Jahr für Jahr kommt der Sommer, mehr oder weniger deutlich spürbar ab Mitte Mai. Doch kein Sommer gleicht dem vorigen, jeder hat seine eigenen Nuancen.
In diesem Feuer-Jahr neigt alles, auch das Klima, zu hitzigem, dynamischem Exzeß:
| (Photo von Arkadius Neumann, Pixelio) |
Sommer
Die drei Sommermonate Mai, Juni und Juli werden durch die Energie des Feuers belebt. Sie stehen in Zusammenhang mit Wachstum, Blüte und Reifen. Das Herz-Qi ist erfüllt von Feuerenergie, die uns aktiv sein lässt, uns nach draussen treibt, Kontakt und Kommunikation erleichtert.
Feuer ist das Symbol für Yang schlechthin, für den Sommer. Noch mehr gilt das im Jahr 2026, wenn sich in das yangigen Feuerjahr mit dem feurige Pferd als Symbol der Dynamik verbunden hat.
Solche Feuerjahre bringen heftige Impulse, Umbrüche, schaffen Raum für Neues. Und wir sehen überall Hitzigkeit, Heftigkeit, plötzliche Hyperaktion. Besonders in diesem Sommer sollten wir uns die folgenden Verhaltenstips zu Herzen nehmen:
Zugluft erzeugt "Wind in den Leitbahnen"
Der
Kopf ist der Treffpunkt aller Yang-Leitbahnen. Deshalb sollte er vor
allem vor Windeinfluss gut geschützt werden. Im Schlafzimmer sollten wir
Zugluft über dem Bett, v.a. am Kopfende vermeiden, um gesund zu
bleiben. Meiden wir vor allem den eiskalten Wind, den Klimaanlagen in
den Raum oder sogar auf den Körper pusten, gerade im Auto oder am Arbeitsplatz.
Während der Sommermonate ist es förderlich, täglich 100-200 Male die Kopfhaut zu bürsten. Hierbei sollten wir eine gute Bürste verwenden, um die Kopfhaut nicht zu verletzen. Ausserdem sollten wir das an einem windstillen Platz machen.
Diese einfache Technik vertreibt Wind aus den Leitbahnen und klärt die Augen. "Wind in den Leitbahnen" erzeugt z.B. Symptome, die wir modern z.B. als Heuschnupfen und Allergien bezeichnen. Doch
Wind-Invasion
Sommerhitze, aber Kälte-Durchfall
Im Kontrollzyklus der Beziehung zwischen den Wandlungsphasen kontrolliert Feuer das Metall. Metallenergie regiert die Lungen, und der zugeordnete Geschmack für das Netzwerk der Lungen ist das Scharfe. Im Sommer sollten wir bittere Speisen reduzieren, aber den scharfen Geschmack zur Nährung der Lungen bevorzugen.
Doch Vorsicht, die Dosis ist wichtig. Zu scharf sollten die Speisen nämlich nicht sein. Die meisten scharfen Gewürze sind zugleich stark erhitzend, wie z.B. Chili/Cayenne. Das schlägt ins Gegenteil um und führt durch die zu offenen Poren letztlich zur Auskühlung.
Wenn die Sommerhitze ihren Höhepunkt erreicht, neigt das Verdauungssystem leicht zu Erkältung. Die äussert sich oft in Form von Durchfällen. Typisch passiert das auf Reisen, meist durch eisgekühlte Getränke, Klimaanlagen etc.
Während dieser Zeit ist es sogar besonders ungünstig, einen solchen Kälte-Durchfall zu bekommen, weil der Körper damit wertvolles Yin-Qi verliert. Denn das Yin-Qi ist gerade zur Kühlung des Organismus wichtig.
Noch besser ist natürlich, damit zusammenhängende Symptome ganz zu vermeiden, in dem wir gerade während der Sommerhitze bewusst:
Wärmende Speisen essen
und kalte Getränke meiden!
Während der Sommersonnenwende beginnt die winterliche Yin-Energie ihre erneute Rückkehr, wenn auch zunächst im Verborgen zur mitternächtlichen Stunde.
Zur Unterstützung sollte man deswegen in der Sommerzeit ein tonisierendes Dekokt für die Nieren zu sich nehmen. Das Herz ist zu dieser Zeit am überlaufen. Die Nieren jedoch haben ihre schwächste Phase.
Tip:
Die als Yogi-Tee im Handel bekannten Mischungen Classic, Lakritz und Lemon Mint bieten sich als sommerlich-tonisierende Tees an, mit fruchtig-scharfen, aromatisch, würzigem Geschmack aus Zimt, Kardamom, und weiteren Gewürzen.
Trotz aller Hitze im Sommer ist es also völlig unangemessen, sich den Bauch mit (Eis-)gekühlten, kalten und gesüßten Getränken, wie Bier, und kalt-kühlenden Speisen, Nudeln und Backwaren vollzuschlagen. Auch sehr Yin-reiche Nahrungsmittel, wie Auberginen und Rohkost, essen wir nur in kleinen Mengen.
All das führt zu Kälte im Verdauungstrakt. Die Folge sind die typischen sommerlichen Magen-Darm-Infektionen.
Das Herz beruhigen
Fast noch wichtiger ist es zur Sommerzeit, seine Atmung zu regulieren und das Herz zu beruhigen. Die Vorstellung von Eiskristallen in Herz oder Magen würden eher die Hitze dort richtig aufflackern lassen, statt sie zu vermindern.
Es ist keineswegs so, dass heisse Dinge immer die Hitze fördern und Kälte kühlt. So regt die eiskalte Dusche bei Hitze die Blutzirkulation an. Nach der ersten Abkühlung wird einemeher noch wärmer. Eine lauwarme Dusche dagegen kühlt sanft und beruhigt.Basierend auf Heiner Frühaufs englischer Übersetzung des Klassikers von Gao Lian, Zunsheng bajian, "Eight Pieces On Observing the Fundamental Principles of Life"
