20. Mai 2020

Die Uhren nach dem Mond gehen lassen...



Die Natur reagiert deutlich in Mond-abhängigen Zyklen. Wir wissen, wie Wassermassen mit Ebbe und Flut auf den zu- und abnehmenden Mond reagieren. Seit vor einem Jahrhundert die mechanische Uhr erfunden wurde, haben die Menschen die Zeit immer feiner eingeteilt, während die Natur weiterhin in natürlichen Zyklen lebt.

Je mehr die Menschen sich die Zeit einteilen, desto mehr trennt sich deren Realität in der 3D in die Materialisierung und separiert sich von der lebendigen Welt. Die meisten Menschen hetzen gestresst durchs Leben von Anforderung zu Anforderung. Ständig jagen sie hinter Plänen her, die Sorgen kreisen immer in Gedanken. Für den Körper bedeutet das ständigen Alarmzustand, der das Immunsystem schwächt und den idealen Nährboden für alle möglichen Erkrankungen bietet. Das Leben der meisten Menschen ist heutzutage so hektisch getrieben, dass der Fluss des Lebens uns gar nicht mehr einholen kann. Kein Wunder, dass wir uns immer weniger vom Universum getragen fühlen!

Vielleicht hast auch Du schon gemerkt, dass Deine Realität randvoll mit allem Möglichen ist, für Dich jedoch immer weniger Raum bleibt? Je stärker wir die Zeit einteilen, je mehr expandiert der Raum, bis irgendwann unsere Welt für uns Menschen unbewohnbar wird…

Der beste Zeithüter ist der gute, alte Mond

Verbinden wir uns wieder mit der Mondzeit, können wir aus dem Dilemma der heiligen Uhr wie die Wu, die Schamaninnen, raustanzen. Im Einklang mit den Mondzyklen sind Zeit und Raum in Balance und wir bekommen Yao, die beste Medizin: wir nähren unsere innere Schätze Lebensenergie Qi, die Essenz Jing und den Geist, Shen. Eines Tages werden nur noch die Menschen wirklich lebendig sein, die nicht hinter, sondern wieder mit dem Mond leben!

Das Mondlicht leitet uns sehr gut, wenn wir wieder lernen wollen, unsere innere Uhr nach dem Mond gehen zu lassen und die mechanische Uhrzeit soweit möglich zu ignorieren. Wir sind nämlich keineswegs hier, um die Realität zu zerteilen. Wir sind hier, um die Realitäten zu integrieren mittels Verweben der Überlappungen der verschiedenen Dimensionen.

Die Mondin als Lehrerin der Natur steht uns oft genug sichtbar vor Augen am Himmel. Das Spiel von Licht und Schatten ist wohl die verlässlichste Lehrmethode. Licht ist das universelle Symbol für Yang, für Bewusstsein, Achtsamkeit und einen aktiven Verstand. Wir können unseren Körper wieder als Instrument nutzen mit seinen Sinnen:

Nehmen wir zuerst wahr, ob die Mondin zunehmend oder abnehmend ist. Auch die Energie des Mondes fliesst in Phasen in ihrem Zyklus. Nimmt die Mondin zu und atmet Sonnenlicht ein, nimmt auch unsere Welt zunehmend Energie auf. Wir spüren das als Drang, raus aus unserem Kokon zu treten und als Motivation ins Handeln zu kommen. Wir fühlen uns zunehmend energiegeladener.

Bei abnehmender Mondin neigen wir eher zu Introversion und Introspektive. Wir erkunden, wie gut wir unsere Energie auf unsere Ziele gerichtet bis zum Höhepunkt verwirklichen konnten. Nun merken wir, dass unsere Reserven erschöpfen. Es gilt nun in die Tiefe unserer Wurzeln abzutauchen und dort zu regenerieren. Neu- und Vollmond sind jeweils die Wendepunkte.

Dunkelmondsichel
kurz vor Neumond

Dunkelmondzeit

Mit dem Dunkelmond lässt sich die Beobachtung erfahrungsgemäss am leichtesten beginnen. In ihren dunklen Phasen erinnert uns die Mondin, dass wir zu dieser Zeit weniger Yang, also weniger „Verstand“ brauchen. Die Kraft dieser Phase nährt sich von allem, was Dunkelheit beinhaltet als Symbol des Yin, der unbewussten, rezeptiv-empfänglichenMit dem Dunkelmond lässt sich die Beobachtung erfahrungsgemäss am leichtesten beginnen. In ihren dunklen Phasen erinnert uns die Mondin, dass wir zu dieser Zeit weniger Yang, also weniger „Verstand“ brauchen. Die Kraft dieser Phase nährt sich von allem, was Dunkelheit beinhaltet als Symbol des Yin, de Mächte.

Die Macht der Mondphasenenergien erkennen wir nicht mit dem Verstand. Wir begreifen sie vielmehr mit unserem Körper, mit der unbewussten Intelligenz, die unterhalb der Schädelbasis wirkt. Von hieraus bekommen wir Zugang. Unser Körper kann uns klare Rückmeldung geben: Daumen hoch/runter. Wann immer wir uns zur Dunkelmondzeit fragen, ob wir dies oder das sollen, hier oder da hin wollen? — Fragen wir ihn! Dann richten wir die Aufmerksamheit halsabwärts. Reagiert der Körper mit „Ufff…“ oder mit „Juchhu“? „Uff“ bedeutet, die Energie dafür sollten wir nicht zu verschwenden. „Juchhu“ signalisiert, dass diese Unternehmung im Einklang ist mit den neuen Dingen, die auf uns zukommen.

Blicken wir am Firmament Richtung Osten, wenn der Mondlauf an seinem Ende angekommen ist. Dann steigt die Mondin in den Stunden vor Sonnenaufgang auf. Erscheint sie so kurz vor der Morgendämmerung, ist sie nicht am Nachthimmel sichtbar. Diese Tatsache liess unsere Ahnen instinktiv über Jahrtausende nachts wohl-weise und sicher geschützt zu Hause bleiben. Der Körper fordert zu dieser Mondphase vor allem Ruhe. Auch heute noch sind das nicht die besten Nächte für grosse Parties oder andere Versammlungen.

Dunkelmondnächte fördern Alleinsein und frühen Bettgang. Das wiederum erleichtert das Aufstehen vor dem Hellwerden, so dass wir die schmale Sichel der Mondin noch mit eigenen Augen sehen können. Beobachten wir sie über drei Nächte, wie sie immer schmaler wird bis sie ganz verschwindet… Nun wissen wir: Neumond ist da.

Unsere wundervollen Körper wissen genau, wie sie aus der Tätigkeit des Ruhens neue Energie aufbauen können. Unterstützten wir die Arbeit des Körpers, in dem wir zu dieser Zeit unsere Agenda erleichtern. Fahren wir das Tempo etwas runter, entlasten wir den Tagesplan, um unsere Zellen und unsere Zukunft mit frischer Energie aufzuladen.

Doch was, wenn wir zu beschäftigt sind, um uns diese Ruhe zu gönnen?

Das bedeutet, dass wir gerade jetzt diese Ruhe umso dringender brauchen! Wir haben jedoch die Wahl. Wir können unsere Ruhepausen klug nutzen. Wir müssen nicht die ganze Zeit wie aufgezogen durch die Gegend hetzen. Die Dunkelmondzeit  wirkt ähnlich wie beim Autorennen, wenn die Rennleitung bei einem Zwischenfall die gelbe Flagge schwenkt: Überholverbot, Gefahr, Bereithalten zum Anhalten! Halten wir uns bereit, um uns der Ruhe und dem Nichttun zu widmen, sobald die ideale Einladung kommt. Sie ist schon da, überall. Ganz pragmatisch, beschreibt das ein Zwischending von planen und warten bis wir gerufen werden. Sobald Absicht und Gelegenheit aufeinandertreffen, halten wir inne. Mit allen Sinnen tauchen wir kurz ab, genießen mit Körper und Geist den süssen Nektar im Nichts dieses Augenblicks. Mögen wir alle dieses Vergnügen entdecken.

Der gute Anfang entsteht aus dem guten Ende

Die Dunkelmondin ist unsere Mentorin für die Kunst, Dinge zu einem guten Ende zu bringen. Gewöhnlich hetzen wir rein in die Neuanfänge und schnell raus aus dem Ende. Ende, Abschluss, Tod — das hat für die menschliche Ebene immer einen schalen Beigeschmack. In der Natur kommt am Ende jedoch immer noch die Ernte, ein Festmahl. Dann erst bricht das Alte zusammen, wird zum Kompost, zum Nährstoff, für all die neuen Dinge, die schon in den Sternen stehen.

Den Wert des aktiven Nicht-Tuns zum Dunkelmond können wir einfach austesten. Wenn der nächste Dunkelmond kommt, beobachte Dich selbst: Stehst Du unter Strom, bereit loszulegen? Oder spürst Du ein natürliches Bedürfnis nach Verlangsamen, Ruhe und Nicht-Tun?

Bei jedem Neumond entsteht für den kommenden Monat offener Raum für eine Geschichte, für ein Thema. Selbst das Wetter, das zu Neumond herrscht, bleibt meist über den Vollmond hinaus beständig. Wir brauchen uns nicht mit der Symbolik der Astrologie zu beschäftigen, denn jeder kann sich bei Neumond in das aktuelle Thema selbst hinein fühlen. Wir können ganz bewusst unserer Rolle in dem sich mit dem zunehmenden Mond kollektiv entwickelnden Feld übernehmen.

Mit dem Vollmond explodiert diese Energie fast wie im Höhepunkt einer von Beethovens Symphonien. Kurz nach dem Vollmond helfen uns die lunaren Schwingungen, die Aufgaben zu erledigen, die das monatliche Grundthema uns gab.