19. August 2019

Nebenwirkungen


In einem älteren Kommentar (link: Hatz auf Schöllkraut ) wurde sehr treffend beschrieben, mit welchen Tricks Naturheilmitteln die Zulassung entzogen wird. Hierbei geht es nicht um eine saubere Klärung der Wirkung, Nebenwirkung und Dosierung, um Schädigungen durch Arzneimittel beim Patienten zu minimieren. 

Denn auch Natur ist NICHT immer harmlos, 
ebensowenig ist Pharma NICHT immer schlimm.

Fakt ist, ich zitiere (zum Quellartikel) :

Aufgrund der Lebertoxizität von Schöllkraut wurden bereits 2008 allen Phytopharmaka mit einer Tagesdosis von mehr als 2,5 mg Gesamtalkaloiden die Zulassung entzogen. Alle Präparate mit einer niedrigeren Tages-Gesamtdosis mussten in die Patienteninformation Warnhinweise zur Lebertoxizität aufnehmen. Im September 2018 hat das BfArM ein Risikobewertungsverfahren gegen schöllkrauthaltige Produkte eingeleitet. Produkte mit 2,5 mg Schöllkrautextrakt pro Tagesdosis erhalten keine Zulassung mehr.

Laut BfArM sollen 
48 Einzelfallberichte über Verdachtsfälle von Nebenwirkungen 
in der Organsystemklasse „Leber- und Galleerkrankungen“ vorgelegen haben. 
Diese Hinweise waren alle wirkstoff- und nicht produktbezogen. 
Heißt konkret: 
Die Hinweise bezogen sich ausschließlich auf die Einnahme von Schöllkraut 
und nicht auf die Einnahme von Iberogast®, das mehrere Pflanzenextrakte enthält.

Die Dosis macht das Gift! 

Dieser Lehrsatz gilt für alle harmlosen Substanzen wie auch für hochgiftige Mittel. Selbst das beste Trinkwasser kann im Übermass genossen zu Organ- und Hirnschäden führen. Beim Bärlauchsammeln versehentlich 1-2 Blätter der Herbstzeitlosen miterwischt, endet recht sicher tödlich. Obwohl Colchicum ein wichtiges Heilmittel ist, allerdings in wesentlich feinerer Dosierung und anderer Zubereitung.


Zur Info wieder einige Fakten (zum Quellartikel) :

Mit einer Menge von 0,3 Milligramm Gesamtalkaloide pro Tagesdosis
enthält Iberogast® vergleichsweise wenig Schöllkraut-Extrakt.

Etwa fünf Verdachtsmeldungen über Schöllkraut pro Jahr, 
1–2 Todesfälle ohne bestätigten kausalen Zusammenhang zu Iberogast® 
in den letzten knapp 60 Jahren
Natürlich muss jedes Risikosignal ernst genommen werden 
und jeder Todesfall ist extrem tragisch und einer zuviel.

Da fragt sich sich doch jeder mit gesundem Menschenverstand, 
um was es bei all den Diskussionen tatsächlich geht...

Wie im Krimi: wer ist der wirkliche Übeltäter?


Wenn ich dann im Alltag, im Freundeskreis und in der Praxis erlebe, wie schnell die meisten Menschen Schmerzmittel (wie Paracetamol, ASS, und sogar deutlich stärkere Mittel) "mal eben" einnehmen, oder wie oft Breitensportler schon vor dem Sport mal eben ne Schmerztablette einwerfen 
- dann stellt sich an dieser Stelle die ganz grosse Frage, 
welches Mittel hat den Schaden gegebenfalls verursacht?

Übrigens, Paracetamol ist (nicht nur in USA und GB) die häufigste Ursache für akutes Leberversagen. Und nur die Hälfte davon hat sich damit beabsichtigt vergiftet (z.B. in suizidaler Absicht) mit einer zu lange andauernden oder zu hohen Dosis. Dann gibt es Menschen, die bereits bei einer deutlich geringeren Dosis Leberschäden von Paracetamol bekommen, weil bei ihnen die Ausscheidung verringert ist. 

- Und wer regelmässig halt mal ne Para einwirft, denkt selten nach, wenn er dann bei Übelkeit halt noch ein Schöllkraut-haltiges Mittel dazu nimmt. 

Die Marktzulassung von Para wird übrigens nicht in Frage gestellt...

Das übliche Milliardengeschäft trotz Nebenwirkungen

Zitat (zum Quellartikel)

Pro Jahr versterben alleine in Großbritannien 
3.000 (!) Menschen an Blutungskomplikationen durch Acetylsalicylsäure, 
so ein Ergebnis der Oxford Vascular Study.  
Natürlich werden weitaus mehr Leben durch verhinderte cerebrale und kardiale Ereignisse gerettet. Richtig eingesetzt ist ASS in der Reinfarktprophylaxe und nicht in der Primärprävention ein wichtiges Arzneimittel. Keiner würde hier auf die Idee kommen, eine Marktrücknahme zu verlangen.

Achten Sie doch mal darauf, wieviele Menschen im Bekanntenkreis, seit Jahren ASS 100, oft plus "Magenschutz"-Mittel, einnehmen. Oder diese "Magenschutzmittel" seit langem einnehmen, weil sie so Sodbrennen und Magenschleimhautentzündung haben. Gerne trotzdem in Kombination mit Schmerzmittel eingenommen. Allein schon der Begriff Magen"schutz"mittel ist Irreführung per se! (Denn in Wirklichkeit müsste der Magen davor geschützt werden.)

Tausende Todesfälle gehen nach einer Studie von Xie et al. auf das Konto von Protonenpumpenhemmern. Dies gilt auch für die Dosierung, die in Apotheken ohne Rezept erworben werden können. Forderungen nach Rücknahme? Fehlanzeige.  

Im Gegenteil. Diese Protonenpumpenhemmer (oft Säureblocker, Magenschutz, PPI genannt) werden fleissig verschrieben und oft sinnlos über lange Zeit eingenommen. Die Kritik bezieht sich hier darauf, dass die Tabletten fröhlich eingeworfen werden, aber keine Veränderung der Gewohnheiten stattfindet, die das Sodbrennen, den Reflux oder die Magenschleimhautentzündung auslösten! Die einzige wirkungsvolle Therapie ist nämlich eine Ernährungs- und Verhaltensänderung. 

Der Protonenpumpenhemmer bremst kurzfristig nur die Heftigkeit über 7-10 Tage und lindert den akuten Leidensdruck. (Das kann in einer Klinik und hochakut durchaus sinnvoll sein!) Aber sicher nicht, damit der Patient weitermacht wie bisher. Und schon gar nicht über Wochen, Monate und sogar Jahre, wie bei manchen Patienten...

Sie nehmen Protonenpumpenhemmer, haben Reflux, Sodbrennen?
Dann lohnt es sich ein bissl hier weiter zu lesen: link



18. August 2019

Tips für die zweite Jahreshälfte 2019 (Teil IV)


Das Jahr des Erd-Schweins zeichnet sich durch dreifache  Erdqualität aus

Damit ergibt sich die  dreifache problematische Energie von Feuchtigkeit und Schleim, die das System verstopfen und diverse Beschwerden, Probleme und Krankheiten hervorbringen. Mit dem Jahr des Schweins endet auch ein 12-er-Jahres-Zyklusses mit den entsprechenden Organabfolgen. Bevor Neues beginnt, muss zuerst Altes ausgemistet werden. Die Ablagerungen und Altlasten der vergangenen 12 Jahre (und länger), die sich angesammelt haben, müssen unbedingt raus aus dem Organismus.

Auf allen drei Ebenen von Körper, Geist und Seele  sollten wir 2019 alles
soweit wie möglich loswerden, was uns aus der Bahn geworfen hat, was belastend unter die Haut ging und negativ hängen geblieben ist. In diesem Jahr müssen wir massiv unser Tempo drosseln. Wer schnell durch Schlamm rast, spritzt viel Dreck hoch, der uns selbst und andere trifft. Und das bleibt hartnäckig kleben, wie Lehm und Schlamm an der Hose. Und von den am Rande Stehenden, die unbeabsichtigt getroffen wurden, wird ein Grossteil dieser Energie auch wieder zu uns zurückreflektiert.

Denn alles, was wir zurückbehalten, wird uns über die kommenden 12 Jahre begleiten. Diese stagnierten Energien erzeugen dann weitere Blockaden auf allen drei Ebenen. Gerade aus der Balance geratene Gefühle (Ärger, Hass, Vorwürfe, Verurteilen und  Verachtung) werden uns dann schwer zu schaffen machen und uns auch körperlich krank werden lassen. 

Noch haben wir 6 Monate Zeit 

bis zum chinesischen Neujahr (Anfang Februar 2020), um all den Müll rauszuschmeißen.  
6 Monate - das klingt lang. Doch wir alle wissen, wie schnell die vorbei sind. Wie schnell waren die ersten 6 Monate vorbei... 

Bisher haben nur die wenigsten Menschen  wirklich angefangen, ihren Aktionismus zu bremsen und weniger in der Aussenwelt zu Rödeln; kaum einer ist freiwillig zur Ruhe gekommen und hat in seinem Leben, in der Seele, im Körper aufgeräumt

Im Gegenteil, es beutelt viele Menschen in vollem Lauf: 
  • die Zeit, die sich viele Patienten nicht in der Vergangenheit für die Gesundheit nahmen, die nimmt sich gerade die Krankheit. Keine Zeit für Pause, Ruhe Erholung?   Ab ins Krankenhaus! Die Kliniken (und Friedhöfe) sind voller Unersetzlicher!
  • Urlaub ist Erholung? Nicht, wenn wir den ohnehin gestressten Körper noch mehr stressen durch Wechsel der Zeitzone, Klimazone, Ernährung, Strapazen durch Flug, Reise...  Merke: wer halbkrank und überlastet in Aktiv-Urlaub fährt, kommt oft richtig krank zurück!
Deshalb nochmals hier die eindringliche Erinnerung:
Es gibt Grund genug, endlich ernsthaft zu beginnen. Schluss mit allem  "Ich hab grad keine Zeit dafür, demnächst, ich weiß ja, aber erst..., ich kann das nicht"...etc.   

Wir brauchen auch Zeit, all diese Blockaden  loszuwerden

Wir sollten die Sonne wohldosiert nutzen. Wärme hilft Feuchtigkeit zu trocknen, damit wir sie leichter loswerden können. Solange die Tage noch lang sind und die Sonne Kraft hat, sollten wir die Morgen- und Abendsonne nutzen. Raus mit uns zum QiGong-Üben oder Gassi-Gehen. Gerade die Abendsonne entspannt (!) zu genießen, hilft beim (Ein-)Schlafen. (Damit ist kein Auspowern gemeint, kein Joggen, kein Marathontraining, sondern ruhige, rhythmische Bewegung, die mehr Energie liefert, als sie kostet!)

Qigong üben (auch Yoga, Meditation), das bedeutet unsere Aufmerksamkeit auf unsere eigene Lebenskraft zu lenken. Über den Tag verteilt 1-2 Stunden Üben wären ideal für die nächsten 6 Monate, um den die Energieblockaden wirklich loszuwerden. (In Kursen kann das korrekte Üben gelernt und immer wieder korrigiert werden.)
 
QiGong üben, das heisst auch langjährige Konflikte lösen. Dafür beginnen wir bei uns selbst, z.B. in dem wir lernen, uns und unseren Schwierigkeiten selbst mitfühlend zulächeln.  Verzeihen, vergeben, sich dankbar zeigen, das beginnt bei uns selbst. Es braucht auch Mut, sich den eigenenen Ängsten zu stellen, ohne innere Vorwürfe an sich und andere zu machen. 

Ran an die eigenen Schwächen

lautet die Devise für 2019.  Wir beenden endlich die lang erprobten Vermeidungstaktiken oder ändern jetzt unsere Alltagsgewohnheiten, z.B. statt vor dem TV zu versumpfen einen Abendsonnenspaziergang zu machen. Wir stoppen schädliche Gewohnheiten, z.B. wenn nicht jetzt mit Rauchen aufhören, wann dann? Wenn nicht jetzt lernen, sich zu entspannen und einen Kurs belegen, wann dann?

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, sich mental und meditativ mit seinen Problemen zu beschäftigen. Bewusstwerden ist ein wichtiger Prozess:
  • Wie sollen andere Menschen mit mir klar kommen, wenn ich selbst nicht mit mir im Reinen bin? 
  • Wie will ich mit anderen klarkommen, wenn ich mich selbst nicht leiden kann, wenn ich an mir selbst leide?
  • Wie will ich anderen verzeihen, wenn ich mir selbst nicht verzeihe?
Wir müssen ehrlich hinschauen, was wir wirklich tun, wie wir es machen und uns bewusst machen, was wir da gerade zum x-ten Mal wiederholen, obwohl wir es gern ändern wollten. Qigong und Achtsamkeitsübungen helfen uns dabei. Auch in die Tiefe gehende Gespräche mit Familie, Freunden und dem Partner können sehr viel auflösen, wenn die Gespräche ehrlich und ohne Tabus geführt werden. Sanft, achtsam, nicht verletzend, sondern beobachtend und erklärend, aber niemals vorwurfsvoll. Reden wir mit denen, die uns und die wir sehr gut kennen und lernen wir daraus, entschuldigen uns ggf. und bedanken uns für deren Offenheit und Aufrichtigkeit.

Hilfreich ist auch Nahrung, die unseren Körper nährt statt zusätzlich belastet! Viele Ernährungsgewohnheiten befeuchten den Organismus zusätzlich zu sehr und kühlen die Verdauungskraft zu sehr runter (zu wenig wärmend-warme Speisen, zuviel kaltes Essen und Getränke, zuviel Zucker, Weissmehl, minderwertige Kalorien, zuwenig frisches schonend-gegartes Gemüse etc) 

- und statt weiter darüber zu schreiben und zu theoretisieren, gehe ich jetzt kochen (und natürlich essen)! Es gibt frische grüne Bohnen aus der Region mit viel frischem Ingwer und Chnobli, wärmend und trocknend, und vor allem lecker, mjam ;-)

(Danke  an meinen Kollegen JoAchim Stuhlmacher, der uns mit seinem newsletter immer wieder erinnert, ermahnt und motiviert!)

10. August 2019

Qi Gong - Kursbeginn im Herbst

Ab dem 09. September beginnen wieder alle Kurse!

Mit jeweils 10 Terminen enden wir Mitte November, 
rechtzeitig vor der Adventszeit.

Alle Kurse machen in der 1. Oktoberwoche (KW 40) Pause. 

Und wie immer findet Ihr alle Termine im Detail, 
wenn Ihr links im Menü unter "Kurs-Kalender" schaut!

Bis dahin geniesst noch die letzten Spätsommer-Ferien-Tage!


Der Herbstwind verabschiedet den Sommer



(Basierend auf Heiner Frühaufs englischer Übersetzung des Klassikers von Gao Lian, Zunsheng bajian, "Eight Pieces On Observing the Fundamental Principles of Life")

Das Thema der drei Herbstmonate ist das Vergehen und Verlangsamen des Wachstumsimpulses. Mit Einsetzen der drei Herbstmonate ist es wichtig, Körper und Geist in einem ruhigen, harmonischen Zustand zu halten und seine Energien nicht zu verschleudern. 

Sowohl Frühling als auch Herbst sind Jahreszeiten des Wandels, daher werden sich vor allem zu diesen Jahreszeiten Erkrankungen zeigen. Aus diesem Grund ist es so wichtig, dann beruhigende, meditative Praktiken, die das Leben nähren, besonders zu pflegen. Sowohl der Alltag, als auch die Behandlung sollten auf die der Jahreszeit entsprechende Energiequalität hin abgestimmt werden.

So ist es im Herbst unangebracht... - weiterlesen

Verstösse gegen diese Prinzipien verletzen den Funktionskreis der Lungen, führen letztlich zu Duchfällen im Winter, zu Verlust genau dann, wenn es um Lagerung und Erhaltung geht. Das Qi des Herbstes ist trocken, daher wird empfohlen, dagegen mit etwas befeuchtendem Sesam gegenzusteuern. Vermeide kalte Getränke, ebenso wie kalte und klamme Kleidung auf der Haut.

Morgens, direkt nach dem Aufwachen,
sollte folgende Übung gemacht werden:


Schliesse Deine Augen,
klappere 21 Mal mit den Zähnen, schlucke den Speichel,
reibe Deine Hände aneinander
und lege danach die Handflächen auf die Augen
und spüre einige Zeit die Wärme,

die auf die Augen übergeht.
Reibe nochmal Deine Hände und bedecke wieder die Augen.

Wer diese Übung regelmässig während der gesamten drei Herbstmonate (Mitte Aug. - Mitte Nov.) praktiziert, bekommt klare und leuchtende Augen.

In diesem Jahr dominiert das erdige Yin, das den Parasympathikus mit ruhigem Verdauen, Verarbeiten, Sortieren und Aufräumen unterstützt. Wer dagegen versucht, yangige, neue Lebensprojekte anzuschieben, der wird viel Kraft verschleudern gegen den Lauf der Natur. Es kommt wahrscheinlich zu Erschöpfung, Verschlimmerung oder sogar zu gesundheitlichem Schaden. Dies gilt gerade im Herbst dieses Jahres.  

Nehmen wir uns also die Zeit für unsere Gesundheit
- sonst nimmt sie sich die Krankheit! 

3. März 2019

KEIN QI Gong am Montag und Dienstag!


Mich hat die Grippe ins Bett bewegt.  
Reden macht noch mehr Hustenreiz. 
Also mache ich das, was ich Euch immer empfehle:

  • Ruhe geben,
  • für warme Füsse sorgen,
  • noch mehr heisses Wasser trinken als sonst,
  • so gut es geht klopfen, klopfen, klopfen... 
Klopft schön fleissig weiter,
nächste Woche wieder mit vielen Händen gemeinsam ;-) 

7. Februar 2019

Tips für 2019 (Teil III)

Es gilt das Yang sanft anzuregen

um das Yin in Bewegung halten ohne sich selbst zu erschöpfen. Altes, Verbrauchtes muss unbedingt ausgeschieden werden. Wir sollten unsere Kraft in 2019 darauf ausrichten, dass wir intensiv und möglichst endgültig alte Schattenthemen loslassen. „Schwierige Emotionen“, wie Ängste, Grübeln, Eifersucht etc. verstärken diese Problematik und machen uns gereizt, unruhig, ängstlich. Im schlimmsten Falle fühlen wir uns ohnmächtig ausgeliefert.  Daher haben innere Übungen (des Qi Gong, aber auch z.B. MBSR, Meditation, Focusing, etc.) in diesem Jahr absolute Priorität, um gelassener mit den Schwierigkeiten und schwierigen Emotionen umgehen zu lernen.

Viel Bewegung, Qi Gong

Wir Menschen benötigen in diesem Jahr viel Bewegung. Damit ist allerdings weniger rein körperliche Bewegung gemeint, sondern vor allem energetische und geistig-seelische Bewegung. Schweisstreibenden, anstrengenden Sport und Leistungsdruck lassen wir besser sein. Regelmässiges, kraftvolles Gehen ist perfekt. Z.B. Joggen sollten wir meiden.

Qigong bewegt sowohl den Körper sanft, ohne ihn zu verausgaben. Zugleich trainiert und bewegt es auch den Geist und entspannt Körper und Nervensystem. Wir sollten uns in diesem Jahr durchaus disziplinieren pro Tag 1 Stunde zu üben. Bis Ende Februar sollten noch ruhige, innere Übungen dominieren (wie unsere Wasser-Übungen aus den Kursen). Mit dem Aufblühen des Frühlings sollten wir zu ca. 30-40 Minuten intensive Reinigungsübungen wechseln, z.B. Schütteln, Klopfen, die himmlische Schwalbe oder Duft-QiGong. Die letzten 10 Minuten das Qi wieder still sammeln. 

Symptome von Yin-Stagnation

In 2019 werden all die Erkrankungen vermehrt auftreten und zu Verschlimmerung neigen, die aufgrund von zu viel Feuchtigkeit und feuchter Kälte (die in Hitze umschlagen kann) als Stagnationen entstehen. Beispiele für solche Erkrankungen in der westlichen Medizin sind z.B. die rheumatischen Erkrankungen, Schwellungen und Ödeme, aber auch Übergewicht und urogenitale Symptome wie Blasenentzündung. Wir sprechen in der chinesischen Medizin auch von Ansammlungen von Materie, z.B. von Gewebe (Krebs), oder Wasser- und Blutansammlungen (Zysten), Ansammlungen in den Blutgefäßen bei Gerinnseln. Patienten mit diesen Dispositionen sollten in diesem Jahr besonders gut auf sich achten. 


Für das Jahr 2019 entspricht die Zuordnung im Organsystems in der chinesischen Medizin dem sogenannten San Jiao. Er spiegelt ebenfalls absolutes Yin wieder und symbolisiert auch den Tod. Hier ist allerdings nicht der gefürchtete, gewaltsame Tod gemeint, sondern das natürliche Ende eines Lebenszyklus. So wie im Herbst die Blätter von den Bäumen abfallen, damit im Frühling neue Knospen treiben. 

Der San Jiao herrscht über die drei Energiezentren des Körpers. Wir können ihn auch in Zusammenhang mit dem Nervensystem betrachten als Minister für Regulation. Er hält das Yin in Bewegung, sorgt mit für Transformation und erhält so das Leben. Verstopft dieses Organsystem durch Ängste (z.B. vor dem Tod), durch Schleim und Feuchtigkeit, so reduziert sich unsere Regenerationsenergie. Giftige Ausscheidungsprodukte wie Feuchtigkeit und Schleim entstehen schneller, können nur unzureichend entfernt werden, sammeln sich so im Gewebe und stagnieren dort. Der Stoffwechsel funktioniert nicht mehr richtig. Es entstehen die genannten Symptome und Erkrankungen durch inneres „Zumüllen“. 

Ernährung und Verdauungskraft

Sicherlich ist auch entlastende Ernährung hilfreich. Wir sollten ohnehin möglichst wenig Nahrungsmittel essen, die uns zusätzlich belasten. Meiden wir konsequent alle minderwertigen Industriefette und Frittiertes, z.B. Chips und Knabberzeugs, aber auch Wurst und Schweinefleisch(-produkte). Milchprodukte sollten wir drastisch reduzieren bis auf Butter und Sahne. Zucker, süsse Sachen und eiskalte Speisen und Getränke sind ohnehin zu meiden. Gerade Milchprodukte und Zucker sind schleimbildend.

Alle Störungen des Verdauungstraktes aufgrund von zu viel Kälte und/oder Feuchtigkeit sollten in 2019 sehr ernst genommen werden. All diejenigen, bei denen bereits Verdauungsstörungen vorliegen, wie Blähungen, breiiger/schleimiger Stuhlgang, Verstopfung, sollten besonders achtsam auf die Ernährung achten. 

Doch auch Symptome wie Hautbeschwerden, vermehrter Ausfluss, unklares Sehen und Denken, Konzentrationsschwäche gehören in diesen Zusammenhang. Die Tendenz zu „Schleim im Oberen Erwärmer“ mit Beschwerden von Herz und Lungen, sollte ernst genommen und sehr genau beobachtet werden. Es gilt frühzeitig zu behandeln und gegen zu steuern, damit sich diese Symptomatiken nicht verschlimmern.

Im Frühling und Sommer sollten wir morgens mit warmem Frühstück beginnen. Optimal ist Hirsebrei mit gedünstetem Obst oder Gemüse. Wichtig sind leicht verdauliche Speisen, also v.a. schonend gegartes, junges Gemüse der Region und Saison. Jetzt können wir wieder selbst Sprossen und Keimlinge ziehen, um unsere Sehnsucht nach frischem Grün zu befriedigen.

Hülsenfrüchte sind immer eine tolle Ergänzung und echte Vitalstofflieferanten zu jeder Jahreszeit. 

Im Herbst und Winter dürfen Kraftsuppen und kräftigende Eintöpfe oft auf dem Speiseplan stehen mit wenig, aber gutem Fleisch von Rind, aber auch Lamm oder Reh. Deren Knochen können wir in der Kraftsuppe lange mit ausgekochen.

2019, Jahr des yinigen Erd-Schweins (Teil II)

Doch was bedeutet das konkret für 2019?

In 2019 ist der Himmelsstamm die yinige Erde. Erde an sich ist ebenfalls yiniger Natur. Das diesem Jahr zugeordnete Hexagramm ist Nummer 2, KUN. Es steht für die urweibliche, yinige Erde. Wir befinden uns in 2019 im letzten Jahr eines 12-jährigen Zyklusses, der eine vollständige Veränderung in einem vollständigen Wandel abschließt. 

Zum Abschluss geht die Reise ins tiefste Yin zum Erdenzweig des „Schweins“, das mit Wasser und dem San Jiao assoziiert ist. Yin ist synonym mit dem Urweiblichen, mit absoluter Dunkelheit und völliger Bewegungslosigkeit. Das Schwein ist der Archetyp für ein Bewusstsein, das den grossen göttlichen Plan wahrnimmt. Das bedeutet keineswegs, dass wir den Plan verstehen. Aber die Energie dieses Erdenzweiges ermöglicht, zumindest zu akzeptieren, was geschieht. So wird Veränderung möglich. Auch diese empfängliche Energiequalität ist Yin. Vorsicht ist in 2019 ein gutes Stichwort. Aber auch Vorsicht davor, dass die Emotion des Wassers, die Angst, nicht übermächtig und lähmend wird!

Yin hat generell die Eigenschaft von Ruhe, Stille, Nicht-Bewegen. Zuviel Yin führt daher auch zu Symptomen von Stagnation. Yin braucht Yang zur Bewegung. Ansonsten kommt es zu Erstarrung, Unflexibilität, Versteifungen bis hin zu Lähmung in ohnmächtiger Angst aufgrund krankhafter Ansammlungen von Yin. In 2019 potenzieren sich einige Yin-Einflüsse. Dazu kommt eine Menge Wind der Veränderung durch den Holz-Einfluss von Jupiter. Wind ist das Symbol für Bewegung und Veränderung, für stürmische Zeiten. Und in diesem Jahr wird manche Böe unsere „erdige Mitte“ ins Wanken bringen. 

Wir müssen daher gut auf unsere Mitte, auf unsere Transformations- und Verdauungskraft aufpassen! Das betrifft nicht nur die körperliche Verdauung, sondern auch, wie wir alle Eindrücke und Impulse aufnehmen und verwandeln. Daher gilt es durchaus bedacht zu agieren:

2019 ist ein gutes Jahr, um mit alten Dingen aufzuräumen, abzuschliessen, loszulassen und zu beenden. In diesem Jahr sollten wir dagegen keine neuen Aufgaben übernehmen, keine neuen Projekte anfangen. Wer die Wahl hat, und es ermöglichen kann, sollte z.B. mit Umzug und Jobwechsel noch ein Jahr warten. Wir sollten nicht zuviel Euphorie z.B. in neue Beziehungen in diesem Jahr hineingeben. Es ist einfach nicht das Jahr für viel Neues, für Dynamik, Aktionen und grosses Schaffen. Wer das versucht, wird sich schnell erschöpfen.

Hilfreiche Stichworte für 2019 

sind Aufräumen, klären, loslassen, in Ordnung bringen. Damit schaffen wir für den neuen Zyklus ab 2020 eine gute Basis. Alles, was wir jetzt klären und erledigen, schleppen wir nicht als Altlasten mit in den neuen Zyklus. Wir wollen mit Leichtigkeit in den Neuanfang starten, ohne den alten „Scheiss“ als Ballast! 

 In 2019 können wir Inspirationen und Ideen sammeln. Wir lassen sie ruhen und reifen. Routinen und bewährte Alltagsrituale geben uns Unterstützung, nicht die Geduld zu verlieren. Bloss nicht zu viel auf einmal, weder beim Essen, noch beim Nachdenken, noch an Entscheidungen. Sondern einen Brocken nach dem anderen verarbeiten und schrittweise in kleinen Schritten agieren! 

Ab 2020 wird die kommende Energie der Ratte uns dann Kraft schenken, um in den neuen 12er-Zyklus loszulegen. Dann wird sich zeigen, welche Ideen und Visionen sich realisieren.

Chinesisches Neujahr (Teil I)


Mit dem Frühlingsneumond Anfang dieser Woche beginnt das neue Jahr und der Frühling aus chinesischer Sicht. 2019 ist das Jahr des yinigen Erd-Schweins.

Doch was bedeutet das?

Unser westliches Zeitverständnis ist linear. Das Jahr beginnt am 01. Januar und endet am 31. Dezember eines jeden Jahres. Jeder Monat hat 30 oder 31 Tage. Der Tag beginnt und endet immer um Mitternacht. Die Zeit verläuft gemäss dem Ticken der Atomuhr immer gleichmässig und linear. (Ach herrje, nur die Natur macht da nicht ganz mit. Wir brauchen immer wieder ein Schaltjahr, sonst feiern wir irgendwann Silvester im Sommer…) 

Das alte China dachte zyklisch!

Himmelsstämme und Erdenzweige

Chinesen benutzen das Wort „Himmel“ und meinen „Zeit“. Zeit ist eine kontinuierliche Spirale. Was im Kreis geht, kommt auch wieder, die Zeiten wiederholen sich — fast. Die Abfolge der Himmelsstämme zeichnet also auf, wie sich das Qi im Laufe der Zeit verändert. Im Laufe eines Jahres nimmt eine bestimmte Qi-Qualität zu (Wachstum bedeutet Yang), um dann wieder abzunehmen (Yin) und eine andere Qualität hervorzubringen. So wie Himmel ein Synonym für Zeit ist, so wenig lassen sich die Begriffe Erde und Ort trennen. 

Die 12 Erdenzweige beschreiben die Bewegung des Qi an einem bestimmten Ort auf der Erde. Sie entsprechen einer bestimmten Himmelsrichtung. Jeder Erdenzweig wird von einer Wandlungsphase des Qi regiert. Entsprechend der Wandlungsphasen ordnete man Holz dem Osten, Feuer dem Süden, Metall dem Westen und Wasser dem Norden zu (die Erde im Zentrum spielt hier keine Rolle). Und jeder Erdenzweig korrespondiert ebenfalls mit einer Yin-Yang-Polarität. Mit der Meridianuhr wird die Resonanz von Makrokosmos und Mikrokosmos der verschiedenen Zyklen beschrieben, die sich überlagern. Der Lauf der Sonne und der Planeten ist dabei eine zeitlose Symbolik, die den Tageslauf, den Jahreslauf erklärt, aber auch die menschlichen Lebensphasen. Anhand von 12 Archetypen („Tieren“) werden kulturübergreifend bestimmte Phasen in diesem ewigen Zyklus erklärt. Diese sind spirituelle Symbole für innere Eigenschaften.

Die Begriffe des chinesischen Tierkreises, die den Erdenzweigen 1:1 entsprechen und oft damit verwechselt werden, sind dabei lediglich Eselsbrücken! Selbst die chinesischen Worte, z.B. Schwein oder Zi, das als Ratte übersetzt wird, ist keineswegs das Wort, das im Chinesischen benutzt wird, um auf das Tier mit dem langen Schwanz zu zeigen. Diese Namen dienen nur als Merkhilfe für diese bestimmte Energiequalität. Wir sollten wir uns hüten, Menschen in die Schubladen der „Trivial-Astrologie“ zu stecken, wie dies im Westen gerne auf Zuckerwürfeln mit dem Sonnenzeichen (Geburtsmonat) und in China auf Servietten (Geburtsjahr) verballhornt wird.

Die 10 Himmelsstämme und die 12 Erdenzweige verbinden sich zu einem Zyklus aus 60 möglichen Kombinationen. Der erste 60-Jahres-Zyklus begann im Jahr 2697 v. Chr. Jedem Jahr entspricht eine bestimmte Kombination. 

7. Januar 2019

Winterruhe statt Infekte


Vielleicht ist es einigen schon aufgefallen?
Es ist sehr dunkel draussen, nass und usselig kalt.
Die meisten Menschen sind schlapp, müde, möchten nur noch schlafen.
Viele sind krank, haben Erkältung, Blasenentzündung oder Magen-Darm...

Yin-Energie

Die Qualität, die die Energie gerade hat, nennen die alten Chinesen Yin.  Yin und Yang sind die beiden Gegensätze, die immer relativ aufeinander bezogen betrachtet werden. Yin sind dabei solche Eigenschaften, die sich durch Dunkelheit, Schwere, Kälte, Feuchtigkeit, Dichtheit, Materie, Tiefe, Nachgiebigkeit, Weichheit, etc. beschreiben lassen. Yin-Energie macht ruhig, müde, und sorgt so dafür, dass wir bei aller Hektik und yangiger Aktivität auch mal wieder Ruhe und Muse zum Regenerieren bekommen. (Im Gegensatz dazu sind die gegensätzlichen Eigenschaften des Yang  licht, leicht luftig, ungreifbar, geistig, beweglich, fachen an, machen uns aktiv und dynamisch.)

Leben ist Wechsel und Wandel. 

Energie in der Natur wandelt sich in Zyklen, im Menschen wie im Kosmos. Die kleineren Zyklen sind z.B. Herzschlag und Atmung. Dann kennen alle den Tageszyklus, den Mondzyklus, den Jahreszyklus. Dabei ist die Nacht mehr Yin als der Tag. Auch der Winter ist im Vergleich zum Sommer Yin. Und eine lange Winternacht im Januar ist sehr viel viel mehr Yin als ein Sommertag. Die Ähnlichkeit der jetzigen Energiequalität mit einem matschigen Acker im Rheinland im Januar voller klebriger, nasser Erde ist dabei alles andere als zufällig, sondern beschreibt sehr gut die Lebensenergie um uns herum. Und all diese Zyklen überlagern sich.

Und es gibt noch weitere Zyklen, z.B. den 12-Jahreszyklus. Wir sind gerade am Ende eines solchen Zyklusses. Und 2018 war schon sehr Yin, aber 2019 wird sogar das yinigste Jahr in diesem Zyklus werden. (Dazu demnächst mehr.) Im Moment ruht die Natur und hat Pause zur Regeneration. Erst Anfang Februar nimmt das Yang in der Natur hier bei uns wieder spürbar Fahrt auf. Wir hören dann die Vögel wieder zwitschern, die Kätzchen blühen mit den schneeglöckchen um die Wette, wenn der Frühling in seine erste Phase kommt.

Yin heisst Winterruhe und Regeneration

Noch ist Winterruhe. Wir Menschen dürfen daher auch Winterruhe halten. Die Natur stellt gerade wenig Yang für Aktivitäten für uns zur Verfügung. Die müssen wir aus unseren reserven räubern. Aber es gibt viel Yin-Energie zum Ruhen, Faulenzen, Regenerieren, Loslassen von Hektik und sonstigem Überflüssigem. Und wenn wir uns wieder an all die sich überlagernden Zyklen erinnern,, dann wissen wir, dass in diesem Winter noch mehr Yin als sonst herrscht. Und wir legen noch etwas Yin obendrauf: wir hatten gerade Neumond zusammen mit einer Sonnenfinsternis (auch wenn die kaum einer mitbekommen hat, weil sie nicht sichtbar war). Auch das vermehrt das Yin. Und Yin hilft uns auch. Es bringt Ruhe, damit wir Kraft sammeln und regenerieren können (wenn wir das denn tun würden.)

Wer wider die Natur lebt, dem kostet das unglaublich viel Energie und Reserven. Das ist der Grund, warum die meisten Menschen zur Zeit  "hundemüde" sind und Lust zu gar nix haben. Wer sich zu Aktionismus mit aller Kraft zwingt, dem kann passieren, dass der Körper dann in die Knie geht und ihn mit einem Infekt zur Ruhe zwingt...

Schöner ist allerdings, zu verstehen, was in uns und um uns geschieht. Dann können wir uns nämlich anpassen. In diesem Sinne tauche ich auch gleich wieder ab in meine "splendid isolation": 
Rückzug in die Winterruhe und Pause, 
viel Schlafen, Entspannen, Ruhen, Lesen, Meditieren,
Nicht-Tun und schon gar keine unnötigen Anstrengungen,
viel Kraftsuppe, heisses Wasser. 

Dafür  Regenerieren, Nervensystem entlasten, 
Kraft sammeln.

Denn der nächste Frühling kommt bestimmt!
(Rund um den 05. Februar erwacht das neue Jahr!)