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15. November 2016

Was ein magischer Satz!


Seit vielen Jahren ist mir ein Satz ein guter Wegbegleiter geworden. Und wie oft erinnert er mich bis heute. Wie oft ertappe ich mich dabei, wie konsequent er mich lehrt. Es ist schon ein magischer Satz, gerade in seiner Schlichtheit. Und mittlerweile haben ihn viele Menschen ebenfalls schätzen gelernt. 

Dieser Satz stammt von Don Miguel Ruiz. Er hat ihn von seiner Familie gelernt. Er hat ihn vielen Menschen und seinem Sohn weitergegeben. Beide geben ihn weiterhin an andere Menschen weiter, persönlich und in ihren Büchern.

Der Satz lautet:

Be impeccable with your word. 
Versündige Dich nicht mit Deinen Worten.
Gemeint ist damit, bei jedem Satz achtsam zu sein, damit diese Worte weder Dich selbst noch andere verletzen. Sag, was Du meinst. Nutze die Worte, um die Wahrheit so anständig und mitfühlend zu formulieren. Tratscherei und böse Worte zu/über andere, fallen letztlich immer wieder auf Dich selbst zurück. Damit schadest Du letztlich Dir selbst am meisten. Und genau das ist die Sünde, die mit impecatus gemeint ist.

Leider lässt sich das Wortes impecatus (lat., ohne Sünde) nur sehr unbeholfen ins Deutsche übersetzen. Die dt. Übersetzung ist dennoch relativ gelungen (Don Miguel Ruiz, Don Jose Ruiz, Das fünfte Versprechen). Wer jedoch mit einem sehr einfach geschriebenen amerikanischen Original zurecht kommt, und vielleicht anfangs bereit ist, eine Handvoll Wörter nachzuschlagen, der sollte sich das Buch ruhig im Original besorgen bzw. vielleicht auf den Wunschzettel schreiben (The fifth agreement). Allein schon das Wort agreement sträubt sich gegen eine konsistente Übersetzung...


Vom magischen Satz gibt es noch ein paar abgeleitete Sätze. Auch sie sind wunderbare  Alltagshelfer, uns selbst auf die Schliche zu kommen. Denn im Endeffekt ist derjenige, der Dich am meisten verletzt, der Dir das Leben am schwersten macht,  Du selbst. Und jeder dieser Sätze allein hat die Macht, Dein Leben komplett zu verändern:

Nimm nichts nicht persönlich!
Nichts, was andere machen, geschieht wegen Dir! 
Alles, was andere sagen  oder  machen, ist eine Projektion ihrer eigenen Realität. Jeder von uns lebt in seinem eigenen (Alp-)Traum, in seinem eigenen Film, in seiner eigenen Welt. Je mehr Du übst, je besser Du  immun wirst gegenüber den Meinungen und Handlungen anderer, desto weniger musst Du als ewiges Opfer darunter leiden!

Stell keine Vermutungen an!
Hab stattdessen den Mut, zu fragen, was los ist. 
Und hab den Mut zu sagen, was Du wirklich willst. Kommuniziere mit anderen so klar wie Du kannst. So vermeidest Du Missverständnisse, Fehlinterpretationen, Ent-Täuschung und Drama.

Gib immer Dein Bestes!
Das beste, was Du tun kannst, schwankt von Moment zu Moment. 
Wenn Du fit und kraftvoll bist, ist Dein Bestes etwas ganz anderes, als in Augenblicken von Leiden, Krankheit, Erschöpfung. Gib jedoch immer schlicht Dein Bestes: das ist das, was Du jetzt gerade am besten tun kannst - manchmal auch nur für Dich, z.B. einen Tag krank zu sein, die Decke wieder über den Kopf zu ziehen. So vermeidest Du Selbstverachtung, Selbstüberforderung und Reue.

Be sceptical but learn to listen!
Glaube keinem, vor allem nicht Dir selbst. 
Nutze die Kraft von gesundem Zweifel, um alles, was Du hörst zu hinterfragen: ist das wirklich wahr? Lausche auch auf die Botschaft, die unausgesprochen hinter den Worten steht. Denn "Wahrschein ist der Bruder der Wahrheit" wie irgendein schlauer Mensch mal gesagt hat. Dann verstehst Du, was wirklich gemeint ist. 

Und wenn wir dann besonders unseren inneren Stimmen zuhören, kehren wir ganz schnell wieder zurück zum ersten aller Sätze...

5. August 2021

Das Herz öffnen mit der Tonglen-Übung


Diese Übung des buddhistischen Herzöffnen mit dem Atem ist eine Abwandlung aus dem Buch "Suche die Freude" (von Pema Chödrön, Goldmann-Verlag, 2009), das leider vergriffen ist. Zu diesem Buch gehört eine CD mit der gesprochenen Übungsanleitung, die oft sehr hilfreich war.

Für Menschen, denen es schwer fällt, alte Gewohnheiten loszulassen, und die in ihrem Kummer und Schmerz feststecken, erläutert Pema Chödrön diese Übung detailliert in dem Buch "Wenn alles zusammenbricht, Hilfestellung für schwierige Zeiten" (Chödrön, Goldmann-Verlag, 2001).

Mit dieser Übung lernen wir die Dinge anzunehmen, die wir gewöhnlich ablehnen, also auch jene Seiten an uns und unseren Mitmenschen, die wir als "schlecht" verurteilen. Andererseits lernen wir das, was wir mögen und als "positiv" bewerten, großzügig mit andern zu teilen. Wir bürsten mit dieser Übung unsere Gewohnheiten kräftig gegen den Strich. Wir kehren unsere üblichen Reaktionen um, mit denen wir versuchen, Schmerz zu verdrängen oder zu vermeiden. Wir nehmen eine radikal andere Haltung ein:

Dabei nehmen wir das Leid nicht nur hin, sondern wir nutzen es sogar als Chance, sanfter zu werden und unser Herz zu erwecken. Wir lernen, den Kummer zu umarmen. Statt ängstlichem Festhalten üben wir großzügig zu sein, und das zu verströmen, was wir uns selbst am meisten wünschen. Andere lassen wir sogar an unserer Freude teilhaben. 

Durch diese Übung reift etwas in uns heran, das lange in uns verschüttet war. Die Buddhisten bezeichnen es als Bodhicitta, als erwachtes, mitfühlendes Herz, im Daoismus ist es das Kultivieren des Shen. Diese Übung ist das Herz der Heilungstraditionen des fernen Ostens, ebenso wie dessen, was Jesus Christus einst gelehrt hat.

In der ersten Phase erinnern wir uns bewusst an die Stille und den weiten Raum des Dao, der immer da ist. Manchen Menschen hilft das Bild vom unendlich weiten Himmel. Die dicken Sorgenwolken des Alltags verdunkeln zwar drohend unser Ego, aber auch sie sind wie Wolken am Himmel, die weiterziehen und sich irgendwann auflösen. Dahinter ist immer der weite, offene Raum des blauen Himmels.

In der zweiten Phase atmen wir ganz natürlich. Ein- und Ausatmen sollte dabei von etwa gleicher Dauer sein. Wir atmen den "Geschmack" unseres Kummers, der Sorgen, des Leides ein. Wir stellen uns dabei vor, wie sich unser Herz aller Bedrängnis öffnet und alles, was wir einatmen, im weitem Herzensraum Platz findet. Wir atmen aus und strahlen genau diese Erleichterung mit dem Atem aus und senden dabei die Vorstellung von Freude, Kraft und Entspannung aus.

In der dritten Phase stellen wir uns eine bestimmte Problemsituation vor, üben für einen bestimmten Menschen (oder weiterhin für uns selbst, solange wir uns blockiert fühlen). Wir versetzen uns so gut wie möglich in die Lage des anderen (oder uns selbst) hinein. Wir lernen das Leid und den Schmerz so gut wie möglich kennen. Einatmen und aussenden. 

Wir können das Ausatmen mit einer bestimmten positiven Vorstellung verbinden oder schlicht beim Gefühl der Entspannung bleiben. Danach können wir sogar unser Atmen auf all jene Wesen ausweiten, die sich in einer ähnlichen Lage befinden.

Vielleicht machen wir auch mal die Erfahrung, dass unser Mitgefühl blockiert ist, weil wir voller Vorbehalte oder völlig abgestumpft sind. Wenn wir also solche Schwierigkeiten haben, tun wir das, was sich für uns richtig anfühlt. Es ist kein Hindernis. Wir können dann diese Störung zum Üben nehmen. Wir atmen schlicht das innere "Nein", die Wut oder das unbennbare Gefühl von Widerstand ein. Wir schaffen so einen Zugang durch all unsere Schutzwälle, hinter denen wir unser Herz vermauern und uns abschotten.

Wir nutzen zugleich die fünf Merksätze (link) von Don Miguel Ruiz, um Zugang zu unseren fünf Seelenanteilen zu bekommen, die uns als inneres Team zur Seite stehen. 

So verbinden sich alle Welten in dieser Übung:

(Wenn ein Gong oder eine Klangschale ertönt, und die erste Phase des Tonglen einleitet, lauschen wir dem Klang als Ausdruck jener Offenheit, die hinter all unserem Ach und Weh liegt, unserem eigenen Schmerz und dem Schmerz all unserer Mitmenschen auf dieser Welt. Der Gong erinnert uns an die Stille und Offenheit, die immer da ist so wie der blaue Himmel immer da ist. )

Das Bild des unendlich weiten, offenen Himmels erinnert uns sofort an die Offenheit und kraftvolle Ruhe, die immer da ist, selbst wenn der Himmel von düsteren Wolken versteckt wird. Es ist die friedliche Ruhe, die hinter all unseren bedrohlichen Sorgenwolken liegt; hinter unserem eigenen Schmerz und dem aller Mitmenschen auf dieser Erde.

Gehen wir allmählich dazu über, all die engen, schweren, bedrückende Emotionen einzuatmen. Atmen wir Entspannung und heitere Gelassenheit aus, so gut es eben gerade geht. Üben wir das eine Weile. 

Lassen wir den Atem sich dabei selbst atmen, in unserem eigenen Rhythmus und Tempo. Wir können uns vorstellen, wie der Atem dabei in unser Herz strömt, wie es vom Einatem gefüllt wird, dass wir uns selbst unser Herz öffnen. Oder wir stellen uns vor, wie unser ganzes Sein den Atem aufnimmt und wieder aussendet und so immer weiter wird, wie sich unser Herz öffnet und sich füllt. Öffnen wir uns dem, was wir einatmen.

Spüren wir genau all die Stellen konkret körperlich, die symptomatisch sind, die unserer Aufmerksamkeit bedürfen. Entspannen wir uns dabei so gut wie möglich und schaffen so Zugang zu unserem Herzen:

Be impeccable with your words
- Wähle deine Worte mit Bedacht:

Atmen wir all unsere frustrierte Gereiztheit, Ärger und Wut ein, all die Läuse, die uns über die Leber laufen. Atmen wir aus und lassen wir zu, wie unsere innere Traumseele uns dafür klare Einsicht und Urteilsvermögen schenkt. So entsteht die Vision für die richtige Richtung und Strategie in unserem individuellen Leben. (In der chin. Medizin stärken wir so unsere Leber-Energie.)

Be sceptical, but learn to listen
- Bleibe skeptisch, aber höre (dir) gut zu:

Atmen wir alle Geringschätzung, kalte Verachtung und eisige Ängste ein, die unseren Beckenbereich erkalten lassen. Atmen wir aus und lassen wir zu, wie unsere Kriegerinnen-Seele uns Hingabe schenkt, deren Wärme die eisige Blockade schmilzt. Wir fließen wieder geschmeidiger und harmonisch im Fluss des Lebens mit. (In der chin. Medizin stärken wir so unsere Nieren-Energie.)

Don’t take anything personal
- Nimm nichts persönlich:

Atmen wir alle Irritationen, verletzenden Bewertungen und Kritik ein, die uns die Brust beengen, einsam und depressiv machen. Atmen wir aus und beobachten, wie unsere Lehrerinnen-Seele sie mit Freundlichkeit entwaffnet und in bedingungslosem Respekt verwandelt. So verfeinert sich unser Ego durch ständige Reflexion im Spiegel der Anderen, bis unser Selbst zunehmend in selbstloser Achtung und Rechtschaffenheit erstrahlt. (In der chin. Medizin stärken wir so unsere Lungen-Energie.)

Don’t make any assumptions
- Ziehe keine voreiligen Schlüsse:

Atmen wir alle Erwartungen und Vorwürfe ein, all die Sorgen, Schuld, Scham, die im Kopf kreisen. Atmen wir aus und lassen wir zu, wie unsere innere Transformateurin mit Selbstbeherrschung für Konzentration  in unserer eigenen Mitte sorgt. Dort erwächst das Vertrauen in die Beständigkeit und Ausgeglichenheit des Universums. (In der chin. Medizin stärken wir so unsere Verdauungs-Energie.)

Always do your best
- Gib immer dein Bestmögliches:

Atmen wir alle Ungeduld, hektische Unruhe und grausame Getriebenheit ein, die unser Herz aufwühlen und erhitzen. Atmen wir aus und lassen wir zu, wie der innere Heiler sie mit Achtsamkeit sanft kühlt. So wird unser Herz wieder wie die Oberfläche eines stillen Sees, ruhig und klar, in dem sich das ganze Universum spiegelt. Nun entwickelt sich aus vollem Herzen wieder Verbundenheit zu Allen und mit Allem. (In der chin. Medizin stärken wir so unsere Herz-Energie.)

Atmen wir also mit offenem Herzen ein. Werden wir bei jedem Ausatmen noch entspannter in heiterer Gelassenheit. Solange wir uns selbst durch irgendetwas blockiert fühlen, üben wir Tonglen weiter für uns selbst und für all die Menschen, die mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben wie wir. 

Wenn wir soweit eins sind mit dem Atem und innerlich bereit, können wir dazu übergehen, Tonglen auch für jemand anderen oder für eine bestimmte Situation zu üben. Wenn wir zunächst etwas überlegen müssen, für wen wir Tonglen üben wollen, und eine gewisse Zeit brauchen, um uns in dessen Lage zu versetzen, ist auch das in Ordnung. Wir können zu diesem Zweck einfach das Bild der Person in unserem Geist entstehen lassen. Meist genügt das schon.

Wenn unser Geist während der Übung abschweift, gehen wir wieder dazu über, dass wir uns beim Ein- und Ausatmen vorstellen, wie sich unser Herz öffnet und alle Grenzen zwischen uns und anderen auflöst.

Wenn wir nach einer Weile in unserer kraftvollen Mitte in heiterer Gelassenheit angekommen sind, atmen wir noch einige Atemzüge bewusst  die Fülle des Lebens ein und senden sie wieder aus. Dann verweilen noch einige Zeit in entspannter Ruhe.

Von jetzt an können wir das zu unserer täglichen Praxis machen. Zuerst kommen wir eine kleine Weile zur Ruhe, schaffen uns so etwas wie eine Ruheoase in der Alltagshektik. Das ist ganz wichtig. Wir müssen zur Ruhe kommen. Dann praktizieren wir eine Zeitlang Tonglen, und zum Abschluss unserer Meditation verweilen wir einfach wieder still.

Darüber hinaus können wir 

Tonglen als Erste Hilfe im Krisenfall anwenden

Atmen wir gerade dann ein in dem Wissen, dass wir nicht der einzige Mensch sind, der sich mit Problemen herumschlägt. Ein wichtiger Aspekt dieser Übung ist, dass wir endlich merken, wenn wir dicht machen, wenn wir uns verschließen. Das ist der entscheidende Punkt: Wenn wir merken, was geschieht, entwickelt sich allmählich Herzensgüte von selbst.

Selbst wenn das alles ist, was wir in einer Situation tun können, so ist es doch schon gewaltig — eine echte Re-Volution, eine 180°-Kehre. Wenn wir feststecken und dann Tonglen üben, werden wir immer wieder feststellen, dass wir gar nicht mehr schaffen. Wir können nichts anderes tun. Wir sitzen fest. Aber immerhin merken wir, dass wir blockiert sind. Gerade dann senden wir alles aus, was schön ist, wohl tut und uns Freude bereitet.

Üben wir das am besten unser ganzes Leben lang!
 


11. Januar 2020

Der Einfluss des Universums 2020


Wir leben im Universum.
Das Universum hat Einfluss auf uns.

Wir werden immer sowohl durch schwache und erst recht von starken Einflüssen bewegt. Manche stammen aus uns selbst. Andere von unserem Umfeld, der Familie und unseren Freunden, Kollegen, Nachbarschaft. Und weitere Energien stammen von unserer Erde und dem Kosmos, der ums umgibt.

Mit dem Wandel der Zeit erleben wir auch einen Wechsel an Qualitäten der Lebensenergie, die uns umgibt und beeinflusst. Manchmal fühlen wir uns gejagt. Das Herz rast. Im Bauch ist Übelkeit. Am liebsten würden wir den TV ausschalten und uns verkriechen, wenn wir z.B. die Nachrichten sehen mit ihren atembeklemmenden Meldungen von Terror, Krieg und Bedrohung.

Willkommen in diesen interessanten Zeiten!

Die Energieeinflüsse des Universums sind in 2020 vom ersten bis zum letzten Tag durchaus voller Wucht. Angefangen mit einer partiellen Mondfinsternis, gefolgt von kleineren und grösseren Zyklen, spüren wir zur Zeit vor allem die erneute zyklische Begegnung zweier grosser Planeten, die sich auf ihren Bahnen begegnen.  
(für Interessierte: u.a. Konjunktion Saturn/Pluto)

Es handelt sich um einen starken, langsam wirksamen kulturellen Einfluss. Wir spüren ihn schon seit 2 Jahren herannahen. Und dieser Einfluss wird uns auch durchs ganze Jahr begleiten. Unter diesem Einfluss gehen alte Welten unter und neue werden geboren. Alle 32-38 Jahre wiederholt sich dieser zyklische Prozess, der globale Strukturen erschüttert und restrukturiert. Noch nie verlief dieser Prozess ohne Trümmer:
  • Im Jahre 1914 erlebte die Menschheit den Ausbruch des 1. Weltkrieges. Mit seinem Ende endeten auch einige Nationen und Regierungen.
  • Die Wiederholung 1947 markiert das Ende des 2. Weltkriegs, wieder haben sich Nationen  resturkturiert und die NATO wurde gegründet, die immerhin 60 Jahre Frieden erhalten konnte.
  • 1982 hat es die ökonomische Landkarte verändert. Angefangen hat es mit einer weltweiten Rezession, die den Weg bereitet hat für die deregulierende Wirtschaftspolitik von Reagan und Thatcher. Deren Haifisch-Kapitalismus warf den Schutz der Mittelklasse über Bord und fütterte die Gier der Konzerne. Ergebnis: Neuverteilung des globalen Reichtums zugunsten der oberen 1%.
  • Heute erleben wir die NATO unter Druck (zum Glück noch nicht unter Beschuss). Die Reichtumsschere hat historisch den Rekord erreicht. Jedes dieser zyklischen Ereignisse testet die Strukturen der Welt, die sich im vorausgegangenen Zyklus entwickelt hatten.  In welche Richtung die Ereignisse laufen, ist offen. Wir können beobachten, wie Geschichte entsteht.

Es braucht keine Vorhersagen, die uns prophezeihen, wie scharf der Wind der Veränderung uns gerade ins Gesicht bläst, weil wir es sehen und fühlen. Wir merken, dass wir in Zeiten der Entscheidung leben. In menschlichen Gesellschaften breitet sich eine schwierige, destruktive Gefühlslage aus.

Wie gehen wir am besten damit um, gerade wenn wir sensibel sind?
Wie schaffen wir es,  unsere Augen offen zu halten,
und uns aktiv für die Zukunft einzusetzen, die wir uns ersehnen?

Wichtig ist zuerst, dass all diese Energien und Einflüsse neutral sind, weder "gut" noch "schlecht". Es handelt sich dabei um Energien, die schlicht gerade verfügbar sind. Allein unser freier Wille hat die Entscheidung, ob wir mit diesen Energien eher destruktiv oder glückbringend umgehen wollen. Ausgehend von unserem Willen auf dem Nährboden unserer Erfahrungen nehmen wir diese neutralen Energien jedoch sehr individuell wahr. Sie wirken in Form von archetypischen Mustern auf uns ein.

Wir können diese Zeitqualität jederezeit bewusst nutzen, um dramatische, positive Veränderungen in Gang zu setzen.  Wir können diese ganze Wucht und Kraft dieser archetypischen Energien nutzen, um die ernsten Probleme unser (Um-)welt anzupacken, seien es die Ungerechtigkeit der globalen Ökonomie oder Ökologie, ob im Grossen oder im Kleinen, Überschaubaren in unserer Nachbarschaft/Umwelt. Wir können zumindest unser eigenes Leben so umstrukturieren, dass es uns besser entspricht. 

Diese Zeitqualität fordert uns zu Verantwortlichkeit und Autorität auf. Sie rüttelt uns wach, will unsere Augen öffnen, damit wir in diesem Jahr selbstbestimmt und in voller Verantwortung für unsere Taten agieren!

Die Alternative ist, alle Verantwortung auf andere zu schieben und ihnen zu überlassen, wie unsere Welt gestaltet wird. Damit zementieren wir die alten Machtgefüge. Die globale Macht bleibt bei denen, die sie schon haben, und die daraus resultierenden Probleme werden weiter wachsen. In unserem eigenen Leben bleiben wir in der passiven Ohnmacht gefangen. Das hält uns in Angst, Zusammenbruch, Depression, Macht- und Kraftlosigkeit oder erschöpfender Frustration. Und noch schlimmer, selbst wenn wir uns auf positive Ziele fokussieren, schwirren immer noch all diese negativen Energien durch das kollektive Energiefeld. 

Wie überleben wir diese Zeiten am besten? 

Fortsetzung folgt...

(Dieser Artikel umfasst u.a. auch Ideen und Lehren meiner Lehrer, z.B. von Joachim Stuhlmacher, Heiner Frühauf, Don Miguel und Dana Gebhard. Mein Dank geht an sie für ihre regelmässigen Lektionen, die uns immer wieder helfen, wach zu bleiben.)



Strategien für 2020


(Fortsetzung von Teil I, Der Einfluss des Universums 2020)

Folgende Strategien werden uns gerade in diesem Jahr helfen, das Beste aus der Zeitqualität zu machen und die zur Verfügung stehenden Energien konstruktiv zu nutzen. 

Denken wir daran: jede Energie an sich ist weder gut/schlecht, sondern neutral. Es liegt an uns, WIE wir sie einsetzen!

Selbstfürsorge an Nummer 1  

Nur wer selbst keiner Hilfe bedarf, kann anderen helfen. 
Gerade für sensible Menschen, die sich leicht von pessimistischen und schwierigen Emotionen und Stimmungen einfangen lassen, ist dieser Tip eine Überlebensstrategie. 

Sich um sich selbst zu kümmern, ist allerdings ein sehr aktiver Prozess. Jeden Tag gilt es, sich selbst Zeit für sich zu nehmen, um das Nervenkostüm des Körpers zu klären und den Geist zu beruhigen. Nur ein friedlicher Geist ist nämlich in der Lage, die innere Stimme zu hören. Der Verstand glaubt eine Menge zu wissen. Er dreht sich zu gern unproduktiv grübelnd im Kreis und verheddert sich gern in Illusionen, Erwartungen und Vermutungen. Die Stimme des Herzens dagegen folgt immer dem Pfad der Seele. Je besser wir unser Nervensystem beruhigen, desto weniger krank macht uns das moderne Leben. So kann sich unser aufgewühlter, innerer Hektiker mal wieder entspannen. 

Dafür gibt es unzählige einfache Techniken, so dass jede eine findet, zu der er Zugang bekommt. Schlichtes Atmen zum Beispiel, oder Sitzen und Atmen (hier schon beschrieben) oder Spazierengehen (hier mehr dazu). Oder sich einfach 20 Minuten lang und flach auf den Rücken legen und sich selbst spüren, beobachten, wie Körper, Geist und Seele sich beruhigen und entspannen. 

Je entspannter unser Nervenkostüm ist, desto weniger schnell drehen wir am Rad. Wir alle kennen das. Je mehr die Nerven blank liegen, desto schneller reagieren wir auf jede Kleinigkeit völlig überspannt. Und was machen wir, wenn genau das passiert?

Fragen wir uns:
Ist es wirklich mein Thema?

Je besser wir in täglicher Selbstfürsorge trainiert sind (ja, das kann und muss man üben!), umso schneller bemerken wir, wenn wir ausser Gleichgewicht geraten. Wie oft war morgens die Welt noch in Ordnung und abends sind wir total daneben, weil irgendwas passiert ist, was unsere Schalter umgelegt hat. Halten wir inne. Fragen wir uns, ob das wirklich mein persönliches Thema ist. Und, in diesem Falle, ist die Antwort ein Ja. Ja, ich bin damit in Resonanz gegangen. Ja, es ist mir unter die Haut gegangen. Ja, es hat mich aus meiner Mitte rausgeschuppst.

Jetzt können wir uns in aller Ruhe um unsere aus der Balance geratenen Gefühle kümmern. Damit sind wir wieder bei Schritt 1: Selbstfürsorge. Hilfreich ist zu verstehen, dass alle Emotionen einen Sinn haben und wertvoll sind. Sie alle sind Signale, die uns ganz körperlich in Bewegung (in motion, e movere = E-motion) bringen, z.B. flau im Bauch, Herz rasen, Hirn entleeren, Panik aufsteigen, vor Angst in die Hose machen lassen. 

Je besser wir die dahinter steckende Botschaft verstehen, desto schneller können wir  die Emotionen, die uns zu schaffen machen, durch uns hindurch fliessen lassen, statt sie festzuhalten, Blockaden entstehen zu lassen. Das Gefühl hat nämlich seinen Job grösstenteils erledigt, wenn es unsere Aufmerksamkeit erregen konnte. Es hat unser unbewusstes, unaufmerksames Dahinleben gestoppt. 

Jetzt können wir uns um den entsprechenden, bedürftigen Teil in uns kümmern. Wir nennen ihn einfach mal kindlichen Anteil. Die meisten Gefühle, die uns aus der Contenance bringen, sind solche kindlichen Anteile. Ignorieren und verdrängen wir sie, bringen sie unser Nervensystem in Unruhe, sie heizen es allmählich immer mehr auf.

Nehmen wir z.B. Wut und Ärger, welchen Zweck hat der? 
Er macht uns stärker, verleiht unserem inneren Krieger Energie. Und er ist ein Zeichen dafür, dass unsere Grenzen in Gefahr sind oder bereits verletzt wurden. Wir haben die gesunde Grenze überschritten, die unser Inneres von der äusseren Welt trennt. Statt unseren Ärger  nach Aussen am Anderen auszulassen, sollten wir uns besser zurückziehen! Kommen wir wieder zu uns selbst. Lauschen wir auf unser Herz, warten wir auf seinen Rat. 

Kummer und Sorge reinigen uns dagegen von unangemessenem Verbundensein. Depressionen schützen das überlastete Nervensystem vor weiterer Reizüberflutung. All unsere Emotionen sind symbolisch gesprochen ein Geschenk vom inneren Heiler, von "Mutter Erde", der inneren Mutter, die für unser Wohlbefinden und unsere Heilung zuständig ist. 

Gehen wir in uns. 
Überprüfen wir diese Worte. 
Ebenso wichtig, wie den Weg raus zu finden, 
ist nämlich,
zunächst einen Zugang nach Innen zu suchen. 

Wenn  wir uns mies fühlen, jedoch keinen äusseren Auslöser dafür finden, dann haben wir meist die Gefühle anderer angenommen. Emotionen lassen sich genauso schnell wie Erkältungen einfangen, wenn unser psychoemotionales immunsystem geschwächt ist. Es ist so wichtig, die eigenen von Fremdgefühlen unterscheiden zu lernen, um gesunde eigenen Grenzen zu bewahren. 

Letztlich spielt jedoch keine Rolle, woher die emotionale Energie stammte. Wir fangen uns nichts ein, was nicht ohnehin schon ein wunder Punkt für uns war. Schnappen wir ein negatives Gefühl auf, haben wir eine weitere Möglichkeit, dieses Thema in den Heilungsprozess zu bringen. 

Nimm es nicht persönlich!

Don Miguel lehrt uns, es nicht persönlich zu nehmen (hier mehr dazu!). Weder die eigenen, noch die Leiden der anderen. Manchmal braucht es dafür nur 3 Minuten bewusstes Durchatmen. Statt mit zu leiden (auch in in Selbst-Mitleid) bringen wir uns in die heilsame Distanz des Mitfühlens ohne Anhaftung.  

Ein mitfühlendes Herz ist keine Schwäche sondern eine Stärke. Wahre spirituelle Meister weinen um die Leiden der ganzen Welt, ohne sich selbst daran zu erschöpfen. Das allerdings mussten sie zuerst lernen. Dann üben sie es immer wieder. Wir können das genauso - lernen und üben!

Fortsetzung folgt...