3. März 2019

KEIN QI Gong am Montag und Dienstag!


Mich hat die Grippe ins Bett bewegt.  
Reden macht noch mehr Hustenreiz. 
Also mache ich das, was ich Euch immer empfehle:

  • Ruhe geben,
  • für warme Füsse sorgen,
  • noch mehr heisses Wasser trinken als sonst,
  • so gut es geht klopfen, klopfen, klopfen... 
Klopft schön fleissig weiter,
nächste Woche wieder mit vielen Händen gemeinsam ;-) 

7. Februar 2019

Tips für 2019 (Teil III)

Es gilt das Yang sanft anzuregen

um das Yin in Bewegung halten ohne sich selbst zu erschöpfen. Altes, Verbrauchtes muss unbedingt ausgeschieden werden. Wir sollten unsere Kraft in 2019 darauf ausrichten, dass wir intensiv und möglichst endgültig alte Schattenthemen loslassen. „Schwierige Emotionen“, wie Ängste, Grübeln, Eifersucht etc. verstärken diese Problematik und machen uns gereizt, unruhig, ängstlich. Im schlimmsten Falle fühlen wir uns ohnmächtig ausgeliefert.  Daher haben innere Übungen (des Qi Gong, aber auch z.B. MBSR, Meditation, Focusing, etc.) in diesem Jahr absolute Priorität, um gelassener mit den Schwierigkeiten und schwierigen Emotionen umgehen zu lernen.

Viel Bewegung, Qi Gong

Wir Menschen benötigen in diesem Jahr viel Bewegung. Damit ist allerdings weniger rein körperliche Bewegung gemeint, sondern vor allem energetische und geistig-seelische Bewegung. Schweisstreibenden, anstrengenden Sport und Leistungsdruck lassen wir besser sein. Regelmässiges, kraftvolles Gehen ist perfekt. Z.B. Joggen sollten wir meiden.

Qigong bewegt sowohl den Körper sanft, ohne ihn zu verausgaben. Zugleich trainiert und bewegt es auch den Geist und entspannt Körper und Nervensystem. Wir sollten uns in diesem Jahr durchaus disziplinieren pro Tag 1 Stunde zu üben. Bis Ende Februar sollten noch ruhige, innere Übungen dominieren (wie unsere Wasser-Übungen aus den Kursen). Mit dem Aufblühen des Frühlings sollten wir zu ca. 30-40 Minuten intensive Reinigungsübungen wechseln, z.B. Schütteln, Klopfen, die himmlische Schwalbe oder Duft-QiGong. Die letzten 10 Minuten das Qi wieder still sammeln. 

Symptome von Yin-Stagnation

In 2019 werden all die Erkrankungen vermehrt auftreten und zu Verschlimmerung neigen, die aufgrund von zu viel Feuchtigkeit und feuchter Kälte (die in Hitze umschlagen kann) als Stagnationen entstehen. Beispiele für solche Erkrankungen in der westlichen Medizin sind z.B. die rheumatischen Erkrankungen, Schwellungen und Ödeme, aber auch Übergewicht und urogenitale Symptome wie Blasenentzündung. Wir sprechen in der chinesischen Medizin auch von Ansammlungen von Materie, z.B. von Gewebe (Krebs), oder Wasser- und Blutansammlungen (Zysten), Ansammlungen in den Blutgefäßen bei Gerinnseln. Patienten mit diesen Dispositionen sollten in diesem Jahr besonders gut auf sich achten. 


Für das Jahr 2019 entspricht die Zuordnung im Organsystems in der chinesischen Medizin dem sogenannten San Jiao. Er spiegelt ebenfalls absolutes Yin wieder und symbolisiert auch den Tod. Hier ist allerdings nicht der gefürchtete, gewaltsame Tod gemeint, sondern das natürliche Ende eines Lebenszyklus. So wie im Herbst die Blätter von den Bäumen abfallen, damit im Frühling neue Knospen treiben. 

Der San Jiao herrscht über die drei Energiezentren des Körpers. Wir können ihn auch in Zusammenhang mit dem Nervensystem betrachten als Minister für Regulation. Er hält das Yin in Bewegung, sorgt mit für Transformation und erhält so das Leben. Verstopft dieses Organsystem durch Ängste (z.B. vor dem Tod), durch Schleim und Feuchtigkeit, so reduziert sich unsere Regenerationsenergie. Giftige Ausscheidungsprodukte wie Feuchtigkeit und Schleim entstehen schneller, können nur unzureichend entfernt werden, sammeln sich so im Gewebe und stagnieren dort. Der Stoffwechsel funktioniert nicht mehr richtig. Es entstehen die genannten Symptome und Erkrankungen durch inneres „Zumüllen“. 

Ernährung und Verdauungskraft

Sicherlich ist auch entlastende Ernährung hilfreich. Wir sollten ohnehin möglichst wenig Nahrungsmittel essen, die uns zusätzlich belasten. Meiden wir konsequent alle minderwertigen Industriefette und Frittiertes, z.B. Chips und Knabberzeugs, aber auch Wurst und Schweinefleisch(-produkte). Milchprodukte sollten wir drastisch reduzieren bis auf Butter und Sahne. Zucker, süsse Sachen und eiskalte Speisen und Getränke sind ohnehin zu meiden. Gerade Milchprodukte und Zucker sind schleimbildend.

Alle Störungen des Verdauungstraktes aufgrund von zu viel Kälte und/oder Feuchtigkeit sollten in 2019 sehr ernst genommen werden. All diejenigen, bei denen bereits Verdauungsstörungen vorliegen, wie Blähungen, breiiger/schleimiger Stuhlgang, Verstopfung, sollten besonders achtsam auf die Ernährung achten. 

Doch auch Symptome wie Hautbeschwerden, vermehrter Ausfluss, unklares Sehen und Denken, Konzentrationsschwäche gehören in diesen Zusammenhang. Die Tendenz zu „Schleim im Oberen Erwärmer“ mit Beschwerden von Herz und Lungen, sollte ernst genommen und sehr genau beobachtet werden. Es gilt frühzeitig zu behandeln und gegen zu steuern, damit sich diese Symptomatiken nicht verschlimmern.

Im Frühling und Sommer sollten wir morgens mit warmem Frühstück beginnen. Optimal ist Hirsebrei mit gedünstetem Obst oder Gemüse. Wichtig sind leicht verdauliche Speisen, also v.a. schonend gegartes, junges Gemüse der Region und Saison. Jetzt können wir wieder selbst Sprossen und Keimlinge ziehen, um unsere Sehnsucht nach frischem Grün zu befriedigen.

Hülsenfrüchte sind immer eine tolle Ergänzung und echte Vitalstofflieferanten zu jeder Jahreszeit. 

Im Herbst und Winter dürfen Kraftsuppen und kräftigende Eintöpfe oft auf dem Speiseplan stehen mit wenig, aber gutem Fleisch von Rind, aber auch Lamm oder Reh. Deren Knochen können wir in der Kraftsuppe lange mit ausgekochen.

2019, Jahr des yinigen Erd-Schweins (Teil II)

Doch was bedeutet das konkret für 2019?

In 2019 ist der Himmelsstamm die yinige Erde. Erde an sich ist ebenfalls yiniger Natur. Das diesem Jahr zugeordnete Hexagramm ist Nummer 2, KUN. Es steht für die urweibliche, yinige Erde. Wir befinden uns in 2019 im letzten Jahr eines 12-jährigen Zyklusses, der eine vollständige Veränderung in einem vollständigen Wandel abschließt. 

Zum Abschluss geht die Reise ins tiefste Yin zum Erdenzweig des „Schweins“, das mit Wasser und dem San Jiao assoziiert ist. Yin ist synonym mit dem Urweiblichen, mit absoluter Dunkelheit und völliger Bewegungslosigkeit. Das Schwein ist der Archetyp für ein Bewusstsein, das den grossen göttlichen Plan wahrnimmt. Das bedeutet keineswegs, dass wir den Plan verstehen. Aber die Energie dieses Erdenzweiges ermöglicht, zumindest zu akzeptieren, was geschieht. So wird Veränderung möglich. Auch diese empfängliche Energiequalität ist Yin. Vorsicht ist in 2019 ein gutes Stichwort. Aber auch Vorsicht davor, dass die Emotion des Wassers, die Angst, nicht übermächtig und lähmend wird!

Yin hat generell die Eigenschaft von Ruhe, Stille, Nicht-Bewegen. Zuviel Yin führt daher auch zu Symptomen von Stagnation. Yin braucht Yang zur Bewegung. Ansonsten kommt es zu Erstarrung, Unflexibilität, Versteifungen bis hin zu Lähmung in ohnmächtiger Angst aufgrund krankhafter Ansammlungen von Yin. In 2019 potenzieren sich einige Yin-Einflüsse. Dazu kommt eine Menge Wind der Veränderung durch den Holz-Einfluss von Jupiter. Wind ist das Symbol für Bewegung und Veränderung, für stürmische Zeiten. Und in diesem Jahr wird manche Böe unsere „erdige Mitte“ ins Wanken bringen. 

Wir müssen daher gut auf unsere Mitte, auf unsere Transformations- und Verdauungskraft aufpassen! Das betrifft nicht nur die körperliche Verdauung, sondern auch, wie wir alle Eindrücke und Impulse aufnehmen und verwandeln. Daher gilt es durchaus bedacht zu agieren:

2019 ist ein gutes Jahr, um mit alten Dingen aufzuräumen, abzuschliessen, loszulassen und zu beenden. In diesem Jahr sollten wir dagegen keine neuen Aufgaben übernehmen, keine neuen Projekte anfangen. Wer die Wahl hat, und es ermöglichen kann, sollte z.B. mit Umzug und Jobwechsel noch ein Jahr warten. Wir sollten nicht zuviel Euphorie z.B. in neue Beziehungen in diesem Jahr hineingeben. Es ist einfach nicht das Jahr für viel Neues, für Dynamik, Aktionen und grosses Schaffen. Wer das versucht, wird sich schnell erschöpfen.

Hilfreiche Stichworte für 2019 

sind Aufräumen, klären, loslassen, in Ordnung bringen. Damit schaffen wir für den neuen Zyklus ab 2020 eine gute Basis. Alles, was wir jetzt klären und erledigen, schleppen wir nicht als Altlasten mit in den neuen Zyklus. Wir wollen mit Leichtigkeit in den Neuanfang starten, ohne den alten „Scheiss“ als Ballast! 

 In 2019 können wir Inspirationen und Ideen sammeln. Wir lassen sie ruhen und reifen. Routinen und bewährte Alltagsrituale geben uns Unterstützung, nicht die Geduld zu verlieren. Bloss nicht zu viel auf einmal, weder beim Essen, noch beim Nachdenken, noch an Entscheidungen. Sondern einen Brocken nach dem anderen verarbeiten und schrittweise in kleinen Schritten agieren! 

Ab 2020 wird die kommende Energie der Ratte uns dann Kraft schenken, um in den neuen 12er-Zyklus loszulegen. Dann wird sich zeigen, welche Ideen und Visionen sich realisieren.

Chinesisches Neujahr (Teil I)


Mit dem Frühlingsneumond Anfang dieser Woche beginnt das neue Jahr und der Frühling aus chinesischer Sicht. 2019 ist das Jahr des yinigen Erd-Schweins.

Doch was bedeutet das?

Unser westliches Zeitverständnis ist linear. Das Jahr beginnt am 01. Januar und endet am 31. Dezember eines jeden Jahres. Jeder Monat hat 30 oder 31 Tage. Der Tag beginnt und endet immer um Mitternacht. Die Zeit verläuft gemäss dem Ticken der Atomuhr immer gleichmässig und linear. (Ach herrje, nur die Natur macht da nicht ganz mit. Wir brauchen immer wieder ein Schaltjahr, sonst feiern wir irgendwann Silvester im Sommer…) 

Das alte China dachte zyklisch!

Himmelsstämme und Erdenzweige

Chinesen benutzen das Wort „Himmel“ und meinen „Zeit“. Zeit ist eine kontinuierliche Spirale. Was im Kreis geht, kommt auch wieder, die Zeiten wiederholen sich — fast. Die Abfolge der Himmelsstämme zeichnet also auf, wie sich das Qi im Laufe der Zeit verändert. Im Laufe eines Jahres nimmt eine bestimmte Qi-Qualität zu (Wachstum bedeutet Yang), um dann wieder abzunehmen (Yin) und eine andere Qualität hervorzubringen. So wie Himmel ein Synonym für Zeit ist, so wenig lassen sich die Begriffe Erde und Ort trennen. 

Die 12 Erdenzweige beschreiben die Bewegung des Qi an einem bestimmten Ort auf der Erde. Sie entsprechen einer bestimmten Himmelsrichtung. Jeder Erdenzweig wird von einer Wandlungsphase des Qi regiert. Entsprechend der Wandlungsphasen ordnete man Holz dem Osten, Feuer dem Süden, Metall dem Westen und Wasser dem Norden zu (die Erde im Zentrum spielt hier keine Rolle). Und jeder Erdenzweig korrespondiert ebenfalls mit einer Yin-Yang-Polarität. Mit der Meridianuhr wird die Resonanz von Makrokosmos und Mikrokosmos der verschiedenen Zyklen beschrieben, die sich überlagern. Der Lauf der Sonne und der Planeten ist dabei eine zeitlose Symbolik, die den Tageslauf, den Jahreslauf erklärt, aber auch die menschlichen Lebensphasen. Anhand von 12 Archetypen („Tieren“) werden kulturübergreifend bestimmte Phasen in diesem ewigen Zyklus erklärt. Diese sind spirituelle Symbole für innere Eigenschaften.

Die Begriffe des chinesischen Tierkreises, die den Erdenzweigen 1:1 entsprechen und oft damit verwechselt werden, sind dabei lediglich Eselsbrücken! Selbst die chinesischen Worte, z.B. Schwein oder Zi, das als Ratte übersetzt wird, ist keineswegs das Wort, das im Chinesischen benutzt wird, um auf das Tier mit dem langen Schwanz zu zeigen. Diese Namen dienen nur als Merkhilfe für diese bestimmte Energiequalität. Wir sollten wir uns hüten, Menschen in die Schubladen der „Trivial-Astrologie“ zu stecken, wie dies im Westen gerne auf Zuckerwürfeln mit dem Sonnenzeichen (Geburtsmonat) und in China auf Servietten (Geburtsjahr) verballhornt wird.

Die 10 Himmelsstämme und die 12 Erdenzweige verbinden sich zu einem Zyklus aus 60 möglichen Kombinationen. Der erste 60-Jahres-Zyklus begann im Jahr 2697 v. Chr. Jedem Jahr entspricht eine bestimmte Kombination. 

7. Januar 2019

Winterruhe statt Infekte


Vielleicht ist es einigen schon aufgefallen?
Es ist sehr dunkel draussen, nass und usselig kalt.
Die meisten Menschen sind schlapp, müde, möchten nur noch schlafen.
Viele sind krank, haben Erkältung, Blasenentzündung oder Magen-Darm...

Yin-Energie

Die Qualität, die die Energie gerade hat, nennen die alten Chinesen Yin.  Yin und Yang sind die beiden Gegensätze, die immer relativ aufeinander bezogen betrachtet werden. Yin sind dabei solche Eigenschaften, die sich durch Dunkelheit, Schwere, Kälte, Feuchtigkeit, Dichtheit, Materie, Tiefe, Nachgiebigkeit, Weichheit, etc. beschreiben lassen. Yin-Energie macht ruhig, müde, und sorgt so dafür, dass wir bei aller Hektik und yangiger Aktivität auch mal wieder Ruhe und Muse zum Regenerieren bekommen. (Im Gegensatz dazu sind die gegensätzlichen Eigenschaften des Yang  licht, leicht luftig, ungreifbar, geistig, beweglich, fachen an, machen uns aktiv und dynamisch.)

Leben ist Wechsel und Wandel. 

Energie in der Natur wandelt sich in Zyklen, im Menschen wie im Kosmos. Die kleineren Zyklen sind z.B. Herzschlag und Atmung. Dann kennen alle den Tageszyklus, den Mondzyklus, den Jahreszyklus. Dabei ist die Nacht mehr Yin als der Tag. Auch der Winter ist im Vergleich zum Sommer Yin. Und eine lange Winternacht im Januar ist sehr viel viel mehr Yin als ein Sommertag. Die Ähnlichkeit der jetzigen Energiequalität mit einem matschigen Acker im Rheinland im Januar voller klebriger, nasser Erde ist dabei alles andere als zufällig, sondern beschreibt sehr gut die Lebensenergie um uns herum. Und all diese Zyklen überlagern sich.

Und es gibt noch weitere Zyklen, z.B. den 12-Jahreszyklus. Wir sind gerade am Ende eines solchen Zyklusses. Und 2018 war schon sehr Yin, aber 2019 wird sogar das yinigste Jahr in diesem Zyklus werden. (Dazu demnächst mehr.) Im Moment ruht die Natur und hat Pause zur Regeneration. Erst Anfang Februar nimmt das Yang in der Natur hier bei uns wieder spürbar Fahrt auf. Wir hören dann die Vögel wieder zwitschern, die Kätzchen blühen mit den schneeglöckchen um die Wette, wenn der Frühling in seine erste Phase kommt.

Yin heisst Winterruhe und Regeneration

Noch ist Winterruhe. Wir Menschen dürfen daher auch Winterruhe halten. Die Natur stellt gerade wenig Yang für Aktivitäten für uns zur Verfügung. Die müssen wir aus unseren reserven räubern. Aber es gibt viel Yin-Energie zum Ruhen, Faulenzen, Regenerieren, Loslassen von Hektik und sonstigem Überflüssigem. Und wenn wir uns wieder an all die sich überlagernden Zyklen erinnern,, dann wissen wir, dass in diesem Winter noch mehr Yin als sonst herrscht. Und wir legen noch etwas Yin obendrauf: wir hatten gerade Neumond zusammen mit einer Sonnenfinsternis (auch wenn die kaum einer mitbekommen hat, weil sie nicht sichtbar war). Auch das vermehrt das Yin. Und Yin hilft uns auch. Es bringt Ruhe, damit wir Kraft sammeln und regenerieren können (wenn wir das denn tun würden.)

Wer wider die Natur lebt, dem kostet das unglaublich viel Energie und Reserven. Das ist der Grund, warum die meisten Menschen zur Zeit  "hundemüde" sind und Lust zu gar nix haben. Wer sich zu Aktionismus mit aller Kraft zwingt, dem kann passieren, dass der Körper dann in die Knie geht und ihn mit einem Infekt zur Ruhe zwingt...

Schöner ist allerdings, zu verstehen, was in uns und um uns geschieht. Dann können wir uns nämlich anpassen. In diesem Sinne tauche ich auch gleich wieder ab in meine "splendid isolation": 
Rückzug in die Winterruhe und Pause, 
viel Schlafen, Entspannen, Ruhen, Lesen, Meditieren,
Nicht-Tun und schon gar keine unnötigen Anstrengungen,
viel Kraftsuppe, heisses Wasser. 

Dafür  Regenerieren, Nervensystem entlasten, 
Kraft sammeln.

Denn der nächste Frühling kommt bestimmt!
(Rund um den 05. Februar erwacht das neue Jahr!)

29. Dezember 2018

Hausapotheke bei Erkältung, Husten, Schnupfen



Alle Jahre wieder... 
- kommt nicht nur die Weihnachtszeit, sondern auch die Erkältungszeit. 
Nicht nur Rudolf das Rentier hat dann die knallrote Schnupfennase, der Hals ist ebenso rot entzündet, und manches Herrchen bellt mit seinem Hund um die Wette. 

Bei einer deftigen Bronchitis ist das gar nicht mehr so witzig. Schon unangenehm, aber nicht dramatisch. Der Volksmund sagt nicht zu unrecht, es braucht unbehandelt 7 Tage. Mit Behandlung braucht es eine Woche. Damit es aber so bleibt, sollten wir uns um uns kümmern. 

Wichtig: dafür brauchen wir KEINE Antibiotika! Der Körper kann mit einem grippalen infekt sehr gut selbst fertig werden, wenn man sich Ruhe und Zeit gönnt. Also, krankmelden und ab ins Bett (statt die Kollegen anzustecken).

Tun wir das nicht, dann kann sie leicht verschleppt werden und sich chronifizieren. Das Immunsystem wird vor lauter Ignorieren und weitermachen immer schwächer, bis sich dann tatsächlich heftige Infekte dazu gesellen. So mancher "ganzer Kerl"  ist nicht nur heldenhaft mit seiner Rotzerei arbeiten gegangen, sondern hat in Folge eine Lungenentzündung bekommen... Dann braucht es tatsächlich ein Antibiotikum, manchmal sogar einen Klinikaufenthalt. Nur brauchen wir es nicht so weit eskalieren lassen!

Die wichtigsten Hausmittel:
  1. Bettruhe und Bettwärme
    sind nur durch eines zu ersetzen: Bettruhe!
    Auf dem Sofa rumlungern ist keine Alternative. Die Füsse wollen warm sein. Wärmflasche, Fussbad und dicke Socken sorgen dafür. Der Körper und das Nervensystem brauchen Ruhe und Erholung. Daher den TV ausgeschaltet lassen. Viel Schlafen, träumen, ein bisschen lesen und Musikhören.
  2. Thymian und Eukalyptus
    Mit Thymiankraut kann Tee gekocht werden,
    1 EL pro Tasse, zugedeckt 10 Min. ziehen lassen.
    Bei Schnupfen und Husten kann auch damit inhaliert werden. Dann gibt man 2 EL auf ca. 0.5l kochendes Wasser in eine Schüssel, beugt sich darüber und bedeckt den Kopf und die Schüssel mit einem grossen Badetuch. Den heissen Dampf (vorsichtig!) tief einatmen. Die feuchte Wärme öffnet alle Poren, weitet die Bronchien und lässt den Druck, Rotz und den Schleim schön abfliessen. Das ist viel effektiver als das Benutzen von Inhaliergeräten...

    Mit einem Thymian- und Eukalyptus-haltigem Massageöl, z.B. Fa. Taoasis Erkältungsduft-Massageöl (gibts in der Apotheke), mehrmals täglich Brust und Rücken einreiben.  Davon kann auch 1 TL zum Inhalieren in die Schüssel gegeben werden. Es eignet sich auch für ein Fussbad (1TL), für ein Vollbad (1-2 EL) oder einfach statt Duschgel unter der Dusche ca. 1 TL in die nasse Haut gründlich einmassieren und nur ganz kurz abspülen.
  3. Heisswasser-Trinkkur
    Mindestens drei Liter Wasser kochen (am besten ein paar Minuten durchkochen) und in Thermoskannen füllen. Alles im Laufe des Tages in kleinen Schlucken so warm wie möglich trinken. Das heisse Wasser verflüssigt allen Schleim, auch den im Kopf. Es spült ihn runter zur Blase, die scheidet ihn dann aus. Die Wassertrinkkur kann solange wiederholt werden, bis die Kältesymptome vorbei sind. Sie ist auf jeden Fall einen Versuch wert zur Klärung des Kopfes und zur Beschleunigung der Heilung bei einer Erkältung. Der einzige Nachteil: Wir brauchen eine Toilette in der Nähe und werden im Laufe des Tages recht viel dorthin wandern.
  4. Hühnersuppe
    wärmt und stärkt von innen. Perfekt, wenn jemand uns bekochen kann.  Ansonsten ist das einfach gemacht: Ein Suppenhuhn mit reichlich geputzem, grob zerkleinertem Suppengemüse der Saison (z.B. Lauch, Möhre, Sellerie, Wirsing, Pilze, Pastinake, Petersilienwurzel), Gewürzen wie Lorbeer, Wacholder, Piment, Pfeffer, reichlich Ingwer- und Kurkumaknolle wird in einem grossen Topf über 3-4 Stunden gekocht. Alles andere wird stundenlang gekocht, je länger, desto intensiver wird die Brühe. Am Ende der Kochzeit alles durch ein Sieb giessen. Verwendet wird nur die klare Brühe! Die darf mit dem vorher geretteten Brustfleisch und frischem, gut geputzen, zerkleinerten Gemüse verfeinert werden.
Ergänzend können wir das Immunsystem mit einigen sanften Naturheilmitteln (aus der Apotheke) unterstützen: 

  • Fa. Spenglersan Kolloid G:
    3-5 x täglich rechts und links auf die Halsseiten aufsprühen und sanft mit den Handgelenkinnenseiten von oben nach unteen einreiben. Zusätzlich können  mehrmals täglich 1-2 Sprühstösse in jedes Nasenloch "hochgeschnüffelt" und bei Bedarf auf die entzündeten Bereiche im Rachen aufgesprüht werden.
  • Bei viel Rotz und Schleim helfen Gelomyrtol-Kapseln. Am besten zum Essen nehmen, Dosierung nach Packungsbeilage. Die sollten ruhig noch 2-3 Tage länger nach dem Abklingen der Symptome genommen werden.
  • Bei heftigem Husten und Bronchialkatarrhen mit Hustenkrämpfen empfehle ich Hedera comp., Fa. Ceres. Davon nimmt man 2-3 Tropfen pur oder in heissem Wasser 3-5x täglich ein.
Gute Besserung!

10. Oktober 2018

Hatz auf Schöllkraut / Iberogast


Kommentar von Peter Germann (im BDH-newsletter Nr. 610)

Das u.a. in Iberogast® enthaltene Schöllkraut steht schon seit längerem im Verdacht, leberschädigend zu wirken. Daher hatte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) ein Stufenplanverfahren eingeleitet. Gegen den Bescheid hatte sich Bayer, der Hersteller, gewehrt, bis er kürzlich gezwungen wurde, die Angaben in den Beilagen zu ändern und Warnhinweise auszusprechen. Peter Germann kommentiert den Vorgang für Sie:

Die Medizin-Inquisition zieht mal wieder die Schlinge enger. Jetzt ist Schöllkraut im Visier. Ohne Frage ist die Droge mit Vorsicht zu genießen, sie gehört zu den forte- Phytotherapeutika. Dies ist allerdings ein uralter Hut. Es wird u.a.ein Todesfall durch Leberversagen bei einer Lebertransplantation angegeben, bei dem wohl parallel ein Fertigprodukt mit Schöllkraut eingenommen wurde. Solche Darstellungen sind nichts Neues, wir hatten das auch bei Kava- Kava. Trotz späterer Revidierung ist Piper methysticum nicht wieder auf den Markt gekommen.

Der „Trick“ ist denkbar einfach: Man nehme einen beliebigen Todesfall mit beispielsweise Leberversagen, dessen Grund medizinisch belegt ist durch Alkohol, Krebs oder Transplantation und suche in der Historie des verschiedenen Patienten nach der sporadischen Einnahme eines freiverkäuflichen naturheilkundlichen Medikamentes, welches eine Pflanze enthält, die in großen Mengen eine Leberbelastung hervorrufen könnte. Dies zieht man eins zu eins ins Kalkül, um zu argumentieren, der Todesfall könne auch von der Heilpflanze stammen. Mit dieser „Methode“ ist allerdings alles angreifbar, was der Verstorbene zu Lebzeiten eingenommen hat. Das gilt für Lebensmittel, Nahrungsergänzungsmittel, naturheilkundliche sowie schulmedizinische Medikamentationen. Diese höchst unwissenschaftliche  Vorgehensweise öffnet Tür und Tor, alles was man will, in die Verantwortung des Geschehens mit einzubeziehen. Unter dem Deckmantel des Patientenschutzes können so undurchsichtige Interessen salonfähig gemacht werden.

Ich bin weiß Gott nicht der Meinung, dass alles, was Grün ist, unbedenklich konsumiert werden kann! Die größten Gifte kommen in der freien Natur vor. Aber fadenscheinige Argumentationen führen dazu, wie in der Vergangenheit ersichtlich, dass Phytotherapeutika unwiderruflich vom Markt genommen werden. Das reißt jedes Mal eine weitere Lücke in unsere Therapiemöglichkeiten.