10. Mai 2014
Der Wind singt das Lied der Erde
Passend zu den Stürmen der letzten Tage ein Stückchen eigene Übersetzung aus "The Seven Emotions, Psychology and Health in Ancient China" von Claude Larre und Elisabeth Rochat de la Vallee, Monkey Press, 1996 (direkt zum Buch).
Es ist eine wunderbare Beschreibung dessen, was die Basis des QiGong, der Meditation und in jeder Therapie sein sollte:
Aus der Einleitung:
Um das Gebiet chinesischer Terminologie betreten zu können, braucht man notwendigerweise eine Art künstlerisches und ästhetisches Verständnis. Das Verwenden von Numerologie, von chin. Schriftzeichen, die Referenz der Etymologie, der Vergleich von diesem und jenem mit dem Gesellschaftlichen Leben, dem politischen leben, der Organisation menschlicher Gruppen - all das gibt uns Anhaltspunkte zum Verständnis der chinesischen Medizin, gerade weil im chinesischen Denken nicht unterschieden wird zwischen einem gut organisierten Politkörper und dem menschlichen Körper von uns allen.
Elisabeth Rochat de la Vallee (E.R.):
Starten wir mit einem Bild von Zhuang Zi, Kap. 2. […] Der Meister erklärt seinem Schüler als erstes die Musik der Erde:
„Die enorme Masse der Erden stösst eine Art Ton aus wie ein Atmen, und der Name des Atmens ist Wind. Normalerweise ist dieser Wind ohne Bewegung, aber wenn er in Bewegung kommt, ertönt aus den 10000 Öffnungen plötzlich ein solcher Lärm und tosendes Geschrei, das erklingt wie eine Art grossartiger Musik.“ (Burton Watson hat eine gute englische Übersetzung, R. Wilhelm übersetzt mit Orgelspiel des Himmels)
Was bedeutet das? Das ist etwas, in dieser grosses Menge Lehm der Erde, das vom Himmel angeregt geradewegs entsteht. Es wird Wind genannt. Dieser Wind ist nicht nur der Wind, der in der chin. Medizin bekannt ist als einer der sechs klimatischen Einflüsse. Dahinter steckt der Lebensodem, der fähig ist die Saaten des Lebens wie Pollen zu transportieren, zu verteilen und den Einfluss zu vermehren als Exempel des Kommens und Gehens zwischen Himmel und Erden. Doch dieser Wind ist bewegungslos. Im Französischen haben wir eigentlich keine Idee, was ein bewegungsloser Wind sein soll, denn Wind hat für uns immer eine Geschwindigkeit. Aber wenn der Wind still ist, wenn sich kein Blättchen bewegt, ist dieser Wind nur zurückgekehrt ins Bewegungslose, ins Nichts, das jedoch keineswegs Nicht-Sein ist. Es ist vielmehr ein Art Existenz ohne Manifestation. Nur weil wir diesen Wind nicht sehen können, oder weil dieser Wind ohne anregende Bewegung verharrt, reicht es nicht zu sagen, er existiere nicht. Er existiert auf eine andere Weise. Diese Idee finden wir immer wieder in anderen Schriften, medizinische oder andere. Der Wind beschreibt alle Arten von Bewegung und Erregung in unseren Körpern und unserem Geist. Stets gibt es Bewegung und Bewegungslosigkeit als wahre Tatsache des Lebens. Es gibt einen Zustand der Bewegungslosigkeit auf der Ebene von Herz und Geist, von Intuition und Denken, etc., der Nichts verletzt, der aber auch keine starke Manifestation besitzt. Es ist jedoch nicht so, dass er nicht existiere oder lebendig sei. Wird dieser Wind in Bewegung gesetzt, greift sein Ausdruck über auf Öffnungen und Hohlräume. Erinnern wir uns daran, dass es sieben Körperöffnungen wie auch sieben Emotionen gibt. Ds ist die natürliche Musik der Erde.
Die Erklärungen des Meister fahren fort mit dem Beispiel eines grossen Baumes auf einem Berg. Dieser Baum ist wie ein Mensch mit Wurzeln tief in der Erde gegründet, während seine Äste, Zweige und Blätter sich im Wind wiegen.Im Stamm und den grossen Ästen gibt es eine Menge kleiner Löcher, Münder und Höhlen. Und wenn der Wind bläst, dringt er in all diese ein. In einem Sturm können wir den Klang der Resonanzen wahrnehmen, die mit dem Holz des Baumes entstehen wie auch den Lärm der Zweige. Nach einiger Zeit wird sich der Wind beruhigen und der Baum kehrt zurück in eine ruhige Stille ohne Lärm.Das wird die Musik der Erde genannt, nichts anderes als der Klang der Öffnungen und Höhlen. Sie sind die Pforten zwischen der Aussenwelt und der inneren Vitalität. Das ist ein ganz wichtiger Punkt, weil Emotionen immer eine Reaktion der persönlichen inneren Vitalität auf die Aussenwelt darstellen. So sind Sturm und Orkan, leichte Schauer und heftige Güsse, gefolgt von Dauerregen oder nichts von all dem, sondern Windstille völlig normal und natürlich. Für den Baum ist nur wichtig, sich im Wind zu wiegen, sich den Gewalten des Windes und seinen Manifestationen zu beugen und danach zurückzukehren in den ruhigen bewegungslosen zustand. Das ist nur ein Beispiel für den Ausdruck menschlicher Emotionen. Es ist normal für den Menschen zwischen Himmel und Erde angeregt zu werden, Emotionen zu erleben und manchmal auch durch diese tief bewegt zu sein. Aber der entscheidende Faktor ist in der Lage zu bleiben die Balance zu wahren sowie die ruhige Leere durch alle Passagen der Vitalität zu bewahren.
Ein anderer Punkt ist, dass der Baum den Wind nur empfängt. Er entscheidet sich nicht, heute will ich Wind. Nur wir sind so dumm, dass wir das täglich tun! Die Musik des Menschen ist etwas sehr natürliches wie die Erdenmusik. Solange wir nur reagieren auf all das was wir sind, brauchen wir uns nur in uns selbst wohl zu fühlen. In dem Moment, indem wir eine bestimmte Situation oder etwas Bestimmtes zu sehr wollen, beginnt die Kakophonie. Das ist der Grund, warum in einem ganzen Wald voller Bäume immer der Eindruck bestehen bleibt, sie singen zusammen ihr Lied, ob im Sturm oder in Stille. Nur innerhalb der menschlichen Gesellschaft ist es selten so. Meist versuchen wir jeder, sein eigenes Stück zu spielen. Und so entsteht statt Musik Kakophonie.
Claude Larre (C.L.):
Das Schriftzeichen für Musik in diesem speziellen Text ist kein gewöhnliches Zeichen. Hier wird das Bild vom singenden Schilfrohr (Lai) verwendet. Es ist nur der Hohlraum im Rohr, der erklingt. Einfach nur die Bewegung der Luft, die in einer Struktur eingeschlossen ist. Das ist etwas anderes als das Wort Musik in unseren westlichen Sprachen. Zum wahren Verständnis des Textes enthüllt uns das Schriftzeichen mehr: Jeder von uns ist wie ein Rohr im Wind, hohl, in Resonanz, voller Vibrationen wie eine Flöte. Die Emotion ist der Klang der Flöte.
E. R.:
Im Anschluss gibt uns der Text des Zhuang Zi, Kap.2, die Idee, dass wir Emotionen und Gefühle brauchen, denn wie sonst könnten wir als Individuum existieren ohne diese? Sie sind schlicht die natürliche Neigung und Disposition einer Persönlichkeit. Jeder braucht Emotionen, um Beziehungen herzustellen und jeder braucht Beziehungen. Selbst Begierden brauchen wir, um wahrhaft lebendige Wesen zu sein und als Manifestation unserer eigenen Gefühle und Empfindungen zu werden.
Entscheidend ist, nicht einer Emotion zum Opfer zu verfallen, sich von einem Verlangen einnehmen zu lassen, das nicht der Verwirklichung unserer wahren Natur entspricht. Gerade diese Verwirklichung erlaubt zu erkennen, was wirklich ist, sich selbst wahrzunehmen und all das, was an der Oberfläche geschieht. Es gibt keinen unterschied zwischen Wahrnehmung und Wissen. Wir sollen aus reinem Herzen darüber nachdenken, was wir wissen und was wir wahrnehmen. Nur dann ist unsere Wahrnehmung ungetrübt durch irgendwelche Emotion oder Vision. Diese innere Haltung befähigt uns das Wissen aus der Wahrnehmung und der Information zu empfangen und zu verstehen, die von Aussen über die Sinnesöffnungen in uns eindringen. Das Herz ist der Meister alldessen. Das Herz ist der Verstand, die Intelligenz und zugleich die geistigen Welten.
8. Mai 2014
Givebox in Kleinenbroich
Die Givebox in Kleinenbroich gibt es nun seit einem Jahr. Sie steht n der Bismarckstrasse vor dem Geschäft "Geschenke-Werkstatt" und lädt alle ein zum regen Geben-und-Nehmen von Dingen, die zum Wegschmeissen viel zu schade sind!
(zum RP-Artikel über die Givebox)
Nach wie vor findet in der Givebox ein reger Austausch statt. So freut sich eine Bürgerin über eine prima funktionierende Getreidemühle eines unbekannten Spenders. Wir konnten einige Kleinigkeiten gegen eine Artemide-Lampe eintauschen, von der wir schon lange träumten, aber uns das Designerstück einfach nicht leisten konnten und wollten.
Natürlich sind die attraktiven Sachen schnell weg und man muss manchmal einfach das Glück haben, im richtigen Moment vorbeizuschauen - zurück bleiben die alten. Und leider oft auch Chaos. Daher erinnern die Gründer an das eigentlich selbstverständliche Geben und Nehmen: wer etwas reinstellt oder rausnimmt, revanchiert sich, indem er aufräumt und auch mal Müll mitnimmt und entsorgt!
Daher bitten die Organisatoren um Unterstützung:
JA, es gibt immer wieder welche die aufräumen und Müll entsorgen, aber es sind einfach zu wenige - und die Hauptarbeit bleibt dann leider an Iris und Lutz hängen. Das war nicht die Idee.
WAS TUN? Kirsten hat gestern bereits ein neues, übersichtlicheres Regelplakat entwickelt, das sie heute aufhängt, in dem auch die Nutzer aufgefordert werden, aufzuräumen und wegzuschmeißen, wenn Dinge alt, unansehnlich oder kaputt sind. (Zum Teil werden Dinge aus der Verpackung entfernt, mitgenommen und die Verpackung bleibt zurück.) Aber das wird sicher nicht genügen, wir müssen alle mit anpacken.
AKTIVE: Als wir die Givebox eingerichtet haben, waren viele begeistert. Jetzt geht es darum, sie auch gemeinsam zu unterhalten. Wenn jeder, der mit dem Rad vorbeikommt oder mit dem Auto, die Ladenhüter oder zumindest einen Teil mitnimmt und selbst entsorgt, ist ein Großteil des Problems schon gelöst.
Darüber hinaus wollen wir einen Plan aufstellen, in dem jede(r) im Wochenwechsel dort einmal aufräumt und ausräumt bzw. entmüllt. Die Mülltonnen von Iris und Lutz können damit nicht belastet werden, es geht also auch darum den Müll über den eigenen Hausmüll zu entsorgen. Ich denke, dass sollte genügen.
WICHTIG: BITTE melde Dich, (einfach kurz auf diese E-Mail antworten) wenn Du das Überleben der Givebox sichern möchtest und bereit bist dort für Ordnung zu sorgen. Je mehr sich melden, desto weniger Arbeit ist es für den Einzelnen. Es können sich auch gerne Teams bilden, schließlich macht Arbeit gemeinsam ja immer mehr Spaß.
WEITERLEITEN: Viele sind von der Givebox begeistert und würden vielleicht gerne mithelfen, bekommen aber diesen Newsletter nicht. HILF mit, der Givebox eine breitere Basis zu sichern und leite den Newsletter an Freunde und Bekannte weiter, die möglicherweise auch bereit wären, dort mal auf- und auszuräumen. Anmeldungen einfach an unsere Givebox-E-Mail-Adresse: givebox@41352-einfach-besser-leben.de oder über das Kontaktformular auf unserer Internetseite
30. April 2014
QiGong beginnt wieder!
Ab dieser Woche beginnen wir wieder mit den QiGong-Kursen,
jeweils 10 Termine bis zu den Sommerferien!
Bei schönem Wetter gehen wir nach Möglichkeit raus und üben im Freien.
Montags:
ab 28. April, 18:30h
in Raderbroich.
(Dies ist eine intensive Kleinstgruppe,
Einstieg nur in Absprache mit mir und mit Vorkenntnis möglich.)
Mittwochs:
ab dem 30. April, 19:30-20:30h
Anfänger und Fortgeschrittene,
in der Physiotherapeutischen Praxis Mechelinck, Regentenstr., Korschenbroich.
Anmeldung bitte über die Kollegen dort.
Einstieg jeweils zu Kursbeginn möglich soweit freie Plätze verfügbar.
Bzw. gibt es eine Warteliste für den nächsten Kursbegin,
jeweils nach den Weihnachts-, Oster- und Sommerferien.
Freitags-Gruppe:
ab 09. Mai, 9-10h
Anfänger und Fortgeschrittene,
in Raderbroich.
Einstieg jeweils zu Kursbeginn möglich soweit freie Plätze verfügbar.
Bei Interesse an dieser Gruppe bitte bei mir melden.
Dies ist eine relativ feste Gruppe, es wird nur gelegentlich ein Platz frei.
31. März 2014
Richtig Waschen, hygienisch waschen!
Kalt waschen
– statt Energie: Gentechnik und Chemie?
Nachhaltigkeit im Umgang mit
Energie und Ressourcen ist seit über 40 Jahren gelebte Praxis in der
Naturkostbewegung. Inzwischen gibt es erfreulicherweise in vielen
Bereichen ökologische Standards und eine breite gesellschaftliche
Akzeptanz. Bei den Waschmaschinen wurde der Energieverbrauch minimiert
und der Wasserverbrauch der Maschinen ist mit 7,5 Litern pro kg Wäsche
fast nicht mehr zu unterbieten. Die Ökodesign Richtlinie 2009/125/EG
schreibt vor, dass ab 2013 in jeder neuen Waschmaschine ein
verlängertes 20 °C Waschprogramm verfügbar sein muss.Das Kaltwaschen hat jedoch Konsequenzen, die leicht übersehen werden:
Wie wird bei lauwarmem Wasser die Wäsche sauber?
4 Faktoren beeinflussen die Sauberkeit unserer Wäsche: Waschtemperatur, Waschdauer, Waschmechanik und das Waschmittel.
Wird verschmutzte Wäsche nur noch bei 20 °C im Feinwaschprogramm gewaschen muss logischerweise die Waschmittelwirkung verstärkt werden. Hier bietet sich als Retter in der Not die Gentechnik an mit Enzymen, die mittlerweile meist zweifach genmanipuliert sind. Einerseits wird der Stoffwechsel des Mikroorganismus, aus dem das Enzym stammt, so manipuliert dass dieser ein Hundertfaches des gewünschten Enzyms produzieren muss. Zum andern wird die Eiweißstruktur des Enzyms selbst so verändert, dass es auch in kaltem Wasser aktiv ist um
Stärke-, Eiweiß- und Fettflecken aus der Kleidung zu vertilgen. Auch nach dem Waschen findet man diese Enzyme in aktivem Zustand in der Wäsche. Dort wo es warm und feucht ist greifen sie an, machen die Haut durchlässig und sind wesentliche Verursacher von Waschmittelallergien.
Überleben Bakterien eine 20 °C Wäsche?
Schon 2005 wies das Bundesinstitut für Risikobewertung auf die Tatsache hin, dass bei Temperaturen unter 60 °C die Keime aus der Wäsche zwar teilweise ausgespült, jedoch nicht abgetötet werden. Bei der Verbreitung von multiresistenten Keimen, Darminfektionen, Hautkrankheiten und Pilzinfektionen wird die Waschmaschine verdächtigt sich als Keimschleuder zu betätigen.
Bei niederen Temperaturen überleben die meisten Keime. Wird die Wäsche nicht unmittelbar nach dem Waschen aus der Maschine geholt vermehren sich Bakterien und Pilze freudig im feucht warmen Milieu weiter. Doch auch in der Maschine selbst gibt es Restwasserdepots, in denen Keime ein ideales Fortpflanzungsklima finden. Wirklich gefährdet sind vor allem kleine Kinder, alte Menschen und Menschen mit geschwächtem Immunsystem.
Doch auch für dieses Problem hat die konventionelle Waschmittelindustrie eine Lösung bereit: den Hygienespüler. Zum letzten Spülgang zugegeben, tötet die Chemikalie Didecyldimethylammoniumchlorid „bereits bei 15 °C 99,9 % aller Keime“ ab.
Die Zugabe von Hygienespüler wird vor allem für Unterwäsche, Sportbekleidung, Handtücher und Babywäsche empfohlen, also genau bei den Textilien, die direkt mit der Haut in Berührung kommen – die perfekte Zusammenarbeit von Gentechnik und chemischer Großindustrie und die Garantie für eine weitere Zunahme resistenter Keime und Allergien.
Welches Waschverhalten macht Sinn?
Ohne Gentechnik und Chlorchemie!
- Leicht verschmutzte Oberbekleidung kann ohne weiteres bei 20°, 30° oder 40 °C gewaschen werden, z.B. mit dem (Sonett) Waschmittel Color, Waschnüssen, etc.
- Textilien die von Natur aus stärker verkeimt sind wie Unterwäsche, Küchenwäsche und Handtücher sollten bei 60°C gewaschen werden. Hier eignen sich insbesondere Waschnüsse, (Sonett) Waschmittel Pulver, die mit Bleichmittel kombiniert werden können.
- Gewaschene Wäsche nicht in der Maschine liegen lassen.
- Nach dem Waschen Trommeltüre und Waschmittelschublade geöffnet lassen.
26. März 2014
Die gefährlich-sinnlose Vitamin-Schwemme
Endlich mal wieder ein kritischer Artikel nicht nur in Fachkreisen, der sich mit dem Wahnsinns-Geschäft der künstlichen Vitaminzufuhr auseinandersetzt. Hier einige Auszüge:
Vitamine sind die Stars der Lebensmittelindustrie. Sie sind fast überall drin, auch da, wo man sie nicht vermutet. Vitamin C wird in großen Mengen hergestellt und vielfach genutzt: Als Konservierungsmittel, um Lebensmittel länger haltbar zu machen, und als Antioxidans, damit Wurst und Fleischwaren frischer aussehen. Außerdem auch als Zusatz zu Mehl, damit Brot und Brötchen luftiger wirken und größeres Volumen erhalten, und als Farbzusatz, damit Tiefkühlpommes beim Aufbacken gelb und knackig werden. Der Industriebedarf an Vitamin C wird hauptsächlich von Herstellern in China gestillt. Die Jahresproduktion beträgt etwa 100.000 Tonnen und erfolgt unter anderem mit gentechnisch veränderten Mikroorganismen.
Dass ausgerechnet Vitamin C dennoch einen so guten Ruf hat und als gesund gilt, hat viel mit Mythos und Marketing zu tun. Was in natürlicher Form in gesunden Lebensmitteln vorkommt, lässt sich auch als attraktiver Zusatz von der Lebensmittelindustrie vermarkten. Die Ernährungsexpertin Annette Sabersky kritisiert die industrielle »Übervitaminisierung«. Sie sieht darin einen »Trend zur Denaturierung unserer Nahrungsmittel«, der mit gesundheitlichen Risiken einhergeht.
Tatsache ist, dass die Werbung für Nahrungsergänzungsmittel mit »lebenswichtigen Vitaminen«, »wertvollen Mineralien« und »gesunden Spurenelementen« ein großes Geschäft ist. Ältere Menschen sind besonders gute Kunden. Synthetische Vitamine sind billig und industrietauglich. Während natürliches Vitamin C in Obst und Gemüse durch Lagerung und Reifung abgebaut wird, ist das wasserlösliche, kristalline Industrie-Vitamin (Ascorbinsäure) lange haltbar und leicht zu verarbeiten.
Und es ist mittlerweile unschlagbar billig: Die von der DGE genannte Tagesdosis von 100 Milligramm Vitamin C kostet in der industriellen Produktion nur rund 0,1 Cent. Die Gewinnspanne ist beträchtlich: In Apo-theken kostet eine Tagesdosis je nach Präparat bis zu 50 Cent, also 500 Mal mehr als der Herstellungspreis.
»Die meisten Menschen brauchen solche Präparate jedoch nicht, weil eine ausgewogene alltägliche Ernährung sie mit allem Notwendigen ausreichend versorgt«, meint die Stiftung Warentest. Vitaminbefürworter sehen das anders. Einzelne Mediziner gehen so weit, synthetische Vitamine in hoher Dosierung als Wundermittel anzupreisen. Tatsächlich aber weisen immer mehr medizinische Untersuchungen in die andere Richtung. Neue Studien [Anmerkung: und auch gar nicht so neue!] kommen zu dem Ergebnis, dass Vitaminzusätze in den meisten Fällen keinen Nutzen bieten und sogar ein Risiko für die Gesundheit darstellen.
Die starken Vitaminzusätze sind nicht etwa gesund, sondern eher gefährlich. Für gut ernährte Menschen haben die üblichen Mineral- und Vitaminergänzungsmittel keine Vorteile, sondern eher
schädliche Wirkungen, fasste der Leiter der Studiengruppe, Dr. Eliseo Guallar, die Ergebnisse in den »Annals of Internal Medicine« zusammen. Andere Studien untersuchten die Frage, ob Multivitaminpräparate über einen längeren Zeitraum die Leistungsfähigkeit des Gehirns steigern oder Schutz vor einem Herzinfarkt bieten könnten. Sie kamen ebenfalls zu negativen Ergebnissen.
Frühere Untersuchungen haben bereits gezeigt, dass das Provitamin Beta-Carotin und die Vitamine E und A in hoher Dosierung schädlich sein können und das Sterblichkeitsrisiko erhöhen. Vitaminpräparate können auch schaden, ein Nutzen ist selten nachweisbar. Sie hält den Glauben
an eine segensreiche Wirkung der Vitaminzusätze für »einen Irrtum der Medizingeschichte.
Laborvitamine sind den natürlichen Vitaminen deutlich unterlegen, meint Annette Sabersky. Es sei davon auszugehen, das Obst und Gemüse nicht wegen einzelner Substanzen gesund sind, sondern weil sie eine ausgewogene Mischung vieler Stoffe enthalten.
(zum ungekürzten Originalartikel als pdf hier)
Fazit:
Eine Verbesserung der Vitamin- und Mineralienversorgung ist nur durch eine hochwertige Ernährung möglich! Im Allgemeinen genügt eine ausgewogene Ernährung:
- vielfältig essen, regionale und saisonale Lebensmittel bevorzugen
- hohe Qualität der Lebensmittel statt minderwertige Industrieprodukte bevorzugen,
- Obst und Gemüse bei allen drei Mahlzeiten des Tages.
In besonderen Lebenssituationen werden bestimmte Vitamine verstärkt benötigt. Diese lassen sich über folgende Lebensmittel decken:
- Stubenhocker, Pflegebedürftige und Darmerkrankte, Einnahme der Antibabypille:
Vitamin D wird normalerweise vom Körper selbst gebildet, wenn die Haut ausreichend Sonnenstrahlen abbekommt. Täglich 15 Minuten Sonnenschein auf Gesicht und Hände reichen. Über die Ernährung ist es leicht zu decken über Fleisch, Fisch, Eigelb, Butter, aber auch in Kohl, Nüssen und Sonnenblumenkerne. (Überdosierung ist gefährlich!) - Jugendliche und Senioren sowie Menschen mit Osteoporose-Risiko haben einen höheren Calcium-Bedarf. Gedeckt wird er v.a. über Nüsse und Kerne (Sonnenblumen, Mandeln), alle grünen Blattgemüse, Kohl und Kohlrabi, Datteln und Rosinen, Hülsenfrüchte, Algen und Kurkuma. (Milchprodukte bringens übrigens nicht entgegen der alten, hartnäckigen Werbung!)
- Bei Schwangeren und Stillenden ist der Vitalstoffbedarf erhöht. Besonders wichtig ist Folsäure, die sich beispielsweise in ungekochtem Gemüse und Salat findet, außerdem Vitamin D, Calcium, Eisen und Jod.
- Frauen in der Menopause haben öfter einen erhöhten Bedarf an Vitamin B. Wer sich vegan oder vegetarisch ernährt, braucht unter Umständen mehr Vitamin B12 und Eisen.
Die grosse Familie der B-Vitamine müssen täglich und gemeinsam zugeführt werden, denn sie wirken nur in Wechselwirkung. Mageres Fleisch und Vollkornprodukte, frisches Gemüse und frischer Salat (vorsichtig waschen!) und evtl. etwas Bierhefe-Flocken versorgen ausreichend. - Raucher haben oft einen niedrigeren Vitaminspiegel. Zu bedenken: Nikotin und Alkohol sind ohnehin schon ungesund, eine zusätzliche Vitamin-Überdosierung macht die Sache nicht besser und kann das Krebsrisiko sogar noch steigern!
- Bei Ernährungsproblemen und extremen Diäten kann es Mangelerscheinungen geben. Hier hilft keine Pille, sondern nur die (unbequeme) Änderung der Enährungsgewohnheiten!
5. März 2014
QiGong Termine März/April
Montags-Kurs:
Rosenmontag ist kein QiGong
(viel Spass beim närrischen Treiben!)
10. März findet statt,
dann erst wieder am 24. März.
Weiter geht es nach Ostern ab dem 28. April.
(Dann hoffentlich schon draussen!)
Mittwochs-Kurs:
Aschermittwoch findet statt,
nicht aber am 12.
Vor Ostern üben wir das letzte Mal am 19. März.
Nach Ostern startet der neue Kurs ab dem 30. April
mit 10 Terminen bis zu den Sommerferien.
Freitags-Gruppe:
14. und 21. März fallen aus!
Unser letzter Termin ist 28. März.
Wir starten wieder nach Ostern am 09. Mai.
Kurs: Pflanzenessenzen in der Shiatsu-Praxis
Die Essenzen der Pflanzen in den ätherischen Ölen sind die Entsprechung zu den Essenzen (Jing) des menschlichen Körpers in der fernöstlichen Medizin. Das Ming-Men-Feuer wandelt diese Essenzen in das Yuan- (Ursprungs-)Ki um, das die Grundlage unserer Identität darstellt. Daher können ätherische Öle im Tiefenbewusstsein vergessene Erinnerungen zum Vorschein bringen und eine Person an ihren ursprünglichen Lebensweg erinnern. Gerade für hoch- empfindliche KlientInnen, die keine stärkeren Formen der Meridianbehandlung ertragen, stellen die Pflanzengeister eine Möglichkeit dar, mit lange vergessenen Lebensthemen wieder in Kontakt zu kommen.
- Kursinhalt:
• die Anwendung der ätherischen Öle im Hinblick auf die spezifischen Themen der Wandlungsphasen
• der Meridianbezug der Pflanzenessenzen sowie die Lokalisation der jeweiligen Yuan-, Shu- und Mu-Punkte als Stellen des Auftragens
• der Einsatz von Düften, Inhalationen und Wickeln zur Selbstbehandlung von KlientInnen, um sie in den Behandlungsintervallen zu unterstützen
- Lernziele: Sie sind in der Lage,
• die vorgestellten ätherischen Öle in der Praxis richtig anzuwenden,
• Ihren KlientInnen die angemessenen Praktiken zur Selbstbehandlung zu vermitteln.
- Literaturtipp: Josef Viktor Müller, Den Geist verwurzeln (Band 2), Die psychosomatischen Profile der Fünf Wandlungsphasen, Verlag Müller & Steinicke
- Voraussetzungen: Grundkenntnisse in fernöstlicher Medizin
| Daten: | 05.–06.04.2014 9.30–12.30 und 14–17 Uhr |
| Stunden: | 12 Kontaktstunden |
| Leitung: | Josef Müller, kant. anerkannter Akupunkteur, Heilpraktiker und Buchautor; Silja Thiemann, dipl. Akupunkteurin, Shiatsu-Ausbildung, eigene Heilpraxis seit 2004, Buchautorin |
| Kursort: | Ko Schule für Shiatsu, Enzianweg 4, 8048 Zürich |
| Kosten: | CHF 420.– für Ko Studierende, Diplomierte der Ko Schule und SGS-Mitglieder CHF 470.– für Externe |
