter hinein, beugt sich darüber und bedeckt den Kopf samt der Schüssel mit einem grossen Badetuch. 

Den heissen Dampf (vorsichtig!) tief einatmen. Die feuchte Wärme öffnet alle Poren und weitet die Bronchien. So kann der Schleim schön abfliessen und der Kopfdruck wird erleichtert.

Wer mag intensiviert das Dampfbad mit einem hochwertigen Erkältungsduft, wahlweise mit:

  • Thymiankraut, 1-2 Teebeutel bzw. 2 Esslöffel Kraut
  • Gebrauchsfertiger Erkältungsbalsam, 
    ein Haselnuss-großer Klecks reicht
     
  • 1-2 Tropfen hochkonzentrierter, ätherischer Öle, z.B. Olbas-Tropfen
    (Bei Bedarf lieber nach einigen Minuten nochmal 1 Tropfen zugeben!) 

Sparen Sie sich die Inhalationsgeräte. Sie sind längst nicht so wirkungsvoll , wie beworben, und müssen aufwendiger gereinigt werden. Selbst ein Schulkind kann unter dem Handtuch inhalieren, wobei sicherheitshalber das Wasser so temperiert wird, dass es mit der Hand noch aushaltbar ist. 

Hühnersuppe 

ist das wichtigste Heilmittel in der Chinesischen Medizin bei Erkältung. Sie wärmt und stärkt von innen. Perfekt, wenn jemand uns bekochen kann.  Ansonsten ist das einfach gemacht: 

  • 1 Suppenhuhn 
  • mit reichlich geputzem, grob zerkleinertem 
    Suppengemüse der Saison 
    (z.B. Lauch, Möhre, Sellerie, Wirsing, Pilze, Pastinake, Petersilienwurzel), 
  • Gewürze wie Lorbeer, Wacholder, Piment, Pfeffer, reichlich Ingwer- und Kurkumaknolle 

wird in einem grossen Topf über 3-4 Stunden gekocht. Wer mag, pult nach 1-2 Stunden das gute Brustfleisch vom Knochen und legt es für später beiseite. Je länger gekocht, desto intensiver wird die Brühe. 

Am Ende der Kochzeit alles durch ein Sieb giessen. 
Nicht entfetten.

Verwendet wird nur die klare Brühe, die heiss in Einmachgläser gefüllt wird (vorher mit kochendem Wasser ausspülen!). So hält sie sich im Kühlschrank für ein paar Tage.

Wir kochen jede Portion nochmal kurz auf. Dabei darf mit frischem, gut geputzten, zerkleinerten Gemüse, glatter Petersilie verfeinert, sowie das gerettete Brustfleisch zugegeben. Auch eine Portion Reis kann in der Brühe gar gekocht werden.

Wadenwickel bei Fieber

Die Füße müssen vor dem Wickel warm sein!

Saft einer Zitrone 
in eine Schüssel mit warmem Wasser geben
(etwa 2 Grad unter der momentanen Körpertemperatur)

2 Baumwoll-Geschirrhandtücher eintauchen, 
auswringen dass sie nicht mehr tropfen, und 
 je ein Tuch um jede Wade wickeln,
vom Knöchel bis hoch zum Knie. 

Darüber jedes Bein in ein trockenes Handtuch einwickeln. 
Etwa 10 Minuten wirken lassen. 

Bei Bedarf kann das noch zweimal mit einer halben Stunde Abstand wiederholt werden.


Alle Jahre wieder...

 

(Erkältung Teil I von III)

kommt nicht nur die Adventszeit, sondern vor allem die Infektionszeit. Nicht nur Rudolf, das Rentier, hat dann eine typische, knallrote Schnupfennase, der Hals ist wund, der Husten grollt. 

Erkältung, grippaler Infekt oder Grippe, diese drei sollten wir unterscheiden. Welcher Erreger dann exakt dahinter steckt, ist in der Praxis irrelevant. Tests können wir uns sparen, wie brauchen nur etwas genauer beobachten.

Banale Erkältung

Kommt 3 Tage, bleibt 3 Tage, geht 3 Tage 

sagt der Volksmund zu Recht. Nachdem wir zuviel Kälte/Nässe abbekommen haben, kommt ein frösteliges Unwohlsein auf, das allmählich zunimmt. Die Nase geht zu, Stimme, Stimmung und Hals werden rauh.  

Die Beschwerden sind aushaltbar, eher lästig. Damit es so banal bleibt, gönnen wir uns Ruhe und Zeit. Der Körper kann mit etwas Unterstützung sehr gut selbst damit fertig werden:

  • Heißwasser-Trinkkur, das wichtigste Heilmittel
    (mehr Info dazu hier)
  • Keine unnötige Anstrengung. 
    Ein kurzer Spaziergang zum Durchatmen 
    tut dem Körper jedoch gut.  
  • Danach ab ins Bett, ausschlafen!
    Bettruhe und Bettwärme
    sind nur durch eines zu ersetzen: 
  • Bettruhe! 
    Auf dem Sofa rumlungern ist keine Alternative. Der Körper und das Nervensystem brauchen Ruhe und Erholung. Daher Handy/TV mal ausschalten. Viel Schlafen, träumen, ein bisschen lesen und Musikhören. 
  • Wärme ist das Wundermittel 
  • Die Füsse müssen warm sein oder werden. Wärmflasche, Fussbad und dicke Socken sorgen dafür. 
  • Wer einen stabilen Kreislauf und kein Fieber hat, darf auch in die Badewanne (mehr Info hier

Mein Tip: 
Dr. Hauschka, 
Wind und Wetter Bad

wärmendes Fichtennadel Badeöl, 
durchwärmt lang anhaltend, 
lässt frei durchatmen, 
entspannt und kräftigt die Abwehr.

 

Ein Antibiotikum und Schmerzmittel sind noch lange nicht nötig und sogar kontraproduktiv. Das Immunsystem braucht etwas Ruhe und ist beschäftigt. 

Je nach Bedarf können wir zusätzlich die Symptome mit sanften Hausmitteln lindern (siehe hier). Dann sind wir nach wenigen Tagen Schonzeit auch wieder fit.

Ignorieren wir die leichte Erkältung und (über-)belasten den Körper weiter, dann kann sie verschleppt werden und sich chronifizieren.

Virus-Infekte

Plötzlich, schnell und heftig

kommt die Virus-Infektion wie angeflogen. Innerhalb von einer Stunde oder über Nacht erwischt es uns. Wir fühlen uns krank, zerschlagen, haben manchmal erhöhte Temperatur oder Fieber.

Hier gilt:
Krankmelden und konsequent ab ins Bett 
- statt alle anderen anzustecken!

Welcher Virus uns erwischt hat, ob Grippe, Corona, Schnupfen- und Atemwegs-Viren, es spielt keine Rolle. Sparen wir uns unsinnige Testerei. Typische virale Infektionen sind auch die Kinderkrankheiten Röteln, Masern, Mumps und Pfeiffersches Drüsenfieber, die bei Erwachsenen oft heftig verlaufen. Auch viele Magen-Darm-Infekte sind durch Viren verursacht. 

Wichtig: 
Antibiotika wirken nicht gegen Viren!
 
 

Sogar im Gegenteil, Antibiotika schwächen die Infektabwehr noch mehr. Vielmehr gilt, das Immunsystem zu unterstützen. Jeder Virus erzeugt Toxine, die unseren Stoffwechsel und die Ausscheidungsorgane überschwemmen. Wir spüren das durch diese elenden Kopf- und Gliederschmerzen. 

Mein Tip:
Fa. Ceres
Echinacea-Erkältungs-Komplex

entlastet und leitet Virus-Toxine aus,
schützt und stärkt das Abwehrsystem,
durchwärmt, (mehr Info 
hier)
3x tgl. 3 Tropfen

 

Die Heißwasser-Trinkkur ist hier sogar noch wichtiger, damit verlorene Flüssigkeit ersetzt wird, die durch Fiebern, Schwitzen und Symptome verloren geht. Das gilt erst recht bei Magen-Darm-Infekten, wenn viel Flüssigkeit durch Erbrechen und Durchfall verloren wird. 

Die heftigen Symptome lindern wir am besten von Anfang an, siehe Folgeartikel. Schmerzmittel sind keine geeigneten Mittel. Wir unterdrücken weder das Unwohlsein noch Symptome, denn sie haben ihren Sinn. 

Husten kann sehr unangenehm werden, aber er sorgt dafür, dass der Schleim aus den Atemwegen entfernt wird. Sinnvoll ist das sanfte Abhusten fördern, durch reichlich Trinken, Inhalieren, Einreiben. Den Brustkorb hochlagern lässt uns die schlimmsten Nächte zu überstehen.

Unterdrücken wir den Husten medikamentös, sammelt sich der Schleim in den Bronchien. Das belastet nicht nur die Atmung und die Sauerstoffversorgung, sondern bildet die perfekte Brutstätte für Bakterien. Dann kann z.B. aus der Bronchitis eine Lungenentzündung werden.

Erhöhte Temperatur ist ein wichtiges Selbstheilungsmittel des Körpers. Untersuchungen haben gezeigt, dass sich Viren bei höheren Temperaturen deutlich langsamer vermehren und Fieber somit eine positive Rolle bei der Abwehr von Viruserkrankungen spielen kann. Umgekehrt kann die Unterdrückung des Fiebers zu einem ungünstigeren Krankheitsverlauf führen.  

Nur, wenn die Temperatur stabil um 39°C liegt, und trotz Bettruhe eine starke Erschöpfung entsteht, können wir Fieber behutsam senken durch kühle Wadenwickel. Vor allem zur Nacht lässt das besser schlafen.

Bakterielle Atemwegs-Infekte 

Bakterielle Atemwegs-Infekte bei Erwachsenen entstehen meist, wenn das Immunsystem geschwächt ist, oft durch Stress, Reisen, nach Klinikaufenthalten, im Alters-/Pflegeheim. Keuchhusten und Hirnhautentzündung sind zwei üble bakterielle Erkrankungen, die in diese Kategorie fallen. 

Meist überlagern bakterielle Infektionen eine bestehende Grunderkrankung, z.B. eine verschleppte, nicht ernst genommene Erkältung/Virus-Infektion. Typisch sind diese sekundären Infekte als Lungenentzündung, Rachen-Angina (auch hier wird oft zunächst der leichte Infekt mit Halsweh verschleppt) oder Herzentzündung

Manchmal entstehen sie als Folgeerkrankung nach Verletzung und Operation, wenn z.B. nach Zahnbehandlungen Bakterien über das Blut bis ins Herz geschwemmt wurden. Daher ist eine konsequente Wundversorgung und Hygiene sehr wichtig. Hier kann sogar eine vorbeugende Antibiotika-Verschreibung Sinn machen, die dann auch wie verschrieben, genommen werden sollte.

Achtung:

kommt es zu einer schnellen und drastischen Verschlechterung des Allgemeinzustandes, muss der Hausarzt, bzw. der ärzliche Notdienst (rund um die Uhr, Telefon 116117) gerufen werden, sobald folgende Alarmzeichen auftreten:

  • stark ansteigendes Fieber, das nicht bei 39°C stabil wird; 
  • Nackensteifigkeit, ungewöhnliche Kreuz-, Bein, Po-Schmerzen
  • Migräne-Zeichen wie Reiz-Überempfindlichkeit, Übelkeit;
  • Krämpfe, Bewußtseinstörung, Verwirrung

Dann braucht es tatsächlich eine hoch dosierte, gezielte Antibiotikum-Therapie, manchmal sogar einen Klinikaufenthalt. 

Für jede Antibiose gilt:

  • wenn nötig, dann konsequent 
  • hoch genug dosiert  
  • wie verordnet zu Ende nehmen
  • vor allem mit Ruhe und Schonung!

Auf keinen Fall sollte sie halbherzig begonnen, und dann vorzeitig abgebrochen werden. Das erzeugt resistente Erreger, die im Notfall nicht mehr mit diesem Antibiotikum behandelt werden können. Das gilt erst recht für die übliche Devise "nebenbei einwerfen und weiterstressen wie bisher". 

Nicht jeder bakterielle Infekt 
braucht (sofort) eine Antibiose 

Denn jedes Antibiotikum traktiert alle Bakterien auf allen Geweben und schwächt den gesamten Körper. Die Symptome werden nicht direkt gelindert.

Solange keine Komplikationen auftreten, kann über 2-3 Tage achtsam mit Hausapotheken-Mitteln behandelt werden. Voraussetzung ist, dass keine Symptome unterdrückt werden. Schmerzmittel (wie Paracetamol) maskieren den wahren Zustand.  

Sinnvoll ist, zunächst das Immunsystem stärken und die betroffenen Bereiche konsequent und intensiv zu behandeln, z.B. durch inhalieren, gurgeln, spülen, etc.  

Mein Tip:
Fa. Repha
Angocin Anti-Infekt N

zur Infektabwehr
antibakteriell (auch auf bakterielle Biofilme), 
antiviral und antientzündlich,
reduziert Schleimbildung,
(mehr Info 
hier)
lindert Husten, Brust-, Kopfschmerz
3-5x tgl. 5 Tabletten

 

Sollte sich nach 2-3 Tagen keine deutliche Besserung zeigen oder gar eine Verschlechterung, ist die Grenze der Selbstbehandlung erreicht.