In der Bettenbranche wird mit Werbeversprechen soviel Unsinn erzählt, dass sich die Lattenroste glatt biegen:
Lattenrost:
Die Hersteller behaupten, ein Lattenrost habe großen Einfluss auf das bessere Liegen. Meist werden Lattenroste also völlig unnötig zu früh ausgemustert und gegen irgendwelche angeblichen Supermodelle auusgetauscht.
Doch zeigen die Expertentests, dass die teuren Roste sogar die Liegequalität oft verschlechtern!
Die wichtigste Aufgabe eines Lattenrostes ist, die Matratze zu belüften, damit sie nicht schimmeln kann. Daher sollte ca. die Hälfte der Fläche der Matratze von unten Luft bekommen. Andererseits dürfen die Abstände zwischen den Latten nicht zu weit sein. Das schaffen auch die günstigsten Lattenroste.
Ausserdem
sollte der Lattenrost möglichst starr sein. Nur dann gewährleistet er optimale
Liegeeigenschaften, gerade für Patienten mit Rückenbeschwerden!
Der optimale Lattenrost:
Optimal ist ein schlichter, selbstgebauter Lattenrost für ca. 35€ Materialwert. (Hier gehts zur Anleitung.)
Ausgetauscht werden muss ein Lattenrost erst, wenn Latten durchgebogen oder gebrochen sind. Beim selbstgebauten können Sie einfach einzelne Latten bei Bedarf austauschen.
Der
einzige Vorteil eines gekauften teuren Rostes kann die Verstellmöglichkeit
sein, wenn sich Kopf- und Fussteil aufrichten lassen. Eine sowohl
rückenfreunliche wie bequeme Sitzposition zum Lesen erreichen allerdings auch nur die wenigsten der verstellbaren Lattenroste.
Vom
Fernsehkucken im Bett ist ohnehin abzuraten. Und wer bettlägerig ist,
liegt dann ohnehin im sogenannten Pflegebett in der Klinik, in der
Pflege oder auch ambulant daheim.
Matratze:
Auch Matratzenschoner und sonstige Auflagen kann sich der Kunde glatt sparen. Sie behindern nur den Feuchtigkeitsabtransport. (Es sei denn, Inkontinenz ist bereits ein Problem.)
Bevor eine Matratze nämlich durch den Lattenrost verschlissen ist, sollte sie ohnehin längst ersetzt worden sein. Aus hygienischen Gründen sollte die Matratze alle 8-10 Jahre ausgetauscht werden.
Die Mindesthöhe beträgt 13cm, damit die Schultern ausreichend einsinken können. 16-18cm Gesamthöhe reichen für den Komfort völlig. Mit jedem zusätzlichen Zentimeter steigt der nur Preis, keineswegs jedoch die Liegequalität.
Auf weichen Matratzen sinkt der Körper sogar ungünstig tief ein und schwitzt in der Kuhle stärker. Die Prinzessin auf der Erbse ist und bleibt ein Märchen!
Das natürliche Hin- und Herwälzen des Körpers nachts wird durch zu weiche, zu tiefe Matratzen erschwert. Diese Schutzbewegungen sorgen eine geänderte Liegeposition, damit das Gewebe, das bisher unter Druck vom Körpergewicht lag, regelmässig entlastet und wieder gut durchblutet werden kann.
Daher sollte die Matratze immer so fest wie möglich gewählt werden. Matratzen
werden ohnehin härter deklariert, als sie wirklich sind. Die vielgepriesenen "Hightech-Gel-Schichten" entpuppten sich in den Tests übrigens als normaler Kaltschaum für ordentlich Aufpreis.
Gute Kaltschaummatratzen gibt es als Aktionsware ab 70€. Die Preisunterscheide zwischen den günstigen Discounter-Rollmatratzen und den teuren Fachhandelsmatten sind sind keinen Cent davon wert. Federkernmatrazen machen ebenfalls keinen Sinn, weder als "Taschenfederkern", schon gar nicht als metallische Federkerne.
Futon als Alternative?
Wer natürliche Materialien bevorzugt, liegt am besten auf einem klassischen Futon. Damit sind allerdings nicht die billigen Gartenmatten aus dem Möbelmarkt gemeint.
Ein hochwertiger, in japanischer Tradition gefertigter Schlaf-Futon besteht aus mehreren Lagen Baumwolle. Das traditionelle Futon liegt direkt auf dem Boden auf einer Seegras-Tatami-Matte, die vom Boden her isoliert. Das Futon wird über Tag aufgerollt und beiseite geräumt. So bleibt es fluffig und wird täglich gelüftet gegen Schimmel.
Ein gutes Futon sollte bei uns durchaus auf einem Lattenrost verwendet werden. Denn hier ist es nicht üblich, jeden Morgen seine Matte aufzurollen. Für den westlich-gewohnten Schlafkomfort werden meist zusätzliche Schafwoll-Lagen eingearbeitet. So bleibt das Futon länger weich und braucht nur dann aufgerollt zu werden, wenn es nach einer Weile zu unbequem wird.
Schlafposition und Kissen:
Unsere
Wirbelsäule mag am Liebsten lang und gerade sein dürfen. Die Krümmungen dienen
dazu, die Last beim Heben schwerer Dinge und beim Halten unseres schweren
Kopfes bestmöglich abzuleiten. So kommen einseitige
Belastungen auf die Bandscheiben.
Im Liegen würde sich die Wirbelsäule zum
Ausgleich gerne strecken und wieder so weit wie möglich begradigen. Dann können sich
auch die Bandscheiben wieder aufplustern und regenerieren.
Durch
unsere überwiegende Sitzhaltung und das Einsinken in schlechte Haltung
im Alltag verkürzt die Muskulatur auf der Körpervorderseite. Aus
Bequemlichkeit oder gar zur Schmerzvermeidung wird die regulierende
Dehnung dann systematisch immer weiter verhindert:
Der Kopf wird in
der ungesunden Überstreckung mit Nackenstützkissen immer weiter "gestützt". Das fördert
das Schnarchen und Zähneknirschen immer mehr. Zugleich drückt das dicke Polster im Nacken und behindert die Durchblutung der Gefässe zum Gehirn.
Das Kreuz bekommt eine immer dickere Lordosenstütze, vom Bürostuhl, im Auto oder im
sogenannten "Anti-Sitz-Stress-Sessel" (Marketing ist alles!) vor der Glotze. Die
Knie müssen immer öfters unterpolstert werden. Die Beine zunehmend hochgelagert werden.
Mit all diesen Massnahmen werden die
Hüften und Leisten in die gewohnte, verkrümmte (Sitz-)Position gebracht. So
verkürzen und verkürzen sie immer weiter.
Viele
Menschen können schon in erschreckend jungen Jahren gar nicht mehr entspannt lang ausgestreckt in Rückenlage
liegen, geschweige in einer entspannten Bauchlage (ohne Kissen).
Können Sie noch ausgestreckt liegen?
Gerade
das ist die wichtigste Übung für unsere Rückengesundheit. Legen Sie
sich immer wieder flach auf ein eher hartes Bett oder auf eine Decke,
Matte oder weichen Teppich auf den Boden. Trainieren Sie jeden Tag eine
Minute länger liegen zu bleiben:
Beine lang, Nacken lang, Arme neben dem
Körper. Lassen Sie mit jedem Ausatmen sich immer entspannter in den
Boden sinken, es geschieht von selbst. Beenden Sie die Liegephase, bevor
aus der ungewohnten Dehnung Schmerz entsteht.
Manche Menschen halten
das zunächst nicht länger als 1-2 Minuten aus. Ziel sind ca. 25-30
Minuten, perfekt z.B. für eine Ruhepause zwischendurch, z.B. für die Mittagsruhe.
Sie wollen mehr darüber wissen?
Schauen Sie doch mal hier,
die Kollegen Liebscher-Bracht haben ein informatives Video dazu!
Alle danach noch unklaren Fragen beantwortet er hier.
Schlafzimmer:
Unbedingt Heizen! Ein Schlafzimmer muss im Winter tagsüber auf 18-20°C geheizt werden. Nur so kann die Luft die Feuchtigkeit, die nachts von Bettzeug und Matratze aufgenommen wurde, ausreichend aufnehmen und das Bett abtrocknen.
Nach dem Aufstehen und vor dem Schlafengehen und wird für 2-3 Minuten kräftig gelüftet. Wer mag, kann das Schlafzimmer wieder auf ca. 18°C heizen.
Über Nacht sollte das Fenster aber immer geschlossen werden. Frischluftfanatiker lassen besser im Flur oder im Zimmer nebenan ein Fenster offen. Auch ein gekipptes Fenster führt zu Luftverwirbelung im Schlafzimmer. Gerade Kopf und Nackenbereich sind nachts sehr empfindlich auf Windzug und Kühle.
Und auch der Geräuschpegel senkt sich merklich bei geschlossenem Fenster. Der Körper braucht nachts seine Ruhe.
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