31. Mai 2020

Qi Gong Kurse


Liebe Kurs-Teilnehmer,

es freut mich, dass Ihr unsere gemeinsamen Übungstermine so sehr vermisst. Ich hoffe, Ihr übt fleissig selbst während der langen Pause weiter!?

Wir werden mit den normalen, wöchentlichen Übungsterminen sicher erst nach den Sommerferien weitermachen. Wir warten jetzt ab, wie sich die Infektionszahlen entwickeln werden. Hoffen wir, dass die Menschen halbwegs vernünftig diszipliniert bleiben.  Denn wir sind noch lange nicht "am Ende der Coronazeit" (bitte auch den vorigen Artikel lesen und umsetzen...)

  • Wenn ich sehe, wie wenige mittlerweile aus Rücksicht auf andere einen Mundschutz tragen.
  • Wenn ich beobachte, wie die Dinger so so halbherzig am Kinn getragen werden, unter das Nase, über der Glatze,  hinterm Ohr, auf- und abgefriemelt und dazwischen in der Hand geknüllt und mal eben reingeniest - alles live beobachtet.
  • Wie die Menschen im Brustton der Überzeugung erklären, sie hätten keinen (Alters-)Husten, und dann kurz drauf und immer wieder trocken dem anderen ins Gesicht hüsteln...
  • Wenn ich sehe, wie dicht die Menschen wieder im Biergarten/Cafe sitzen...
Uns allen wünsche ich ein stabiles Immunsystem!

Die meisten Teilnehmer unserer Kurse sind Risikopersonen. Daher werden wir weder uns selbst noch andere unnötig gefährden. Denn Ihr alle seid fit genug, um zuhause, im Garten oder auch in Wald und Wiese für Euch selbst zu üben. Das geht auch ohne Gruppe und ohne mich. Und wenn Ihr schüttelt, lächelt, die "Schwalbe", "Leiter" sonstige Übungen macht, habt Ihr meine Stimme ohnehin im Ohr!

Ansonsten übe ich gerade, Gruppen via Internet zu leiten. Mit 3-5 Teilnehmern klappts schon. Mein Ziel ist, mit Euch Juli/Aug. den versprochenen Übungs-Tag zu machen. Ganz komfortabel, jeder daheim via Computer/Tablet/Handy. Aber dazu melde ich mich dann, wenn es soweit ist.


30. Mai 2020

Nach Corona ist....


immer noch vor Corona.
Auch wenn alle Welt mit den Füssen scharrt, die Regeln gelockert werden, sind wir noch nicht am Ende der Epidemie. Alle bisherigen Massnahmen haben ihr Etappen-Ziel erreicht, nämlich den Haupterkrankungsgipfel zu verlagern, von ca. Juni vielleicht auf Sept./Okt. Dafür hofft man, dass nicht so viele Menschen dann auf einmal erkranken, dass die Kliniken unter dem Ansturm kollabieren. Wir haben die Epidemie nur verzögert, evtl. abgeschwächt, keineswegs überstanden!

Wir sind immer noch am Anfang!

Damit es nicht zu einem Wiederaufflammen kommt, müssen wir weiterhin diszipliniert bleiben, trotz aller Lockerungen. Wir müssen klug abwägen, wo wir uns individuell Lockerung erlauben wollen und können. Und vor allem entscheiden, wo wir uns selbst schützen, auch wenn es unbequem ist. Ziel ist, unser eigenes Immunsystem so kraftvoll wie möglich zu halten. D.h.:

Vernünftig Abstand halten!
Draussen reichen 1-2m nur kurzfristig "zum Vorbeigehen". Verweilen wir länger mit anderen zusammen, z.B. im Biergarten oder in der berühmten Raucherecke, brauchen wir uns nur erinnern, wie weit z.B. Zigarettenqualm sich in die Umgebung ausbreitet. Der Qualm macht den Ausatem für uns sicht- und riechbar. Je nach Windrichtung sehen wir die Rauchfahne bis zu 6-7m weit ziehen. Soweit reicht auch ein Virus-belasteter Ausatem.

In geschlossenen Räumen intensiviert sich diese Belastung. Schnell füllt sich der Raum mit einem unsichtbaren Nebel feinster Atemfeuchtigkeit, der Viren tragen kann. Daher vermeiden wir besser, über Stunden mit mehreren einen Raum zu teilen.

Viel Lüften hilft etwas, z.B. bei Arbeitsplatzübergabe im Büro, wenn der andere Kollege übernimmt. Besser weiterhin, wenn möglich, abwechselnd Homeoffice, Aussendienst, Kurzarbeit. Lieber Radeln statt öffentliche Verkehrsmittel.

Klimaanlagen und Lüftungen sind ein Problem. Sie verteilen Viren sehr effektiv. Die wenigsten Anlagen in Büros, Einkaufszentren, Hotels, Bussen und Bahnen sind mit hochmodernen Filtern ausgerüstet, die Viren abfangen (sog. HEPA-Filter). Selbst wenn der neueste Airbus sie schon hat, ist fraglich, ob alle alten Flugzeuge nachgerüstet sind... Auch das spricht gegen Fernreisen in diesem Jahr! (Ferienwohnung mit Selbstversorgung und Anreise via Zweirad oder PKW ist dagegen relativ risikofrei.)

Auch die Dauer, mit der wir einer Virus-Belastung ausgesetzt sind, spielt eine wichtige Rolle. Mit den Kollegen treffen wir uns besser nur kurz zum "Schichtwechsel", als stundenlang gemeinsam den Arbeitsplatz zu nutzen. Lieber die Pizza schnell abholen, als im Restaurant sitzen, selbst wenn das nur halbvoll ist.

Daher sollten wir weiterhin sozialen Abstand halten, auch wenn es schwerfällt. Vermeiden wir geselliges Beisammensein mit weitläufigen Bekannten.Meiden wir unnötigen Austausch auch regional. Noch eine Weile auf den Stammtisch oder das Kaffeekränzchen zu verzichten ist ein Luxus-Problem, gerade mit den heutigen Kommunikationsmöglichkeiten. In wievielen Firmen war Homeoffice angeblich nicht möglich, bis eine Krise  zeigte, wie gut es funktioniert...

Wägen wir selbst ab, welches Risiko wir eingehen wollen. Es macht einen Unterschied, ob  in einem Museum wenigen Menschen in weitgehend leeren Räumen in Ruhe Kunst betrachte. Oder ob wir in einem vollen Saal mit vielen Menschen dicht bei dicht sind, möglichst mit schlechter Luft, vielleicht noch alkoholisiert. Spätestens dann verlieren wir das Gefühl für Abstand.

Auch Indoor-Sportstätten sind Risikoorte als Treffpunkt vieler fremder Menschen, die intensiv atmen, schwitzen, und das meist in Gebäuden mit Klima- und Lüftungssystemen. Dennoch macht es einen Unterschied, ob 20 Zumba-Teilnehmer in einem Raum schwitzen, sich 22 Fussballer mit Körperkontakt um einen Ball raufen - oder ein in häuslicher Gemeinschaft lebendes Paar allein im Trainingssaal tanzt...

Treffen wir lieber die Menschen in unserer engen Umgebung, Familie oder Bekannte, die auch unsere Sicherheit respektieren oder unsere Unterstützung brauchen. Wer kann, lässt sein Kindergartenkind besser mit den Nachbarskindern draussen spielen, statt es in den Kindergarten zu schicken. Schauen wir nach den Sommerferien, wie es dann aussieht. Kindergärten sind schon jenseits der Epidemie Erreger-Brutstätten. Selbst wenn die Kinder nicht erkranken, verteilen sie so alle möglichen Erreger von Familie zu Familie...

Trägt unser Gegenüber einen gut sitzenden Mund-Nasen-Schutz, reduziert er netterweise diese Belastung für sein Gegenüber um >90%. Ich freue mich über jeden, so rücksichtsvoll anderen gegenüber ist! Die "Maske" schützt den anderen, und zwar recht effektiv. Wir sollten sie also weiterhin tragen, sobald wir ausserhalb unseres eigenen Haushaltes mit anderen Menschen in Kontakt kommen.

Der Corona-Virus verträgt übrigens keine Seife. (Für andere Erreger gilt das nicht!) Daher ist Hände waschen so wichtig, sobald wir ausserhalb von zuhause Dinge berührt haben. Wir müssen nicht zuhause desinfizieren oder unsere Mundschutz auskochen. Mit reichlich Waschmittel in der Seifenlauge gut ausdrücken reicht.

Alles, was unser Immunsystem stärkt,
hat Priorität!!!


20. Mai 2020

Die Uhren nach dem Mond gehen lassen...



Die Natur reagiert deutlich in Mond-abhängigen Zyklen. Wir wissen, wie Wassermassen mit Ebbe und Flut auf den zu- und abnehmenden Mond reagieren. Seit vor einem Jahrhundert die mechanische Uhr erfunden wurde, haben die Menschen die Zeit immer feiner eingeteilt, während die Natur weiterhin in natürlichen Zyklen lebt.

Je mehr die Menschen sich die Zeit einteilen, desto mehr trennt sich deren Realität in der 3D in die Materialisierung und separiert sich von der lebendigen Welt. Die meisten Menschen hetzen gestresst durchs Leben von Anforderung zu Anforderung. Ständig jagen sie hinter Plänen her, die Sorgen kreisen immer in Gedanken. Für den Körper bedeutet das ständigen Alarmzustand, der das Immunsystem schwächt und den idealen Nährboden für alle möglichen Erkrankungen bietet. Das Leben der meisten Menschen ist heutzutage so hektisch getrieben, dass der Fluss des Lebens uns gar nicht mehr einholen kann. Kein Wunder, dass wir uns immer weniger vom Universum getragen fühlen!

Vielleicht hast auch Du schon gemerkt, dass Deine Realität randvoll mit allem Möglichen ist, für Dich jedoch immer weniger Raum bleibt? Je stärker wir die Zeit einteilen, je mehr expandiert der Raum, bis irgendwann unsere Welt für uns Menschen unbewohnbar wird…

Der beste Zeithüter ist der gute, alte Mond

Verbinden wir uns wieder mit der Mondzeit, können wir aus dem Dilemma der heiligen Uhr wie die Wu, die Schamaninnen, raustanzen. Im Einklang mit den Mondzyklen sind Zeit und Raum in Balance und wir bekommen Yao, die beste Medizin: wir nähren unsere innere Schätze Lebensenergie Qi, die Essenz Jing und den Geist, Shen. Eines Tages werden nur noch die Menschen wirklich lebendig sein, die nicht hinter, sondern wieder mit dem Mond leben!

Das Mondlicht leitet uns sehr gut, wenn wir wieder lernen wollen, unsere innere Uhr nach dem Mond gehen zu lassen und die mechanische Uhrzeit soweit möglich zu ignorieren. Wir sind nämlich keineswegs hier, um die Realität zu zerteilen. Wir sind hier, um die Realitäten zu integrieren mittels Verweben der Überlappungen der verschiedenen Dimensionen.

Die Mondin als Lehrerin der Natur steht uns oft genug sichtbar vor Augen am Himmel. Das Spiel von Licht und Schatten ist wohl die verlässlichste Lehrmethode. Licht ist das universelle Symbol für Yang, für Bewusstsein, Achtsamkeit und einen aktiven Verstand. Wir können unseren Körper wieder als Instrument nutzen mit seinen Sinnen:

Nehmen wir zuerst wahr, ob die Mondin zunehmend oder abnehmend ist. Auch die Energie des Mondes fliesst in Phasen in ihrem Zyklus. Nimmt die Mondin zu und atmet Sonnenlicht ein, nimmt auch unsere Welt zunehmend Energie auf. Wir spüren das als Drang, raus aus unserem Kokon zu treten und als Motivation ins Handeln zu kommen. Wir fühlen uns zunehmend energiegeladener.

Bei abnehmender Mondin neigen wir eher zu Introversion und Introspektive. Wir erkunden, wie gut wir unsere Energie auf unsere Ziele gerichtet bis zum Höhepunkt verwirklichen konnten. Nun merken wir, dass unsere Reserven erschöpfen. Es gilt nun in die Tiefe unserer Wurzeln abzutauchen und dort zu regenerieren. Neu- und Vollmond sind jeweils die Wendepunkte.

Dunkelmondsichel
kurz vor Neumond

Dunkelmondzeit

Mit dem Dunkelmond lässt sich die Beobachtung erfahrungsgemäss am leichtesten beginnen. In ihren dunklen Phasen erinnert uns die Mondin, dass wir zu dieser Zeit weniger Yang, also weniger „Verstand“ brauchen. Die Kraft dieser Phase nährt sich von allem, was Dunkelheit beinhaltet als Symbol des Yin, der unbewussten, rezeptiv-empfänglichenMit dem Dunkelmond lässt sich die Beobachtung erfahrungsgemäss am leichtesten beginnen. In ihren dunklen Phasen erinnert uns die Mondin, dass wir zu dieser Zeit weniger Yang, also weniger „Verstand“ brauchen. Die Kraft dieser Phase nährt sich von allem, was Dunkelheit beinhaltet als Symbol des Yin, de Mächte.

Die Macht der Mondphasenenergien erkennen wir nicht mit dem Verstand. Wir begreifen sie vielmehr mit unserem Körper, mit der unbewussten Intelligenz, die unterhalb der Schädelbasis wirkt. Von hieraus bekommen wir Zugang. Unser Körper kann uns klare Rückmeldung geben: Daumen hoch/runter. Wann immer wir uns zur Dunkelmondzeit fragen, ob wir dies oder das sollen, hier oder da hin wollen? — Fragen wir ihn! Dann richten wir die Aufmerksamheit halsabwärts. Reagiert der Körper mit „Ufff…“ oder mit „Juchhu“? „Uff“ bedeutet, die Energie dafür sollten wir nicht zu verschwenden. „Juchhu“ signalisiert, dass diese Unternehmung im Einklang ist mit den neuen Dingen, die auf uns zukommen.

Blicken wir am Firmament Richtung Osten, wenn der Mondlauf an seinem Ende angekommen ist. Dann steigt die Mondin in den Stunden vor Sonnenaufgang auf. Erscheint sie so kurz vor der Morgendämmerung, ist sie nicht am Nachthimmel sichtbar. Diese Tatsache liess unsere Ahnen instinktiv über Jahrtausende nachts wohl-weise und sicher geschützt zu Hause bleiben. Der Körper fordert zu dieser Mondphase vor allem Ruhe. Auch heute noch sind das nicht die besten Nächte für grosse Parties oder andere Versammlungen.

Dunkelmondnächte fördern Alleinsein und frühen Bettgang. Das wiederum erleichtert das Aufstehen vor dem Hellwerden, so dass wir die schmale Sichel der Mondin noch mit eigenen Augen sehen können. Beobachten wir sie über drei Nächte, wie sie immer schmaler wird bis sie ganz verschwindet… Nun wissen wir: Neumond ist da.

Unsere wundervollen Körper wissen genau, wie sie aus der Tätigkeit des Ruhens neue Energie aufbauen können. Unterstützten wir die Arbeit des Körpers, in dem wir zu dieser Zeit unsere Agenda erleichtern. Fahren wir das Tempo etwas runter, entlasten wir den Tagesplan, um unsere Zellen und unsere Zukunft mit frischer Energie aufzuladen.

Doch was, wenn wir zu beschäftigt sind, um uns diese Ruhe zu gönnen?

Das bedeutet, dass wir gerade jetzt diese Ruhe umso dringender brauchen! Wir haben jedoch die Wahl. Wir können unsere Ruhepausen klug nutzen. Wir müssen nicht die ganze Zeit wie aufgezogen durch die Gegend hetzen. Die Dunkelmondzeit  wirkt ähnlich wie beim Autorennen, wenn die Rennleitung bei einem Zwischenfall die gelbe Flagge schwenkt: Überholverbot, Gefahr, Bereithalten zum Anhalten! Halten wir uns bereit, um uns der Ruhe und dem Nichttun zu widmen, sobald die ideale Einladung kommt. Sie ist schon da, überall. Ganz pragmatisch, beschreibt das ein Zwischending von planen und warten bis wir gerufen werden. Sobald Absicht und Gelegenheit aufeinandertreffen, halten wir inne. Mit allen Sinnen tauchen wir kurz ab, genießen mit Körper und Geist den süssen Nektar im Nichts dieses Augenblicks. Mögen wir alle dieses Vergnügen entdecken.

Der gute Anfang entsteht aus dem guten Ende

Die Dunkelmondin ist unsere Mentorin für die Kunst, Dinge zu einem guten Ende zu bringen. Gewöhnlich hetzen wir rein in die Neuanfänge und schnell raus aus dem Ende. Ende, Abschluss, Tod — das hat für die menschliche Ebene immer einen schalen Beigeschmack. In der Natur kommt am Ende jedoch immer noch die Ernte, ein Festmahl. Dann erst bricht das Alte zusammen, wird zum Kompost, zum Nährstoff, für all die neuen Dinge, die schon in den Sternen stehen.

Den Wert des aktiven Nicht-Tuns zum Dunkelmond können wir einfach austesten. Wenn der nächste Dunkelmond kommt, beobachte Dich selbst: Stehst Du unter Strom, bereit loszulegen? Oder spürst Du ein natürliches Bedürfnis nach Verlangsamen, Ruhe und Nicht-Tun?

Bei jedem Neumond entsteht für den kommenden Monat offener Raum für eine Geschichte, für ein Thema. Selbst das Wetter, das zu Neumond herrscht, bleibt meist über den Vollmond hinaus beständig. Wir brauchen uns nicht mit der Symbolik der Astrologie zu beschäftigen, denn jeder kann sich bei Neumond in das aktuelle Thema selbst hinein fühlen. Wir können ganz bewusst unserer Rolle in dem sich mit dem zunehmenden Mond kollektiv entwickelnden Feld übernehmen.

Mit dem Vollmond explodiert diese Energie fast wie im Höhepunkt einer von Beethovens Symphonien. Kurz nach dem Vollmond helfen uns die lunaren Schwingungen, die Aufgaben zu erledigen, die das monatliche Grundthema uns gab.


10. Mai 2020

Sport ist Mord - Bewegung ist Gesundheit!


"Sport ist Mord"

soll Winston Churchill einst gesagt haben.
"Und Breitensport ist Massenmord"
ergänzte ein Witzbold als Spontispruch.

Wie immer, hinter jedem Witz steckt Wahres:

Sport als Leistungssport

hat nichts mit Gesundheitssport zu tun. Es geht ums Erzielen von Leistung. Dafür ist eine Menge medizinischer Betreuung not-wendig, damit der Sportler nicht im besten Alter kaputt ausscheidet, bevor er sein Maximum aus dem Körper rausholen konnte. Gesundheit ist hier nur Mittel zum Zweck, nämlich zur Leistungsstteigerung zu aktiver Zeit. Die Gesundheit hinterher  ist Nebensache. Und hier nicht Thema.

Breitensport

macht den Leistungssport nach. Es geht weniger um Höchstleistung, immerhin schon mehr um Spass. Leider bleibt die Gesundheit mächtig auf der Strecke. Mit dem Vorbild der Athleten wird trainiert, leider fehlt meist die Systematik zur Erhaltung der Gesundheit:

  • Gründliches Aufwärmen, meist Fehlanzeige.
    Die Folge sind Verletzungen.
  • Gründliches Training der Gegenspielermuskulatur meist nicht vorhanden.
    Folge sind Fehlbelastungen und Haltungsschäden.
  • Kontrolle der Haltung,
    Abbau von Fehlhaltungen
    und Aufbau einer guten Technik, meist nicht vorhanden.
    Hier braucht es professionelle Trainer, die immer wieder korrigieren und Disziplin, sich selbst immer wieder zu korrigieren. Ansonsten sind noch mehr Fehlhaltungen, Überlastungen, Degenerationen die Folge...
  • Regel- und mässiges Training, vernachlässigt.
    Man geht halt 1-2x/Woche  zum Sport, powert sich da voll aus, während man den Rest der Woche viel sitzt, im Büro, im Auto, in Öffis, auf dem Sofa. Die Folge ist starke Überbelastung von Herz, Kreislauf und Gelenken, hohes Verletzungsrisiko, und s. oben...

Gesundheitssport

ist etwas ganz anderes, nämlich:
gesunde Bewegung den ganzen Tag!

Im Training, ob Rückenfit, Pilates oder QiGong 1-2x/Woche lernen und üben wir mit Trainer, um das Gespür für die korrekten Bewegungen zu bekommen. Hier gibt es Korrektur. Und zwar im besten Fall für ganz normale Alltagsbewegungen, die wir dann mit in den Alltag nehmen. Das tollste Training und all die Übungen mit extravaganten Geräten und Hilfsmitteln nutzen nämlich nix, wenn wir es nicht auf den Rest unserer wachen Zeit anwenden können. Damit besänftigen wir nur das schlechte Gewissen.

"Das Training hat ein Anfang und ein Ende. Bewegung endet dagegen erst, wenn das Herz zu schlagen aufhört."
So hat Rouven es formuliert in dem Buch "Bewegung liegtt in deiner DNA" von Kathy Bowman. Beobachten wir kleine Kinder, stellen wir fest, dass sie den ganzen Tag in Bewegung sind, ihren Körper, seine Beweglichkeit und die Umwelt experimentell erkunden. Wir Erwachsenen meinen, wir müssten den Kindern feste Regeln geben, ihnen bestimmte Bewegungsabläufe antrainieren. (Sitz still, ein Stuhl ist kein Turngerät, sondern zum sitzen da, trampel nicht so laut rum, das Treppenhaus ist kein Spielplatz...)

Eine Kollegin schreibt in ihrem Blog:

Kleine Kinder sehen Bewegung als "dürfen" an, weil sie Spass macht, kreativ und mitreissend ist. Erwachsene sehen Bewegung als ein "müssen" an, weil wir es uns selbst mit den Trainingsmethoden, Regeln, technischer Ausrüstung und der Sportbekleidung so komplex gemacht haben.

Wie ist es dazu gekommen, dass wir bei Bewegung nur noch von «Sport» und von einem inneren Schweinehund sprechen und ein jeder weiss, was damit gemeint ist?

An welchem Punkt während des Erwachsenwerdens ist es geschehen, dass wir Bewegung gedanklich aus unserem Alltag isoliert und diese dann «Übung» oder «Training» genannt haben, zu der wir uns sogar öfter zwingen müssen.

«Training» ist offenbar eine Art Gegenstück des modernen Menschen zu Nahrungsergänzungsmitteln

Ergänzungen sind jedoch nie vollwertiger Ersatz, ob in unserer Nahrung oder bei Bewegung. Sie ergänzen, wenn aus einemm blöden Grunde die vollwertige Versorgung mal nicht möglich ist. Sie sind nur Krücke, die schnellstmöglich überflüssig werden muss. Training und Übungen sollten auch nicht der Hauptteil unseres täglichen Bewegungsprofils sein (... und werden meistens noch nicht mal täglich gemacht!).

Und gerade die Rentner stellen dann fest, dass ihnen das Bewegen so schwer fällt, alles so weh tut. Ihr Lieben, es ist Bewegungsmangel. Bewegt Euch mehr, so gut es geht. Bewegt Euch sanft und in kleinen Schritten. Schmerz ist immer ein Zeichen von Stagnation und Blockade. Je mehr Ihr Euch bewegt, desto besser fliesst auch das Blut wieder. Aufstehen und Schütteln. Viel trinken ist super, weil man dann auch viel Pipi rennen muss. D.h., Ihr steht immer wieder auf!

Ran an die ständige Bewegung:

  • Perfekt wären 3x täglich kurze Gassi-Runden,
    flottes Gehen in natürlicher Bewegung bei Wind und Wetter...
    Wir haben übrigens alle nen Hund: den inneren Schweinehund. Auch der muss Gassi, morgens zum Wachwerden, in der Mittagspause (statt Zigarettenpause! Kann mann sogar rund um das Werksgelände machen...) und abends. Es schläft sich übrigens auch mit frisch gelüftetem Kopf und sanft bewegtem Körper viel besser...
  • Stehen und Gehen statt Sitzen,
    z.B. im Büro beim Telefonieren, Wechsel zw. Schreibtisch und Stehpult oder höhenverstellbarer Schreibtisch...
  • Treppen statt Rolltreppen und Aufzüge
  • Für kurze Wege das Auto bewusst stehen lassen
  • Als Berufspendler immer einen kleinem Gassi-Umweg
    zum Auto/Öffi nehmen. Generell nicht den Parkplatz wählen, der so schön vor dem Eingang ist.
  • Beim TV-Gucken, Lesen, Musikhören nie stillsitzen,
    sondern sanftes Dehnen und Stretchen, alle paar Atemzüge die Position wechseln, mal knien, mal hocken, mal Schneidersitz, mal liegen. Ein Sofa darf und soll ein Turngerät sein. So wie Kinder auch nie stillsitzen mögen. Noch besser:
  • Das alte Sofa rausschmeissen und nicht ersetzen,
    sondern dicken Teppich und viele Sitzkissen anschaffen. Dann fällt das Bewegen schon viel leichter!
  • Wenn wir schon rumsitzen,
    können wir dabei auch z.B. uns selbst die Füsse massieren, den Igelball und die Faszienrolle nutzen und uns den Rücken kraulen, und genüsslich recken und strecken...
  • Schreibtischstühle sind doof
    Besser ist ein Sitzball, ein Wackelhocker, der uns zwingt, und ständig neu zu positionieren.
  • Üben wir gerade Aufrichtung!
    Ob im Sitzen, Gehen oder Stehen, sogar im Liegen! Braucht kein High Tech-Zeuchs, darf unser ständiger Begleiter werden...
  • Anhänglich werden,
    jeder Türsturz, jeder Balken ist prima zum Dehnen im Vorbeigehen, zum kurzen Aushängen lassen. Jedes Geländer ist ein Spielzeug
  • Musik, wann immer wir Musik hören,
    nutzen wir sie zum Bewegen, zum Tanzen, lassen wir die Füsse wippen, hoch auf die Zehen, ganz auf die Fersen; lassen wir die Hüften kreisen, den Popo wackeln, die Brüste schwingen, die Arme schleudern, twisten und shaken, boogie and woogie, Auf und Nieder. Geht prima in der Küche, im Bad, beim Putzen...
Und jetzt hab ich lang genug hier schreibend vor dem Rechner rumgezappelt. Jetzt steh ich auf und beweg meinen ganzen Körper, reck und streck mich, häng mich am Balken über mir gaaaanz lang aus, geh auch Pipi, renn einmal die Treppe runter und wieder hoch,... ;-)

Und Du? Los gehts, mir nach...!




Mit Schmerzen umgehen


"Oma, wie gehst du mit Schmerzen um?"

"Mit den Händen, Liebes. Wenn du es mit deinem Verstand tust, verhärtet sich der Schmerz noch mehr, anstatt sich zu lindern."

"Mit deinen Händen, Oma?"

"Ja. Unsere Hände sind die Antennen unserer Seele. Wenn man sie bewegt, indem man näht, kocht, malt, die Erde berührt oder sie in die Erde versenkt, senden sie Signale der Fürsorge an den tiefsten Teil von dir und deine Seele beruhigt sich. Auf diese Weise muss sie keinen Schmerz mehr senden, um es zu zeigen."

"Sind Hände wirklich so wichtig?"

"Ja, mein Mädchen. Denke an Babys: Sie lernen die Welt dank ihrer Berührungen kennen. Wenn du dir die Hände älterer Menschen ansiehst, erzählen sie mehr über ihr Leben als jeder andere Teil des Körpers. Alles, was von Hand gemacht wird, so wird gesagt, wird mit dem Herzen gemacht, weil es wirklich so ist: Hände und Herz sind verbunden. Masseurinnen wissen das: Wenn sie den Körper einer anderen Person mit ihren Händen berühren, schaffen sie eine tiefe Verbindung. Denke an Liebende: Wenn sich ihre Hände berühren, lieben sie sich auf die erhabenste Weise."

"Meine Hände, Oma
- ... wie lange habe ich sie nicht so benutzt!"

"Bewege sie, mein Mädchen, beginne mit ihnen zu kreieren und alles in dir wird sich bewegen. Der Schmerz wird nicht vergehen. Aber es wird das beste Meisterwerk. Und es wird nicht mehr weh tun. Weil du es geschafft hast, deine Essenz zu sticken."

Elena Barnabé